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Stadt greift zu ungewöhnlichen Maßnahmen

Wenn Gäste aus aller Welt in die Rennrodelhauptstadt kommen, um gemeinsam mit den Altenbergern Wettkämpfe zu erleben und die eigenen Favoriten anzufeuern, dann sollen sie auch würdig empfangen werden. Das gehört sich so, wenn man ein guter Gastgeber ist.

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Von Maik Brückner

Wenn Gäste aus aller Welt in die Rennrodelhauptstadt kommen, um gemeinsam mit den Altenbergern Wettkämpfe zu erleben und die eigenen Favoriten anzufeuern, dann sollen sie auch würdig empfangen werden. Das gehört sich so, wenn man ein guter Gastgeber ist. Schließlich sollen die Sportfans auch wieder kommen. Möglichst nicht nur einmal. Deshalb muss alles generalstabsmäßig vorbereitet werden. So werden in Altenberg nun Schilder aufgestellt, die dem Gast den Weg zur Bobbahn zeigen. Diese Hinweise werden, so versprach’s Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten in der jüngsten Stadtratssitzung, noch vor dem Weltcup im Rennrodeln, der am 18. November beginnt, aufgerichtet.

Doch nicht nur solche ganz praktischen Dinge werden von langer Hand vorbereitet. Auch solche fürs Herz. Zum Beispiel das Anbringen von Fahnen. Diese bunten – früher auch Winkelemente genannten – Tücher werden wieder rings um das Skifahrer-Denkmal auf dem neu gestalteten Bahnhofsvorplatz gesteckt. Dabei werden die in guten alten DDR-Zeiten gebauten Fahnenhalterungen genutzt. Das ist eigentlich nichts Neues, denn so wird das in Altenberg schon seit Jahren gehändelt. Neu ist in diesem Jahr, dass man die armen kleinen Fahnen anketten will. Nicht der Wind ist für die Aktion verantwortlich. Ihm können die Fahnen wohl widerstehen. Ganz im Gegensatz zu den lieben Fans aus aller Welt, die schon seit geraumer Zeit die kleinen Fahnen als leicht zu organisierende und sehr preiswerte Souvenirs erkannt haben. Besonders beliebt sind übrigens die weiß-grünen Sachsen-Fahnen, wie Wolfgang Landt vom Sächsischen Sportverein Altenberg weiß. „Sie sind grundsätzlich immer weg.“ Die Stadtverwaltung will diesen Diebstahl nicht länger hinnehmen. Deshalb sollen die Fahnen nun auf Eisenstangen gepfropft und mit Schlössern arretiert werden. Wie genau die Fahnen geschützt werden, überlässt Bürgermeister Kirsten seinen Bauhofmitarbeitern. Die sollen die Winkelemente jedenfalls so gut sichern, dass man sie höchstens mit einer Eisensäge von der Halterung entfernen kann.

Falls diese Maßnahme nichts hilft, dann weiß auch Kirsten keinen Rat mehr: „Wenn keine Fahnen mehr da sind, dann sind keine Fahnen mehr da.“ Bleibt also nur zu hoffen, dass die Bauhofmitarbeiter eine glänzende Idee haben.