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Stadt kauft Teile des Schlachthofs

Die Planung der neuen Oberschule kann beginnen. 16 Architekten haben sich beworben, nun entscheidet der Stadtrat.

Von Daniela Pfeiffer
 3 Min.
Das leer stehende Haus Rauschwalder Straße 73 soll saniert und dann Teil der neuen Oberschule werden
Das leer stehende Haus Rauschwalder Straße 73 soll saniert und dann Teil der neuen Oberschule werden © Foto: Nikolai Schmidt (Archiv)

Auf solche Vorhaben freuen sich Architekten: Altes mit Neuem verbinden. So wie das für die neue Oberschule passieren wird, die in der Innenstadt West entstehen soll. 16 Planungsbüros haben ihre Bewerbung dafür eingereicht, die weitesten kommen aus Berlin. Die Stadt konnte für das Vorhaben Teile des alten Schlachthofgeländes kaufen, ist mit Besitzer Franz-Josef Gausepohl auch weiterhin im Gespräch, um mittelfristig vielleicht noch mehr dazu zu kaufen. Noch gehört Gausepohl der größere Teil des Areals.

Der andere soll Teil des neuen Campus werden, den die Stadt an der Stelle plant und von dem sie sich eine Aufwertung des Stadtteils verspricht. Denn nicht nur die Schule selbst wird hier entstehen, sondern weitere Einrichtungen, die mit Bildung zu tun haben, sollen hier angesiedelt oder integriert werden. Denkbar sind ein Familienzentrum mit Kita/Krippe und Begegnungsstätte, Quartiersmanagement und Sozialarbeit. Wie Bürgermeister Michael Wieler informiert, hat zudem das sächsische Kultusministerium Interesse signalisiert, hier eine sogenannte Werksschule zu eröffnen. Sie soll sich an Hauptschüler richten. Zwar ginge es um die gleichen Lerninhalte, aber eine andere, eher praktischere Unterrichtsform. „Das planen wir noch nicht, aber wir würden es mittelfristig mit in Betracht ziehen“, sagt Wieler.

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Geplant wird erst mal das Wesentliche: der neue Schulkomplex. Er soll aus dem leerstehenden Gebäude in der Rauschwalder Straße 73 bestehen, sowie einem weiteren Altbau-Gebäude im Schlachthofgelände, an den sich ein Neubau anschließt. Während die Altbauten Verwaltung, Mensa und weitere funktionale Bereiche beherbergen, ist der Neubau für die Klassen gedacht. Wie genau alles aussehen wird, wird erst die Planung ergeben. Klar ist aber, dass der Neubau nicht die klassische Schulstruktur mit langen Gängen und von da abgehenden Klassenzimmern haben wird. Vielmehr wünscht sich die Stadt eine Clusterschule: Jeweils mehrere Klassen- und Gruppenräume gehören räumlich zusammen, es gibt für jede dieser Einheiten eine Art Marktplatz, der als Pausenraum, Versammlungsort oder anderes genutzt werden kann. Im Schulbau ist dies aktuell mit das Modernste. 10 Millionen Euro soll das Vorhaben kosten, wobei es für die Altbauten 90 und für den Neubau 75 Prozent Fördermittel gibt. Die allerdings können erst nach abgeschlossener Planung beantragt werden. Wenn der Stadtrat am 7. November dem Vorschlag der Verwaltung folgt und einem Planungsbüro aus Chemnitz den Zuschlag erteilt, kann es losgehen. Mit der Einweihung des Schulkomplexes ist nicht vor 2023 zu rechnen. Zum Campus gehört dann auch die Turnhalle hinter der früheren Schule und jetzigem Sitz des Medizinischen Labors Ostsachsen auf der Cottbuser Straße. Eine neue Einfeldturnhalle will die Stadt mittelfristig direkt auf dem Schlachthofgelände bauen.

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