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Stadt muss neue Bäume pflanzen

Das Gewerbegebiet Nordwest wird größer. Neue Gebäude sollen entstehen. Deshalb werden Flächen versiegelt und Bäume gefällt.

Von Tina Soltysiak

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Ohne das Abholzen von Bäumen und Hecken geht es nicht. Flächen sind zu versiegeln, damit im Gewerbegebiet Nordwest in Leisnig neue Gebäude gebaut werden können. Doch ganz so schlimm ist es nicht. Denn der Bebauungsplan, der derzeit auf dem Prüfstand steht, sieht Ausgleichspflanzungen vor: insgesamt 18 hochstämmige Laubbäume im Bereich der Zufahrt Gorschmitzer Gasse und Fußweg Brösener Weg. 13 Hainbuchen müssen bis mindestens ein Jahr nach dem Ende der Tiefbauarbeiten in die Erde gebracht werden. Bis Jahresende sind fünf Winterlinden anzupflanzen. Außerdem ist vorgeschrieben, dass sechs Nistkästen anzubringen sind – und zwar so, dass der Marder die Vögel nicht fressen kann.

Baumfreunde brauchen sich keine Sorgen zu machen: Die große Linde, die an der Kreuzung Gorschmitzer Gasse / Am Donnerberg steht, wird nicht gefällt. „Sie ist von uns zwar bisher nicht als schützenswert eingestuft und noch nicht für das Baumbuch vorgesehen. Aber es ist trotzdem schön, dass sie erhalten bleibt“, freut sich der Baumexperte und sachkundige Bürger Uwe Reichel.

In den umfangreichen Dokumenten, die das Architekturbüro Tiepelt aus Delitzsch zusammengestellt hat, steht außerdem geschrieben, dass acht Bäume entlang des Gorschmitzer Weges ebenfalls stehenbleiben können.

Fläche von 165 000 Quadratmetern

Im gesamten Gewerbegebiet, das sind knapp 165 000 Quadratmeter, sind bislang etwa 50 Prozent der Fläche ausgelastet. Bei den unbebauten Flächen handelt es sich um Acker- oder Randflächen. Aus den aktuellen Nutzungsanfragen ergibt sich ein erhöhter Bedarf an großflächigen Gewerbe-bauflächen. Ziel der Planung ist es, solche zu schaffen, um den Ansprüchen der Gewerbetreibenden zu entsprechen. Stein des Anstoßes für die Anpassung des Bebauungsplanes waren unter anderem konkrete Anfragen von der Firma Heiche Oberflächentechnik GmbH sowie Konnerth & Co., die eine neue Halle bauen möchten.

Im Gewerbegebiet könnte außerdem bald ein Supermarkt stehen. Aus den öffentlichen Unterlagen geht hervor, dass die Ansiedlung eines Rewe-Marktes geplant ist. „Rewes Interesse an dem Bau eines Marktes in Leisnig besteht. Allerdings steht in der Angelegenheit noch der Stadtratsbeschluss aus“, teilt Unternehmenssprecherin Stephanie Behrens auf DA-Anfrage mit. Ist der Satzungsbeschluss gefasst, gilt der neue Bebauungsplan. Die Mitglieder des Leisniger Stadtrates können diesen aber frühestens während der Februar-Sitzung fassen. Denn bis einschließlich 16. Februar können Interessierte die Unterlagen im Leisniger Rathaus einsehen.

Zu denen gehört auch eine sogenannte Verträglichkeitsanalyse bezüglich des Supermarktes, den die Leisniger Grundstücksgesellschaft mbH ins Gewerbegebiet holen möchte. In Leisnig gibt es bisher vier Discounter sowie mit Edeka einen „kleinen Vollsortimenter“. Der habe jedoch sein Angebot deutlich reduziert, heißt es in dem Papier. Außerdem steht darin: „Im Bereich zwischen Grimma und Döbeln ergibt sich eine Versorgungslücke im Bereich der großen Lebensmittelmärkte.“

Zukunft des Netto-Marktes ungewiss

Im Einzugsbereich würden mindestens 10 000 Einwohner leben. Dennoch sei fraglich, wie lange sich der Netto an der Muldenwiese mittel- bis langfristig halten könne. Eine Ansiedlung des Rewe-Marktes in der Stadt sei, aufgrund der erforderlichen Fläche von 6 000 bis 8 000 Quadratmetern, nicht möglich. Die Lage an der Umgehungsstraße ist dem Gutachten zufolge als positiv zu bewerten. Der Markt sei gut einsehbar, weshalb mit einem hohen Pendleraufkommen gerechnet werden könne. Ein Parkplatz mit 93 Stellflächen ist vorgesehen.

Landkreis empfiehlt Überarbeitung

Dass der Bebauungsplan überarbeitet wird, damit sich – unter Umständen – der Supermarkt ansiedeln kann, stimmt nicht. Peggy Huber vom Bauamt der Stadt Leisnig weist ausdrücklich darauf hin, dass es ausschließlich um die Flächen geht: Das heißt beispielsweise, welches Flurstück als Bauland genutzt werden kann – und welches eben nicht. Der ursprüngliche Bebauungsplan ist bereits mehr als 20 Jahre alt. Damit die Kommune den aktuellen Ansprüchen der potenziellen Investoren gerecht werden kann, hatte die Planungsbehörde des Landkreises Mittelsachsen dazu geraten, den Plan grundlegend zu überarbeiten.