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Stadt plant weiteres Mini-Kraftwerk

Es soll Lößnitzgymnasium und Lößnitzhalle versorgen. Einige Stadträte wollen mehr.

Von Ines Scholze-Luft

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Wie lange es der Heizkessel im Steinbachhaus des Lößnitzgymnasiums noch macht, kann keiner genau sagen. 23 Jahre ist er inzwischen alt. Hält er noch zwei, drei oder mehr Jahre durch? Selbst Thomas Hoffmann vom Planungsbüro ist da wohl eher überfragt. Er hat sich mit dem Vorhaben der Stadt beschäftigt, im Lößnitzgymnasium ein Blockheizkraftwerk (BHKW) einzurichten. Das soll dann die Schule ebenso versorgen wie die benachbarte Lößnitzsporthalle, deren Heizkessel ebenfalls nicht mehr der Jüngste ist.

Das BHKW ist eine von drei Varianten, die für den Standort in Radebeul-Mitte untersucht wurden. Die anderen Möglichkeiten: getrennte Heizungsanlagen in beiden Häusern oder eine gemeinsame Heizungsanlage mit Gaskesseln, ebenfalls im Gymnasium untergebracht.

Die BHKW-Lösung ist die günstigste, die wirtschaftlichste mit den niedrigsten Jahreskosten, sagt die Stadt. Nicht nur Geld wird gespart, sondern auch der Kohlendioxidausstoß deutlich reduziert. Denn eine solche Heizzentrale erzeugt Wärme und elektrische Energie. Wobei die Abwärme der Stromerzeugung direkt am Ort des Entstehens genutzt wird, was die Anlage sehr effektiv macht.

Deshalb spielt diese Kraftwerksart im 2014 beschlossenen kommunalen Energie- und Klimaschutzkonzept Radebeuls eine besondere Rolle. Zwei Blockheizkraftwerk-Standorte sind schon bekannt. Das in der Grundschule Naundorf wurde kürzlich in Betrieb genommen. Auch in die alte, derzeit im Umbau befindliche Polizeiwache kommt eines. Das wird nicht nur die Gebäude der Stadtverwaltung erwärmen, sondern auch die nahen Schulen – das Pestalozzihaus des Lößnitzgymnasiums und die Schiller-Grundschule. In dem Fall erwies es sich als großer Vorteil, dass die Leitungen gleich beim Umbau des Rathausareals und der Pestalozzistraße mit verlegt wurden und kein zusätzliches Aufgraben nötig war.

Die Leitungsfrage steht auch bei Lößnitzgymnasium und Sporthalle. Mit einer günstigen Antwort: Da sich die Heizzentrale am östlichen Ende des Steinbachhauses befindet, ist der Weg zur Sporthalle nicht weit. Anders sieht es mit dem von einigen Stadträten gewünschten Anschluss an Jugendherberge und eventuell auch die Schwimmhalle aus. Schon bis zum Jugendherbergsanschluss sind es rund 100 Meter. Da würde die Wärmeleitung fast so viel kosten wie ein eigenes BHKW, sagte Experte Hoffmann. Außerdem könnte die Jugendherberge eventuell noch später ans Gymnasium angeschlossen werden. Der Heizraum der Schule sei groß genug.

Die Jugendherberge sollte als möglicher Energieabnehmer im Auge behalten werden, sagte Christian Fischer von den Linken. Frank Sparbert, FDP, befürwortete ebenfalls eine spätere Optimierung. Tobias Plessing, Grüne, fand, dass ein größerer Kreis, ein Gesamtkonzept mit Schwimmhalle und Jugendherberge überprüft werden sollte. Weil so mit fast der gleichen Summe mehr erreicht werden könne.

Insgesamt gab es ein Ja fürs BHKW. 28 Stadträte stimmten – bei sechs Enthaltungen – grundsätzlich für diese Art der zentralen Wärmerversorgung von Lößnitzgymnasium und -halle. Wie in Naundorf und im Rathausareal arbeitet Radebeul hier mit den Stadtwerken zusammen, bei denen die Investitionskosten liegen, sagt OB Bert Wendsche. Und die Stadt kann als Dauerabnehmer und Nutzer die Energiekosten im Haushalt senken.

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