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Stadt rettet Eislöwen

Die finanzielle Hilfe ist an harte Auflagen geknüpft. So muss die Gesellschaft pro Saison 50 000 Euro Schulden abbauen.

Die Farbe Blau hat gestern das Kulturrathaus dominiert. Schon 30 Minuten vor der Stadtratssitzung sind die Ränge voller Eislöwenfans. Auch den benachbarten Saal füllen sie fast komplett. Sie alle wollen mit ihrer Anwesenheit die Räte auffordern, den Club vor der Insolvenz zu retten. Zudem hat der Fanrat vor der Sitzung einen Ordner mit 4 651 Unterschriften an Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) übergeben. Doch bevor das brisante Thema von allen Stadträten behandelt wird, diskutiert ein Teil vorher noch einmal im Finanz- und Sportausschuss.

Dort sprechen sich die Räte mit deutlicher Mehrheit gegen die Vorlage von Oberbürgermeisterin Orosz aus. Sie hatte die stille Liquidation der Betriebsgesellschaft (BG) gefordert. Stattdessen formulieren die Räte eine neue Fassung, bei der sie nun doch finanzielle Hilfe zusichern – auch weil sie mehr Vertrauen in den neuen Geschäftsführer Volker Schnabel haben. Demnach wollen sie der BG nun rund 300 000 Euro Schulden erlassen, noch offene Forderungen von 150 000 Euro stunden und die Miete reduzieren. Daran knüpfen sie jedoch harte Auflagen: Zum Beispiel muss die BG je Saison 50 000 Euro Altverbindlichkeiten tilgen und vor allem in jedem Quartal dem Sportausschuss einen Bericht vorlegen. Außerdem soll die BG neue, finanzkräftige Gesellschafter suchen.

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Hinzu kommt, dass die Eislöwen in Zukunft selbst für den nötigen Wirtschaftsprüfer aufkommen sollen. Bisher zahlt die Stadt die Kosten. Außerdem verlangt die Stadt von den Eislöwen, dass sie nun auf alle weitere Forderungen verzichtet, insbesondere zum Dachschaden der Eishalle. Diese gemeinsame Vorlage geht einstimmig durch den Sportausschuss und mehrheitlich durch den Finanzausschuss. Die anschließende Debatte im Stadtrat verläuft ruhig. Oberbürgermeisterin Orosz berichtet selbst noch einmal von den vergangenen Monaten, in der die Eislöwen nie zufriedenstellend zugearbeitet hätten. Der aufgebaute, erhebliche Druck sei nötig gewesen, damit sich daran etwas ändert. Am Ende stimmt der Rat mit 67 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung für die Rettung der Eislöwen. Das bedeutet, dass die Stadt bis zum Ende des Sanierungszeitraums 2018 die Eislöwen mit etwa 628 000 Euro unterstützen wird. Das sorgt am Ende für frenetischen Jubel bei den Fans im Saal. (SZ/jr)