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Stadt wartet auf Flutgeld

Während die meisten privaten Hochwasserschäden beseitigt sind, hat die Stadt bisher nur zwei von 13 Projekten beendet.

Von Cathrin Reichelt

Bis zu 70 Zentimeter hoch stand das Wasser vor einem Jahr im Erdgeschoss des Hauses von Familie Baldauf an der Niederstadt in Waldheim. Zwei Nächte hatten Bärbel und Udo Baldauf im Tagungszentrum in Massanei verbracht, ehe es im Haus wieder Strom gab und sie mit dem Aufräumen beginnen konnten.

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Ein Jahr nach der Flut ist von den Schäden nichts mehr zu sehen. Einen Moment hatte Udo Baldauf damals ans Wegziehen gedacht. „Aber das ist keine Alternative“, meint er heute. Stattdessen hat er vorgesorgt. „Im Vorsaal habe ich die Wände gefliest. So lassen sie sich besser reinigen“, sagt er. An der Stelle der Küche ist ein Hobbyraum mit beweglichem Mobiliar entstanden. „Den Kamin, der im Wasser gestanden hat, habe ich entrostet, lackiert und wieder aufgestellt.“ Drei bis vier Monate habe es gedauert, bis die Familie die Räume im Erdgeschoss wieder nutzen konnte. Das Haus ist jetzt trocken. Im Keller hält sich noch immer ein wenig Feuchtigkeit. Die Schäden, die das Hochwasser angerichtet hat, hat die Familie einen vierstelligen Betrag gekostet. Ein paar Spenden von der Caritas haben geholfen.

Wie bei Familie Baldauf sind auch bei den meisten anderen Waldheimern, die privat von der Flut im Juni 2013 betroffen waren, die Schäden weitestgehend beseitigt. Bei den städtischen Projekten sieht das Fazit nach einem Jahr noch nicht ganz so gut aus. „Wir haben 13 Maßnahmen für insgesamt 1,1 Millionen Euro angemeldet“, sagt Bürgermeister Steffen Blech (CDU). Komplett erledigt sind bisher nur die Sanierungen der Straße in Neuschönberg und des Löschteichs in Schönberg. Für Letzteren wird der Zuwendungsbescheid – wie für den Teich in Massanei – zwar erst erwartet. Aber die Stadt hat die Arbeiten vorfinanziert. „Wir konnten nicht warten. Der Teich wird gebraucht. Wir hatten 2013 in Schönberg drei Brände“, erklärt Blech.

In Massanei wurde ebenfalls die Straße saniert, aber in der unteren Dorfstraße fehlen die Durchlässe noch. Für den Zschopautalradweg, an dem ein Teil des Hangs weggebrochen war, wurde das Fördergeld bewilligt. „Für die Instandsetzung wird derzeit die Ausschreibung vorbereitet“, sagt das Stadtoberhaupt. In Gebersbach soll ein neuer Flutgaben angelegt werden. An dem an der Lessinginsel in Waldheim waren die Ufermauern ausgespült worden. Für beide Projekte sind Gelder bei der Sächsischen Aufbaubank beantragt, auf deren Bewilligung die Stadt in nächster Zeit hofft. „Außerdem warten wir sehnsüchtig auf die wasserrechtliche Genehmigung vom Landratsamt. Die Unterlagen liegen schon lange dort“, so Blech. Geplant sind die Arbeiten für Anfang August nach dem Stadtfest.

Für die Uferbefestigungen am ehemaligen Stadtbad und am Oberwerder hat Blech die Anträge an den Wiederaufbaustab unterschrieben. Die Sanierung des Mortelbaches sei in Vorbereitung und soll in diesem Jahr noch begonnen werden. Der Planer überarbeite derzeit die Unterlagen für die Instandsetzung der Brücken in Heiligenborn und Meinsberg sowie der Zschopaubrücke und der Niederstadtbrücke in Waldheim. Zu den Schäden, die im Rathaus entstanden sind, gäbe es noch einmal einen Termin mit der Versicherung. Aber die Küche des Ratskellers sei bereits wieder voll funktionsfähig. Auch die Zschopau müsse, wie nach der Flut 2002, ausgebaggert werden. Die Talsperrenverwaltung habe zugesagt, dass die Arbeiten in diesem Jahr beginnen. Einen konkreten Termin gibt es aber noch nicht.