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Stadt will Brücken in Boden erneuern

Die Bauwerke sind zwar noch voll nutzbar, aber in die Jahre gekommen. Und es gibt ein weiteres Problem, das mit einem Neubau gelöst werden soll.

Die Brücke in der Nähe der früheren Mühle soll durch einen Neubau ersetzt werden.
Die Brücke in der Nähe der früheren Mühle soll durch einen Neubau ersetzt werden. © Arvid Müller

Alles hat seine Zeit. Auch die Haltbarkeit von Brücken. Damit deren Eigentümer, bei den beiden Straßenbrücken in Boden und dem für Fußgänger und Radfahrer offenen sogenannten Angelsteg ist das die Stadt Radeburg, keine bösen Überraschungen erleben, sind regelmäßige Prüfungen der Bauwerke vorgeschrieben. Noch sei, so Bürgermeisterin Michaela Ritter (parteilos), bei keiner der drei Brücken Gefahr im Verzug. Um aber langfristig die Zufahrt in den Ortsteil Boden zu sichern, müsse dennoch in den nächsten Jahren etwas passieren. Darum hat die Stadt ein Konzept erstellen lassen, über das am Dienstagabend in der Sitzung des Technischen Ausschusses des Radeburger Stadtrats beraten wurde. 

Wie ist die Ausgangssituation? Die erste Brücke aus Richtung Radeburg überquert die Röder in Höhe des früheren Ritterguts. Zugelassen ist sie für Fahrzeuge bis 30 Tonnen Gesamtgewicht. Das zweite Bauwerk, ebenfalls eine Straßenbrücke, ist dagegen mit 2,8 Tonnen deutlich weniger belastbar.

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Und schließlich gibt es noch den Angelsteg, der für Kraftfahrzeuge gesperrt ist.

Die zweite Straßenbrücke wird nach den Plänen der Stadt grundhaft instand gesetzt.
Die zweite Straßenbrücke wird nach den Plänen der Stadt grundhaft instand gesetzt. © Arvid Müller

Geprüft wurden verschiedene Varianten des Neubaus und der Ertüchtigung. „Obwohl sich die zweite Brücke an der topografisch schwierigsten Stelle befindet, soll diese durch einen Neubau ersetzt werden“, so die Bürgermeisterin. Die beiden anderen, so der Plan, sollen dagegen grundhaft instand gesetzt werden. Mit dem Neubau soll die bisher nur eingeschränkt nutzbare Brücke so ausgeführt werden, dass es für sie künftig keine Tonnagebegrenzung mehr gibt. Damit wäre sie dann die wichtigste für den Ortsteil. „Denn derzeit kann Boden nicht von Fahrzeugen mit einem Gewicht von über 30 Tonnen erreicht werden“, so die Rathauschefin. „Weder auf direktem Weg über die Brücken über die Große Röder, noch von hinten durch den Wald über die Glasstraße.“ Mit dem Ersatzneubau würde damit auch dieses Problem gelöst werden. 

Auch der Angelsteg wird renoviert.
Auch der Angelsteg wird renoviert. © Arvid Müller

Genutzt werden könnte die Glasstraße allerdings als Zufahrt während der Bauarbeiten. Der 2,50 Meter breite Angelsteg, so eine weitere Aussage der bisherigen Untersuchungen, könnte in dieser Zeit zudem als kürzere Zufahrt für Rettungsfahrzeuge dienen.Als nächster Schritt soll nun an den Planungen für den Neubau gearbeitet werden. Dafür sind enge Abstimmungen mit der Landestalsperrenverwaltung - die Große Röder liegt in deren Verantwortungsbereich - sowie der Unteren Naturschutzbehörde erforderlich, so Michaela Ritter weiter. „Und natürlich müssen wir parallel dazu auf Geldsuche gehen.“ Denn aus der Portokasse lässt sich der Neubau nicht realisieren. „Die Heidestraßen-Brücke in Großdittmannsdorf hat immerhin 570.000 Euro gekostet, plus 132.000 Euro Planungskosten.“

Trotzdem hat die Stadt Radeburg ein für solch ein Projekt ambitioniertes Ziel. Michaela Ritter: „Wir planen die Realisierung in einem Zeitraum von fünf Jahren.“ Ob die Abstimmungen und Planungen tatsächlich so schnell vorankommen und obendrein auch noch Fördermittel zur Verfügung stehen, wird sich zeigen. Zumindest ist aber klar, wie es mit den drei Brücken in Boden weitergehen soll.

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