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Stadt will das Sachsenbad abreißen

Nach dem tödlichen Unfall will der Sportbürgermeister Winfried Lehmann eine rasche Entscheidung fürden Abriss herbeiführen.

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Von Denni Klein

Nach dem tödlichen Unfall eines Mädchens im maroden Sachsenbad strebt Sportbürgermeister Winfried Lehmann (CDU) den raschen Abriss an. Das erfuhr die SZ aus Rathauskreisen. Einen entsprechenden Vorschlag will Lehmann dem Stadtrat bis zum Sommer zur Entscheidung vorlegen. Lehmann war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Das Rathaus hatte Ende der vergangenen Woche erklärt, zu weiteren Schritten wegen der laufenden Ermittlungen keine Stellung zu nehmen.

Nach SZ-Informationen gilt der Abriss des ruinösen Sachsenbades schon länger als die von der Stadt favorisierte Variante. Das sei zuletzt wenige Stunden vor dem tragischen Unglück nochmals intern besprochen worden. Im ehemaligen Sachsenbad an der Wurzener Straße ist ein elf Jahre altes Mädchen tödlich verunglückt. Es hatte am Donnerstag in der gesperrten städtischen Bauruine mit Freunden gespielt und war dabei aus etwa zwölf Metern Höhe durch die Scheibe eines Oberlichts in die Tiefe gestürzt.

Drei neue Hallen für das Geld

Intern hieß es, dass das Sachsenbad nicht wegen des Unfalls abgerissen werden soll, das Unglück aber aufgezeigt habe, dass eine Entscheidung überfällig ist. Seit Jahren fehlt für eine Sanierung der Sportanlage das Geld. Eine aktuelle Studie hatte gezeigt, dass die Rettung des Bades mit 17 Millionen Euro Baukosten unverhältnismäßig teuer werden würde. Die Sachsenbad-Studie hat auch keine Sanierung als vollwertige Schwimmhalle vorgeschlagen, sondern eher eine Wellness-Landschaft favorisiert. Das würde die Not an Schwimmhallen für den Breitensport nicht verbessern.