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Stadt will familienfreundlicher Ort werden

Seifhennersdorf soll sich um das Gütesiegel bewerben. Das fordert der neugegründete Arbeitskreis.

Von Mario Heinke

Brigitte Röthig von der Initiative „Lebendiges Seifhennersdorf“ hat in der letzten Stadtratssitzung angeregt, dass die Stadt sich um das Gütesiegel „Familienfreundlicher Ort“ bewirbt. Die Initiative hat sich dem Kampf gegen das ramponierte Image der Stadt auf die Fahnen geschrieben. Die Stadt sei familienfreundlich, erklärt Mitbegründerin Friederike Cislak, damit solle Seifhennersdorf künftig punkten. Um das Gütesiegel zu bekommen, müssten bestehende Freizeitangebote noch ausgebaut werden. Das notwendige Geld will der Arbeitskreis sammeln. Ihm gehören rund 40 Mitglieder an, darunter sind Gewerbetreibende, Erzieherinnen und Lehrer sowie Vereinsvertreter. In der Stadtratssitzung stieß der Vorschlag auf breite Zustimmung.

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Das Gütesiegel „Familienfreundlicher Ort“ wird von der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen vergeben. Die Bewerbung ist kostenpflichtig, das Gütesiegel zieht weitere laufende Kosten nach sich. Bewerber müssen sich einer Vor-Ort-Prüfung durch einen unabhängigen Prüfer unterziehen und bestimmte Leistungen und Angebote am Ort vorhalten.

Dazu gehören Natur- und Outdoor-Angebote, Kulturangebote wie Kinderkino, Puppentheater, Museum oder Lesungen, Sportangebote, Kreativ- und Informationsangebote sowie Angebote mit Tieren, wie beispielsweise ein Streichelzoo, Reiten oder ein Tierpark. Aus den fünf Kategorien von Freizeitangeboten mit spezieller Eignung für Familien und Kinder müssen mindestens fünf Angebote permanent vorhanden sein. Pro Kategorie werden nur zwei Angebote gezählt. Weitere Anforderungen sind kinderwagenfreundliche Wege, ein touristisches Leitsystem, zertifizierte Beherbergungsbetriebe, Spielplätze, Grünanlagen und abgestimmte Öffnungszeiten der Gaststätten und Freizeiteinrichtungen.

Der Kurort Jonsdorf hat das Gütesiegel bereits erhalten. Jonsdorf kann aber auch zahlreiche touristische Angebote für Kinder und Familien sowie Sport- und Freizeitstätten vorweisen. Seifhennersdorf zählte im letzten Jahr 3 919 Einwohner, Tendenz sinkend. Die Stadt wird seit Monaten vor allem über den Kampf der Schulrebellen wahrgenommen. Genau hier will die Initiative ansetzen. Da könnte beispielsweise das Kindererholungszentrums „Querxenland“ für eine Bewerbung der Stadt sehr förderlich sein. Dort arbeitet man seit Längerem daran, die Qualität der Angebote auszubauen und die Attraktivität zu steigern.