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Stadt will kostenloses Parkhaus am Busbahnhof

Ein Neubau soll den riesigen Bedarf an Stellplätzen decken. Die sollen sogar frei nutzbar sein. Wie das finanziert wird, ist offen.

Von Alexander Müller

Parken in Pirna ist ein Dauerthema – meist eins, das mit Ärger verbunden ist. Besonders hoch ist der Bedarf an Plätzen rund um Bahnhof und Busbahnhof. Zu dem Ergebnis kommt auch eine aktuelle Analyse, die das Pirnaer Rathaus beim Pirnaer Ingenieurbüro Ulrich Karsch in Auftrag gegeben hatte. In dessen Erhebung wurde festgestellt, dass an Werktagen ein zusätzlicher Bedarf von 238 Stellplätzen besteht. Bei der Auswertung des momentanen Zustands ließ sich demnach erkennen, dass der P+R-Platz am Bahnhof regelmäßig bereits gegen 6.30 Uhr an seine Kapazitätsgrenze stößt. Nicht viel anders sieht es auf dem ebenfalls kostenlosen öffentlichen Parkplatz an der Landestalsperrenverwaltung aus. Auch hier sind die Parkplätze laut der Studie noch vor 8 Uhr vollständig gefüllt. Nur zwei Drittel der Parkenden seien hier allerdings klassische P+R-Nutzer. Der Rest seien Berufsschüler und Personen, die in der Innenstadt arbeiteten.

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Der freie Parkplatz zwischen Landestalsperrenverwaltung und Busbahnhof wird gerne genutzt. Er ist kostenlos und günstig gelegen. Allerdings ist er meist um 8Uhr schon dicht, und das wilde Parken fördert die Gefahr von Schrammen und Beulen. Die Stadt möcht
Der freie Parkplatz zwischen Landestalsperrenverwaltung und Busbahnhof wird gerne genutzt. Er ist kostenlos und günstig gelegen. Allerdings ist er meist um 8Uhr schon dicht, und das wilde Parken fördert die Gefahr von Schrammen und Beulen. Die Stadt möcht

Spätestens 8 Uhr ist alles dicht

Die Stadtverwaltung, die erst im Frühjahr den Platz zwischen Landestalsperrenverwaltung und Busbahnhof zum Parken freigegeben hatte, hat deshalb inzwischen schon wieder neue Pläne mit dem Areal. Um die Stellplatzkapazität zu maximieren, empfiehlt das Rathaus, an dieser Stelle ein Parkhaus zu errichten. Gemäß des rechtskräftigen Bebauungsplans „Bahnhofsgelände“ ist für das Grundstück auch eine Bebauung mit einem mehrgeschossigen Parkdeck/-haus möglich. Auch hier hat das Ingenieurbüro von Ulrich Karsch die Möglichkeiten untersucht. Zwei Varianten standen zur Auswahl. Zum einen ein Parkhaus mit sogenannten Halbrampen und eines mit Vollrampen. Wesentlicher Unterschied ist – wie der Name schon sagt – die Länge und Anordnung der Rampen. Bei Vollrampen wäre die Rampe länger und die Geschosse wären eben. Von Nachteil sind hier allerdings Sackgassen im Zuge der Fahrgassen, die zu Rangierfahrten führen können. Halbrampen dagegen sind kürzer. Dafür sind pro Geschoss zwei Halbebenen nötig und auch jeweils zwei Rampen. Beispiel für ein solches Gebäude mit Halbrampen ist das Parkhaus „Altstadt“ an der Grohmannstraße. Das Ingenieurbüro kommt bei seiner Abwägung aller Vor- und Nachteile zum Schluss, dass ein Parkhaus mit Halbrampen auch für den Neubau die bessere Alternative wäre.

Die Pirnaer Stadtverwaltung folgt dieser Auffassung. Angedacht sind drei Geschosse, die auf das Erdgeschoss mit Untergeschoss aufgesetzt werden. Möglich wäre dabei auch, selbst die Dachterrasse noch als Abstellfläche zu nutzen. Das würde allerdings höhere Unterhaltungskosten nach sich ziehen, da Witterungseinflüsse hier wesentlich stärker zum Tragen kämen. Insgesamt könnten so Plätze für 335 Fahrzeuge geschaffen werden, ohne Terrasse wären es immer noch 296. Der errechnete Bedarf wäre also bestens gedeckt.

Völlig offen ist noch, wie ein solches Parkhaus finanziert werden soll. Die vorhandenen in der Stadt sind alle privat geführt, die Nutzung kostet Geld. Bei dem am Bahnhof soll das aber anders sein. Noch handele es sich bei den jetzigen Plänen um eine Studie, heißt es aus dem Rathaus. Es sei vorerst darum gegangen, den Bedarf zu ermitteln. Jetzt spreche man mit möglichen Kooperationspartnern, etwa der OVPS, und klopfe Fördermöglichkeiten ab. Ziel sei es, Pendlern den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr zu erleichtern.