SZ +
Merken

Stadt will schnelle Lösung für Jugendklub

Nach Rückzug des ASB und heftigen Diskussionen im Ortschaftsrat, macht die Stadt den Jugendlichen in Hagenwerder Hoffnung.

Teilen
Folgen

Von Daniela Pfeiffer

Regelrecht am Pranger stand ASB-Vertreter Henri Burkhardt am Dienstagabend im Ortschaftsrat Hagenwerder. Die Zukunft des Jugendklubs stand auf der Tagesordnung. Der ASB hatte kurz zuvor bekannt gegeben, sich aus der Jugendarbeit im Jugendklub Hagenwerder-Tauchritz zum 31. Dezember zurückzuziehen. Das Gebäude geht nun an die Stadt Görlitz zurück, der das Haus auf der Berzdorfer Straße gehört.

Grund für die Kündigung sind Mittelkürzungen: Die Stelle für einen ASB-Sozialarbeiter, der die Jugendlichen betreut, ist nicht mehr finanzierbar. „Die Förderung dafür ist uns immer mehr gekürzt worden“, so Henri Burkhardt.

Vor allem, dass alles so kurzfristig geschah, gefiel dem Ortschaftsrat gar nicht. Warum man die jungen Leuten nicht ordentlich auf den Rückzug vorbereitet habe anstatt sie nun im Regen stehen zu lassen, wollte man wissen. „Bei uns ist schon genug zugemacht worden“, schimpfte Ratsmitglied Dietmar Gerlach. „Wir müssen einen Weg finden, am 31. Dezember nicht zu schließen, sondern das vielleicht um ein, zwei Monate zu verschieben.“ Das sahen auch die anderen Räte so. Es sei wichtig, Zeit zu gewinnen, damit in Ruhe nach einer vernünftigen Lösung gesucht werden könne.

Eine stellten zwei der Jugendlichen dem Rat selbst vor: „Wir wollen einen Verein gründen und uns in das Gebäude einmieten“, sagte Raik Mönnich vom Jugendklub. Probleme dabei könnten aber die Kürze der Zeit und die fehlenden finanziellen Mittel sein. Schließlich müsste man dann Betriebskosten und Miete an die Stadt zahlen.

Von hier kam gestern ein positives Signal. Vielleicht noch nicht bis 31.Dezember, aber dennoch schnell soll eine Lösung her. „Wir wollen, dass der Jugendklub in Hagenwerder weiter in der bisherigen Art und Weise genutzt wird“, sagte Oberbürgermeister Joachim Paulick gestern der SZ. „Das Haus ist schließlich zu diesem Zweck saniert worden. Wir haben die Jugendarbeit bisher gefördert und werden das auch weiter tun. Über den Umfang muss noch entschieden werden.“

Ganz ohne Miete werde es zwar nicht gehen, aber über die Höhe lasse die Stadt mit sich reden. „Wir sind zudem im Gespräch mit anderen Vereinen aus Hagenwerder, um in diesem Gebäude die Jugendarbeit zu konzentrieren“, so Paulick. Er fordert die Jugendlichen um Raik Mönnich aber auch heraus. „Es gibt Möglichkeiten, an Geld zu kommen, zum Beispiel über Projektförderung. Da sollten sich die jungen Leute etwas einfallen lassen“, sagte er.

Ganz zurückziehen wird sich auch der ASB in Zukunft nicht. Der Rückzug gelte nur für die offene, nicht aber für die verbandliche Jugendarbeit, betonte Henri Burkhardt. Spezielle Sachen wie etwa eine Ersthelfer-Gruppe werde der Verband fachlich unterstützen. Raik Mönnich und Pierre Breitkopf wollen beim ASB nun eine entsprechende Ausbildung machen und dann eine solche Gruppe leiten.