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Stadt will sich in Streit um Stausee nicht einmischen

Großröhrsdorf/Wallroda. Der Streit um den Stausee Wallroda sorgte am Montagabend in der Sitzung des Stadtrats Großröhrsdorf für dicke Luft. Die Betreiber des Campingplatzes Luxoase in Kleinröhrsdorf, Dagmar und Thomas Lux, haben vor kurzem den See von der Talsperrenverwaltung gepachtet.

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Von Iris Hellmann

Großröhrsdorf/Wallroda. Der Streit um den Stausee Wallroda sorgte am Montagabend in der Sitzung des Stadtrats Großröhrsdorf für dicke Luft. Die Betreiber des Campingplatzes Luxoase in Kleinröhrsdorf, Dagmar und Thomas Lux, haben vor kurzem den See von der Talsperrenverwaltung gepachtet. Der Großröhrsdorfer Stadtrat hat nun einen Antrag der Bürgerinitiative Gegenwind (BIGW) und SPD mehrheitlich abgelehnt, in dem unter anderem gefordert worden war, dass sich die Bürgermeisterin aktiv in die Verhandlungen zur Regelung der künftigen Verhältnisse am Stausee einbringen sollte.

„Wir wollen, dass allen Bürgern der freie Zugang zum Stausee auch in Zukunft gewährleistet wird“, erklärte Günter Hutschalik von der BIGW und verlangte dafür eine schriftliche Erklärung der Luxoase. Er warf Großröhrsdorfs Bürgermeisterin Kerstin Ternes (parteilos) „Versagen durch Untätigkeit“ vor. Kerstin Ternes dagegen betonte, dass es keine rechtliche Grundlage gebe, sich von Seiten der Verwaltung in die privatrechtlichen Angelegenheiten Dritter einzumischen. Freiwillige Gespräche zwischen Stadtverwaltung und Luxoase habe es jedoch schon seit langem gegeben. Die Gerüchte, Familie Lux wolle den Stausee einzäunen, könne man nicht nachvollziehen. „Laut dem Sächsischen Naturschutzgesetz ist das Betreten der freien Landschaft zum Zwecke der Erholung zu gewährleisten“, so Kerstin Ternes. Auch die CDU-Fraktion stand dem Antrag ablehnend gegenüber. „Ihre Unterstellungen sind reine Spekulation. Sie blasen einen riesengroßen Luftballon auf“, kommentierte Stadtrat Dietrich Krause (CDU) in Richtung der BIGW und hob hervor, dass die Familie Lux einen Campingplatz internationalen Ranges aufgebaut habe. Auch Stadtrat Johannes Leipold (CDU), ehemaliger Bürgermeister von Kleinröhrsdorf, war empört. „Wir sind froh, dass ein Investor gekommen ist“, sagte Leipold und versicherte: „Es wird sich überhaupt nichts verändern oder verschlechtern.“ Bei der namentlichen Abstimmung wurde der Antrag schließlich mehrheitlich abgelehnt. Als Zuschauer waren übrigens beide „Parteien“ anwesend. Sowohl Dagmar und Thomas Lux als auch Vertreter vom Anglerverein Radeberg und vom Verein Landschaftsschutz Kirchberg verfolgten die Debatte – und hätten wohl am liebsten selbst mit eingegriffen. „Die, die es besser wissen, werden nicht gefragt“, empörte sich Bernd Laqua vom Anglerverein Radeberg. Thomas Lux wollte keine Stellungnahme abgeben. Spätestens am 10. Juli werden sich alle Beteiligten wohl wieder begegnen. Auf Anregung des hiesigen CDU-Bundestagsabgeordneten Henry Nitzsche soll dann eine für alle annehmbare Lösung gefunden werden.