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Stadt will unangemeldete Hunde aufspüren

Offiziell gemeldet sind in der Stadt Zittau und den Ortsteilen rund 860 Hunden. Dass es aber weitaus mehr sind, davon geht die Stadtverwaltung aus. Gut 200 Hunde leben nach ihrer Schätzung „schwarz“ in der Stadt.

© SZ Thomas Knorr

Offiziell gemeldet sind in der Stadt Zittau und den Ortsteilen rund 860 Hunden. Dass es aber weitaus mehr sind, davon geht die Stadtverwaltung aus. Gut 200 Hunde leben nach ihrer Schätzung „schwarz“ in der Stadt. Johannes Nietsch hat seinen Hund immer vorschriftsmäßig angemeldet. Heute besitzt der Pethauer Ortsbürgermeister allerdings keinen Vierbeiner mehr. „Er war krank und deshalb mussten wir ihn einschläfern lassen“, erzählt er.

Als wir den Hund angeschafft haben, lag die Steuer bei 35 Euro. Jetzt ist sie doppelt so hoch. Bei der Eingemeindung nach Zittau wurde auch mit der niedrigeren Hundesteuer der Stadt geworben, nun ist sie höher als in Hirschfelde. Das ist für mich ein Vert
Als wir den Hund angeschafft haben, lag die Steuer bei 35 Euro. Jetzt ist sie doppelt so hoch. Bei der Eingemeindung nach Zittau wurde auch mit der niedrigeren Hundesteuer der Stadt geworben, nun ist sie höher als in Hirschfelde. Das ist für mich ein Vert © SZ Thomas Knorr
Als Hundehalterin muss ich mich schon fragen, was man bei dieser Steuer für eine Gegenleistung bekommt. In der Stadt wurden ja Hundetoiletten aufgestellt, aber wir hier haben unseren Garten und fahren nicht kilometerweit, um die Hundetoiletten in der Stad
Als Hundehalterin muss ich mich schon fragen, was man bei dieser Steuer für eine Gegenleistung bekommt. In der Stadt wurden ja Hundetoiletten aufgestellt, aber wir hier haben unseren Garten und fahren nicht kilometerweit, um die Hundetoiletten in der Stad © SZ Thomas Knorr

Zuvor hatte er seinen Hund mindestens zweimal am Tag frei auf dem Gelände der Gärtnerei laufen lassen. „Er hat jede Veränderung mit Bellen angezeigt“, berichtet der Gärtnermeister. Kurz nachdem das Tier eingeschläfert werden musste, wurde in drei Einfamilienhäuser neben der Gärtnerei eingebrochen. „Mit unserem Hund wäre das sicher nicht passiert“, meint Nietsch. Deshalb forderte er nun, dass für alle Hunde, die an Außenbereiche angrenzende Grundstücke bewachen, nur die halbe Hundesteuer fällig wird. In anderen Ortsteilen stieß diese Initiative auf Zustimmung. Sogar die Stadtverwaltung hatte sich dem Vorschlag angeschlossen. Die Zittauer Stadträte nahmen am Donnerstag allerdings Abstand davon. Sie lehnten eine entsprechende Ermäßigung nach intensiver Diskussion ab. Auch der Antrag der Linken, Hundebesitzern, die am Existenzminimum leben, die Steuer zu reduzieren, wurde abgeschmettert.

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Gleichzeitig beschlossen die Räte die Erhöhung der Hundesteuer. Der erste Vierbeiner kostet ab kommenden Jahr 70 statt 50 Euro. Die Hälfte müssen Halter von Wachhunden bezahlen. Diese Regelung gab es schon in der bisherigen Hundesteuersatzung. Als Wachhunde gelten aber nur Vierbeiner, die ausgebildet wurden und eine offizielle Prüfung abgelegt haben. Ortsbürgermeister Nietsch gab zu bedenken, dass dies Zeit und Geld kostet. Genauso denkt auch die Schlegler Hundehalterin Konstanze Grunert. „Es kostet viel Geld und man muss Mitglied im Hundeverein sein.“ Die Stadträte konnte sie mit diesen Argumenten aber nicht überzeugen. „Wenn jemand nicht die Zeit hat, seinen Hund abzurichten, dann muss er halt die 50 Prozent drauflegen“, findet beispielsweise CDU-Fraktionschef Andreas Johne.

Und dies werden in Zukunft noch mehr Hundebesitzer tun müssen als bisher. Denn die Stadt will die zahlreichen unangemeldeten Hunde aufspüren. Sämtliche Haushalte im Stadtgebiet werden deshalb in den nächsten Tagen durch Mitarbeiter der Firma Adler Kommunal Service Deutschland GmbH aufgesucht. Sie erfasst im Auftrag der Stadt den städtischen Hundebestand. Beginnen wird die Erfassung am nächsten Montag.

„Falls nicht gemeldete Hunde festgestellt werden, müssen die betroffenen Hundehalter mit einer Steuernachzahlung rechnen“, sagt Pressesprecherin Ines Hirt. In Einzelfällen können Bußgelder von bis zu 300 Euro festgelegt werden. Deshalb rät die Stadt allen Hundebesitzern, die ihren Vierbeiner nicht angemeldet haben, sich schnell zu melden. Auf ein Wort