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Stadtbad wird teuer saniert

Die Sanierung des Freibades ist beschlossen. Andere geplante Bauprojekte für 2014 werden dafür verschoben.

Von Antje Stork

Fast 50 Leisniger verfolgten am Donnerstagabend dem Beschluss der Stadträte zur Sanierung ihres Freibades. Allerdings müssen dafür erst einmal andere Bauprojekte aus dem Städtebaulichen Denkmalschutzprogramm und dem Programm Aktive Stadt- und Ortsteilzentren auf Eis gelegt werden. Trotz der finanziellen Zwänge und der angespannten Haushaltssituation haben sich viele Bürger und letztendlich auch mehrheitlich der Stadtrat für die Sanierung des maroden Freibades ausgesprochen. Das öffentliche Interesse an diesem Thema ist so groß wie lange nicht mehr an einer städtischen Angelegenheit.

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Neben dem Finanzierungs- und Betreiberkonzept wurde in der jüngsten Stadtratssitzung auch die bauliche Variante beschlossen. Nach dieser verringert sich das Wasservolumen um reichlich die Hälfte auf 675 Kubikmeter. Das spart Betriebskosten. Zwei 50-Meter-Bahnen sowie drei 25-Meter-Bahnen bleiben erhalten. Ein Ein-Meter- sowie ein Drei-Meter-Sprungturm und eine zehn Meter lange Breitrutsche sollen neu gebaut werden. Das geplante Edelstahlbecken ist in der Anschaffung zwar teurer als beispielsweise ein Folie- oder glasfaserverstärktes Kunststoffbecken, allerdings sei dieses nach Erfahrung anderer Badbetreiber günstiger in der Unterhaltung und der Pflege. Ein Teil der technischen Anlage wie Pumpen wird teilweise am Schwimmbecken integriert. Der Nichtschwimmerbereich schließt sich im großen Becken an den Schwimmerbereich an, das bisherige kleine Becken wird zugeschüttet. Das Planschbecken für die kleinsten Badegäste soll aber erhalten bleiben.

50 000 Euro Spenden notwendig

Für die baulichen Maßnahmen im ersten Bauabschnitt sind Gesamtkosten von rund 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Ein Drittel davon muss die Kommune selbst stemmen. Insgesamt 375 000 Euro wurden im Haushaltsplan 2013 für die Finanzplanung 2014 bereits eingestellt. Über verschiedene Spendenaktionen soll die gegründete Bürgerinitiative etwa 50 000 Euro einwerben. „Keine leichte Aufgabe“, sagt Mandy Thieme von der Bürgerinitiative. Denn die Zeit drängt. „Wir werden gleich am Wochenende auf dem Weihnachtsmarkt damit beginnen, Spendengelder zu sammeln“, sagt sie. „Das Spendenkonto der Stadt und das Formular, über das der Spendenbescheid beantragt werden kann, sind ebenfalls schon auf unserer Website hinterlegt.“

Es bleibt aber immer noch ein Differenzbetrag. Dieser soll schuldenfrei abgedeckt und durch die Zurückstellung von bereits geplante Baumaßnahmen der Stadtsanierung finanziert werden. Insgesamt vier Bauvorhaben mit einem Kostenaufwand in Höhe von 93 000 Euro – die Stützwand Belvedere, die Poststraße sowie die Neugasse und die Maßnahme Chemnitzer Straße 11 – werden dafür verschoben. „Es handelt sich dabei lediglich um eine Rückstellung“, betont Bauamtsleiter Thomas Schröder. „Die Bauprojekte werden nicht gestrichen, sondern lediglich zeitlich verschoben.“ Je nachdem, wie hoch der eingeworbene Spendenbetrag ist, können die Bauvorhaben in die eine oder andere Richtung angepasst werden. Das bedeutet: Kommen 50 000 Euro an Spenden nicht zusammen, müssen weitere städtebauliche Maßnahmen zurückgestellt werden. Übersteigt die Spendensumme die Erwartungen, könnten die Projekte vorbehaltlich der gesicherten Gesamtfinanzierung planmäßig erfolgen. Dieser detaillierte Finanzierungsplan kann allerdings erst nach Zustimmung der Rechtsaufsichtsbehörde des Landkreises Mittelsachsen und der Zustimmung der Sächsischen Aufbaubank umgesetzt werden.

Oewa übernimmt vorerst Badbetrieb

Für den Badbetrieb nach der Sanierung hat die Stadt die Oewa Bädergesellschaft Leipzig ins Boot geholt. Das Unternehmen ist kein unbeschriebenes Blatt in der Branche. Es ist am Betrieb zahlreicher Bäder in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, wie beispielsweise dem Muldentalbad Kleinbothen (Grimma) und dem Freibad Geithain, beteiligt. Ab der Saison 2015 wird die Gesellschaft für zwei Jahre die Wassertechnik unterhalten und für eine entsprechende Badewasserqualität sorgen. Die dabei anfallenden Aufwände für Personal und Material werden erfasst und gegenüber der Stadt abgerechnet. Mit diesem Betreiberkonzept will die Stadt die Ausgaben zum Betrieb des Bades auf ein Minimum reduzieren. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die Betreiberkosten pro Badsaison bei 50 000 Euro liegen. Die Folgekosten wie Abschreibung sind darin allerdings noch nicht enthalten. Im Vergleich zum städtischen Badbetrieb könnten mit diesem Betreiberkonzept etwa 100 000 Euro eingespart werden. Nach den zwei Jahren soll hierfür eine neue Ausschreibung erfolgen.

Die gewerbliche Nutzung des Sozialtraktes wird allerdings an einen anderen Betreiber übergeben. Die bereits bestehenden Räumlichkeiten dafür sollen für Umkleideräume, Sanitäranlagen und einen Sanitätsraum genutzt werden. Außerdem gehört die Badaufsicht durch Bademeister sowie die Pflege der Außenanlage zu diesen Aufgaben. Für die Aufsicht und Pflege des Bades erhält der Betreiber die Einnahmen durch die Eintrittsgelder. Die Preise dafür legt allerdings die Stadt fest. „Es wird sich dabei um moderate Preise handeln“, sagt Bürgermeister Tobias Goth (CDU).

www.fv-freiba-leisnig.de