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Endspurt in der neuen Bibliothek

Eines der aktuell größten Bauvorhaben in Ebersbach-Neugersdorf steht vor dem Abschluss. Um ein besonderes Detail wurde lange diskutiert.

Bibliotheksleiterin Katja Hieke und Azubi Maurice Nesdropa zeigen, wo in der neuen Stadtbibliothek eine Blockstube gebaut werden soll.
Bibliotheksleiterin Katja Hieke und Azubi Maurice Nesdropa zeigen, wo in der neuen Stadtbibliothek eine Blockstube gebaut werden soll. © Matthias Weber/photoweber.de

Die Supermarkt-Vergangenheit ist durchaus noch zu erkennen. Ein riesiger Raum, ein paar Säulen und jede Menge Kartons - so sieht es im Moment in der neuen Stadtbibliothek von Ebersbach-Neugersdorf aus. Ein ehemaliger Discounter am Hofeweg in Ebersbach ist umgebaut worden, damit die Stadtbibliothek hier einziehen kann. Es ist eines der größten Vorhaben der Stadt in der letzten Zeit gewesen. 

Jetzt gibt es eine gute Nachricht für das Bauprojekt: Das Geld für die Blockstube ist gesichert. Denn in der Bücherei soll als Besonderheit eine original Umgebinde-Blockstube aus einem Ebersbacher Umgebindehaus eingebaut werden. Sie soll künftig als Schmöker-Ecke mit besonderem Charme dienen. Die Idee gab es seit Beginn der Bauarbeiten an der neuen Bibliothek, wie das finanziert werden kann, war aber lange nicht klar. Es sprengte den Kostenrahmen für das Vorhaben. Deshalb wurde sogar im Stadtrat darüber diskutiert, das besondere Detail wegzulassen. 

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Interesse wecken fürs Umgebinde

Jetzt gibt es Geld aus dem Soforthilfeprogramm „Vor Ort für alle“. Das Programm hat der Deutsche Bibliotheksverband aufgelegt. Er fördert damit in diesem Jahr bundesweit zeitgemäße Bibliothekskonzepte in Kommunen mit bis zu 20.000 Einwohnern. Nun unterstützt er auch die Finanzierung für den Aufbau der Umgebindehaus-Blockstube. So bekommt die Blockstube eines Abrisshauses noch einmal ein neues Leben. Das unbewohnte Häuschen steht direkt an der Spree und wird abgebaut, um eine Überflutungsfläche zu schaffen, die umliegende Häuser vor Hochwasser schützen soll. "Jetzt kann die alte Blockstube für alle Einwohner des Ortes und der Umgebung sichtbar und nutzbar gemacht werden", so Bürgermeisterin Verena Hergenröder. 

Das ist zudem etwas völlig Einmaliges. Eine öffentlich zugängliche Umgebindehaus-Blockstube in einer Bibliothek gibt es noch nicht, so die Bürgermeisterin.  In den Umgebindebögen wird künftig der Bestand an Regionalliteratur stehen – ähnlich wie in den originalen Häusern das Holz gelagert wird. Das soll auch das Interesse für die einzigartige Architektur der Oberlausitz wecken. Veranstaltungen, Projekte und Ausstellungen zum Thema Umgebinde werden im Angebot sein. "Da die Stadt Ebersbach-Neugersdorf an der Oberlausitzer Umgebindehausstraße liegt, wird es immer wieder neue Synergien und Ideen geben", so die Bürgermeisterin. 

Derzeit wird mit Hochdruck auf der Bibliotheksbaustelle gearbeitet, berichtet Frau Hergenröder. Elektriker, Maler, Tischler und Fußbodenleger geben dem Haus den letzten Schliff. Umfangreich werden auch noch einmal die anstehenden Dacharbeiten sowie die Erneuerung der Fassade am kompletten Haus. Seit Mitte Juli ist die Bibliothek wegen des Umzugs geschlossen. Anfang September soll sie zumindest teilweise in den neuen Räumen wieder für Besucher öffnen können. 

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