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Stadtbibo in Radebeul-Ost wird verschönert

Ab Mitte September 2020 ist die Bücherei im Kultur-Bahnhof für drei Wochen geschlossen. Im Innenbereich wird sich einiges ändern.

Das bisherige Regalsystem hat nach 18 Jahren ausgedient. Die neuen Bücherregale sind mit Rollen ausgestattet. Damit können sie für Veranstaltungen zur Seite geschoben werden.
Das bisherige Regalsystem hat nach 18 Jahren ausgedient. Die neuen Bücherregale sind mit Rollen ausgestattet. Damit können sie für Veranstaltungen zur Seite geschoben werden. © Norbert Millauer

Radebeul. Alles neu macht der Mai, sagt ein bekanntes Sprichwort. Bei der Stadtbibliothek Radebeul-Ost ist es der September. Denn in den Innenräumen ist ein großer Umbau geplant. „Ab dem 14. September bleibt die Stadtbibliothek im Kultur-Bahnhof drei Wochen lang geschlossen“, kündigt Katharina Schmidt an.

Die Bibliotheksleiterin hofft bis dahin auf tatkräftige Unterstützung der vielen Nutzer. Sie müssen zwar beim Umbau nicht mit anpacken, sollen dennoch ihren Beitrag zur Vorbereitung der Arbeiten leisten. Denn bevor die Handwerker das Zepter übernehmen, müssen die Bibliotheksmitarbeiter Tausende Bücher, CDs und Zeitschriften aus den Regalen holen und in Kisten verpacken. 

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Und je mehr Medien die Nutzer zuvor ausleihen und mit nach Hause nehmen, umso weniger Umzugskisten sind zu schleppen. Über 55.000 Druckerzeugnisse und Tonträger verteilen sich auf die beiden Standorte in Ost und West. Die Bibliothek am Ledenweg in Niederlößnitz bleibt geöffnet.

Seit dem Einzug der Stadtbibliothek in den Kultur-Bahnhof im Jahr 2002 stehen die jetzigen Möbel von Regalen, Tischen und Stühlen über Sitzgarnituren bis hin zu den Arbeitsplätzen der Mitarbeiter am Tresen dort. „Sie sind nicht mehr praktikabel“, meint Schmidt. Vor allem sind die Bücherregale sehr schwer. Deshalb wird das Mobiliar komplett ausgetauscht.

„Alle neuen Regale haben Rollen“, sagt Schmidt. Damit können sie künftig bewegt und bei Bedarf zusammengeschoben werden. „Das bietet uns ganz andere Möglichkeiten, die Bibliothek als Veranstaltungsort zu bespielen“, so Schmidt.

„Wir möchten die Bibliothek attraktiver machen“, sagt die Leiterin. Die Theke für Ausleihe und Rückgabe bekommt einen neuen Standort. Um in Büchern zu schmökern, Zeitung und Zeitschriften zu lesen oder sich auf einen Kaffee oder Tee mit Freunden und Bekannten in der Bücherei zu treffen, lässt sie für die Besucher neue und gemütliche Sitzecken schaffen. Die Jugend bekommt ihren ganz eigenen Bereich, wo sie sich auch mal zurückziehen oder am Tischkicker spielen kann. Des Weiteren soll die Krimi-Ecke einen viel größeren Platz bekommen. 

Rund 56.600 Euro kosten die neuen Möbel. Über die Hälfte der Kosten werden aus dem Fördertopf „Investitionen/Investive Verstärkungsmittel“ des Kulturraums Meißen - Sächsische Schweiz-Osterzgebirge im Verbund mit dem Freistaat Sachsen bezuschusst.

Der Umbau ist Bestandteil einer Zukunftsstrategie für die beiden Bibliotheken der Lößnitzstadt. Sie sollen sich jeweils zu einem sogenannten Dritten Ort entwickeln. Den Begriff hat der US-amerikanische Soziologe Ray Oldenburg geprägt. Er versteht darunter Bereiche, an denen Menschen, abgesehen von der Familie und der Arbeit (daher die Nummer drei), zusammenkommen, sich austauschen, quatschen, Kultur erleben oder einfach Zeit miteinander verbringen. Oldenburg sieht solche Orte in Cafés, Pubs oder Kaffeehäusern. Zunehmend werden auch öffentliche Büchereien dazugezählt.

Um die Aufenthaltsqualität im Bibliotheksstandort Kultur-Bahnhof zu steigern, wird zunächst der Innenbereich neu gestaltet. Gemeinsam mit der Familieninitiative in Radebeul-West möchte Bibliotheksleiterin Schmidt Angebote von Beratung über Freizeitgestaltung bis hin zum Treffpunkt wie ein Café dort etablieren.

 Zudem ist eine engere Kooperation mit der im Bahnhofsgebäude bereits ansässigen Volkshochschule geplant, die die Bibliotheksräume künftig für Vorträge, Bildungs- und Diskussionsveranstaltungen mit nutzen soll.

Perspektivisch strebt die Stadt auch einen dritten Ort in Radebeul-West an, und zwar im Bahnhofsgebäude Kötzschenbroda. Dort soll die Stadtbibliothek Radebeul-West einziehen. Dem privaten Eigentümer des Bahnhofs hat die Verwaltung Ende vorigen Jahres ein entsprechendes Raumkonzept überreicht.

 Der Besitzer sollte daraufhin eine Machbarkeitsstudie vorlegen, wie die Bücherei nach einer Sanierung des Gebäudes darin Platz finden kann. Jedoch herrscht Stillstand. Der Rathausspitze liegt bis jetzt keine Rückmeldung des Eigentümers zum Raumkonzept vor.

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