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Die erste Runde mit dem Riesen-Riesenrad

Nach dem City Skyliner steht zum Stadtfest das Wheel of Vision auf dem  Postplatz. Ist die Fahrt in 55 Meter Höhe die 7,50 Euro wert? Sehen Sie selbst im SZ-Video.

Ruhe vor dem Ansturm des Stadtfestes: SZ-Redakteurin Kay Haufe testet das Wheel of Vision und erfährt von einem überraschenden Angebot.
Ruhe vor dem Ansturm des Stadtfestes: SZ-Redakteurin Kay Haufe testet das Wheel of Vision und erfährt von einem überraschenden Angebot. © Sven Ellger

Langsam schließen sich die Türen der verglasten Kabine, los geht’s nach oben. Die Dresdner Journalisten sind die ersten, die das Riesenrad am Donnerstag testen dürfen, bevor es sich am Freitag ab 18 Uhr für die Stadtfestgäste zu drehen beginnt.

Die Gondel kommt mir seltsam bekannt vor. Doch dazu später. Riesenradbesitzer Oscar Bruch weiß, dass viele Menschen Höhenangst haben, deshalb die geschlossenen Gondeln. Immerhin geht es mit dem Wheel of Vision, wie sein 2004 gebautes Riesenrad heißt, auf 55 Meter hinauf. Und es klappt: Ich empfinde keinerlei Höhenangst. Wem es doch zu hoch ist, kann über einen Knopf in der Kabine signalisieren, dass er aussteigen möchte. Dann wird unten angehalten.

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Blick bis weit in die Sächsische Schweiz

Nach 30 Metern scheinen die Türme von Annenkirche, des World Trade Centers und des Schlosses zum Greifen nah. Wie Ameisen wuseln die Gäste auf der Dachterrasse des Zwingers hin und her. Noch ein Stück höher reicht der Blick bis weit in die Sächsische Schweiz. Ich sehe Dresden wie eine Dampfnudel im tiefen Teller liegen, ringsum von Hügeln umschlossen. Gemächlich und ohne jedes Ruckeln geht es vorwärts, fast fünf Minuten dauert eine Runde. Ganz oben ist Zeit für Fotos. Das Riesenrad hält an, um unten Gäste herein - oder herauszulassen. Doch das Anfahren bemerkt man kaum, so sachte geht es weiter. Gerade ist der höchste Punkt überschritten, da fahren die Gondeln dicht an den Zimmern des Motel One vorbei, Einblicke gratis. Die Hotelgäste werden ihre Vorhänge wohl weit zuziehen müssen.

Fast 15 Minuten sind wir drei Runden lang unterwegs. Die Zeit ist perfekt, um in alle Richtungen schauen und bei Bedarf auch fotografieren zu können. Schön zu sehen, dass das Dach der gerade fertiggestellten alten Oberpostdirektion begrünt ist. Und auch das sonst kaum sichtbare Membrandach des kleinen Schlosshofes macht aus dieser Perspektive eine gute Figur.

Jetzt ist mir klar, woher ich Gondeln kenne: Aus dem Skiurlaub. Riesenradbesitzer Oscar Bruch nickt. „Die Kabinen sind von einem Seilbahnhersteller gebaut.“ 40000 Euro kostet eine mit Klimaanlage und Heizung ausgestattet.

© Sven Ellger

Dresden ist nicht London, und doch erinnert das Wheel of Vision ein bisschen an das Eye of London, wenngleich die Dimensionen von 135 Meter zu 55 doch noch ganz andere sind und wir statt der Themse auf die Elbe blicken.

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Zum Schluss hält Bruch noch eine Überraschung bereit: Verliebte können sich eine VIP-Gondel für Euro eine halbe Stunde lang und für bis zu vier Personen mieten. Abgedunkelte Fenster versprechen Diskretion, Getränke und Snacks können mitgebracht werden. In der Kabine seien schon Dutzende Heiratsanträge gemacht worden, sagt Bruch. „Wir halten so lange an, bis die Dame ja sagt.“ Für die normale Fahrt sind 7,50 Euro fällig, Kinder von vier bis zwölf Jahren zahlen 5 Euro. Ich sage, es lohnt sich, das Geld auszugeben. Selten erlebt man Dresden aus dieser Perspektive.

Geöffnet: Freitag 18 bis 2 Uhr, Samstag 11 bis 2 Uhr, Sonntag 11 bis 22.30 Uhr, das Riesenrad bleibt bis 13. Oktober stehen.

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