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Stadthalle profitiert von Stadtratsdesaster

über die Sanierung von vier Eckpfeilern

Sebastian Beutler

Was geht eigentlich im Görlitzer Rathaus vor sich? Da einigen sich die Partner des „Bündnisses für Görlitz“ im Frühjahr mühsam auf einen Wischi-Waschi-Kompromiss zur Stadthalle, bringen ihn auch durch den Stadtrat – und drei Wochen später sagen die Verwaltung und der Technische Ausschuss: Wir machen wieder alles anders. Der Stadthalle kann es recht sein. Endlich passiert etwas. Endlich räumt die Stadt ein, dass die Schäden doch so erheblich sind, wie die Baufachleute es seit Monaten sagen. Endlich wird die Halle vor Schlimmerem bewahrt.

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Für die politischen Kräfte in dieser Stadt aber ist die Art, wie es dazu kam, ein Fiasko. Und das noch vor den Wahlen. Die CDU, die sich gern als Stadthallen-Partei sieht, ist genarrt worden. Mit ihrem ursprünglichen Antrag hätte sie ziemlich auf der Linie des jetzigen Beschlusses gelegen. Aber weil ihr der Mut verloren ging, sie in Nibelungentreue zur Rathausspitze steht, knickte sie ein. Was sie sich nicht traute, dafür hat jetzt der Technische Ausschuss eine Stunde benötigt. Bei den Bürgern für Görlitz ist alles noch verheerender. Zwei von ihren drei Mitgliedern im Technischen Ausschuss blieben auch am Mittwoch der abwartenden Stadtrats-Position treu. Dafür stehen sie jetzt aber als unsichere Kantonisten in Sachen Stadthalle da. Einen Eindruck, den die Spitze der Wählervereinigung rechtzeitig vor der Wahl ausmerzen wollte. Und die Linkspartei, die so gern gegen die Stadthalle im Stadtrat wettert, wenn die Kameras des Regionalfernsehens laufen, stimmt im Technischen Ausschuss klammheimlich dafür. Das ist alles ziemlich absurd. Doch selbst Bürgermeister Wieler kann sich nicht freuen: Er steht nun in der Öffentlichkeit da, als würde er die Stadträte schlecht beraten. Ein Desaster ist noch eine fröhliche Umschreibung für das, was geschah.