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Stadtmodell für Blinde

Dank der Hilfe vieler Spender konnte das Geld für das Projekt für Bautzen aufgebracht werden. Die SZ sprach darüber mit Christian Noack vom Blindenverband.

© Uwe Soeder

Am kommenden Freitag stellt ab 16 Uhr der Bildhauer Egbert Broerken im Stadtratssaal seinen Entwurf für ein Blindentastmodell von Bautzen vor. Christian Noack vom Kreisverband der Blinden und Sehbehinderten hat das Projekt initiiert.

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Eine ausgedehnte Fahrradtour ist fabelhaft – wenn sie gut vorbereitet ist.

Herr Noack, das Blindentastmodell ist ja gleichsam Ihr „Baby“, das Sie 2013 auf den Weg gebracht haben. Was empfinden Sie jetzt, wo das Projekt auf einem guten Wege ist?

Ich freue mich schon riesig auf die Einweihung, die im August oder September stattfinden wird. Der Gedanke, dass wir es schaffen werden, hat mich all die Monate trotz gesundheitlicher Probleme hochgehalten. Außerdem bewegt mich ein großes Gefühl der Dankbarkeit für unsere Unterstützer. Das sind zum einen alle Spender, die mit kleineren oder größeren Summen dazu beigetragen haben, dass wir die benötigten rund 30 000 Euro aufbringen konnten. Zum anderen aber auch unsere sehenden Mitstreiter, ohne die es nicht gegangen wäre. Allen voran Jens-Michael Bierke von der Bautzen-Information und Maria Tschanter, die das Faltblatt für die Werbeaktion gestaltet hat.

Wie sind Sie denn überhaupt auf die Idee für ein solches Modell gekommen?

Ich fühle mich als Bautzen-Botschafter und nehme auf meine Reisen immer Prospekte mit. So kam der Kontakt zu Jens-Michael Bierke zustande. Als mir dann in Wien, wo meine Tochter studiert, ein solches Bronze-Modell auffiel und in der Bautzen-Info eine Anfrage von Blinden aus Niedersachsen einging, die wissen wollten, was Bautzen für Sehbehinderte zu bieten hat, kam eines zum anderen. Im Dezember 2013 gab es eine konstituierende Sitzung, bei der die Tourist-Info, die Stadtverwaltung und der Blindenverband sich zusammenfanden, um das Projekt anzuschieben. Der Lions-Club International legte mit seiner Spende vom Neujahrsempfang 2014 in Höhe von 750 Euro den Grundstein für die Finanzierung. Um die Jahreswende 2014/15 kamen noch einmal je 5 000 Euro vom Lions-Club International und vom Lions-Club Lausitz hinzu. Sehr hilfreich waren auch die Fördermittel vom Landratsamt aus dem Projekt „Lieblingsplätze für Behinderte“.

Was erwartet die Besucher der Infoveranstaltung am kommenden Freitag?

Der Künstler Egbert Broerken aus Westfalen, der seit 20 Jahren solche Stadtmodelle für Blinde herstellt und das Patent darauf hat, wird anhand von Bildern erläutern, wie seine Modelle entstehen und auf das Bautzener Modell eingehen. Der Eintritt ist frei, aber über eine Spende wären wir froh.

Wie geht es dann weiter?

Egbert Broerken hat uns zugesagt, dass er bis zum Mai ein Vormodell aus Kunststoff herstellen wird, das dann zwei Wochen lang zur Begutachtung in Bautzen ausgestellt sein wird. Bis zur endgültigen Fertigstellung wird dann von der Stadt anstelle des Hochbeetes vor der Tourist-Information ein Granitsockel aufgestellt, auf dem das Modell Platz finden wird. Übrigens eignet sich ein solches Modell nicht nur für Blinde, sondern ist auch ein toller Treffpunkt für Schüler- und Reisegruppen.

Gespräch: Carmen Schumann

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