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Stadtplaner seid endlich mal mutig

SZ-Lokalchef Peter Redlich über die Varianten zur Bahnhofstraße. Ein Kommentar.

© Norbert Millauer/SZ-Fotomontage

Ich erinnere mich, als die ersten Möglichkeiten zur Planung Bahnhofstraße vorgestellt wurden und es eine Art Abstimmung gab. Etwa 300 Stimmen waren zusammengekommen. Viel zu wenig, um die wirkliche Meinung der Menschen im Viertel wie auch in Radebeul-West wiederzugeben. Zu Wort meldeten sich vor allem jene, die gegen irgendetwas waren.

Jetzt sind wir etwa fünf Jahre weiter. Corona hat es möglich gemacht, dass es plötzlich samstags so etwas wie einen kleinen Markt auf der Bahnhofstraße gibt. Ohne großes Abwägen und Abstimmen. Einfach gemacht. Und wie finden es fast alle? Klasse. Macht das ja weiter, ist von Händlern und vor allem Einkäufern zu hören.

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Also: Das Potenzial für einen Boulevard, eine Mini-Fußgängerzone, ist da. Selbst unter den jetzt widrigen Bedingungen. Wenn es Spaß macht, hier nicht nur zehn Minuten zu halten und schnell was abzuholen, sondern sich wirklich umzuschauen, beraten zu lassen, dann werden hier auch mehr gehaltvolle Geschäfte als bisher dabei sein wollen. Nur, das Angebot muss da sein.

Liebe Stadtplaner, Stadtoberen und Stadträte – schaut doch mal in andere Städte mit Fußgängerboulevard. Gefällt euch das? Etwa in Großenhain. Wenn ja, dann entscheidet auch danach und sucht nicht wieder 100 Kompromisse und Ausflüchte, warum was nicht geht.Freilich muss dann der Parkplatz an der Güterhofstraße fertig sein. Muss dann noch Anlieferung möglich sein, sollten dann noch Patienten – falls doch nicht alle Ärzte ins neue Ärztehaus Güterhofstraße umziehen – in die Praxis gelangen können. Und die Frage, warum die Wilhelm-Eichler-Straße in der Fahrtrichtung umgekehrt werden soll, müsste auch beantwortet werden.

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Liebe Stadtführung, seid mutig. Wenn ihr es in Altkö und in der Hauptstraße in Ost nicht fertig gebracht habt - gönnt wenigstens Radebeul-West eine kleine Erholungszone vom Autoblech in der Bahnhofstraße. Und liebe Mitbewohner: Zeigt den Planern, was ihr wirklich wollt. Und nicht, was ihr nicht wollt und was verhindert werden sollte.

E-Mail an Peter Redlich

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