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Stadträte bekommen Kritik an neuen Müllgebühren zu hören

Heute Abend im Stadtrat will Jens Funke die Beschwerden weitergeben. Auch er selbst ist über die Erhöhung empört.

Von Heike Stumpf

Wer umweltbewusst lebt, gehört offenbar nicht immer zu den Gewinnern, sondern zahlt drauf. Das zumindest sind die Erfahrungen so mancher Verbraucher. Preiserhöhungen beim Trinkwasser werden mit dem Sparverhalten begründet. Jetzt trifft es vermutlich die Mülltrenner. Ab Januar wird einem Kreistagsbeschluss zufolge ein neues Abrechnungssystem bei den Müllgebühren umgesetzt. Besonders das Preismodell für die Entsorgung von Biomüll sorgt bei denjenigen, die die Rechnung bekommen werden, für einen Aufschrei (DA berichtete mehrfach).

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Als Blitzableiter halten auch in diesem Fall die Ortschafts- und Stadträte her. „Ein Einwohner unserer Gemeinde hat mir vorgerechnet, dass er für seine Biotonne bisher 25 Euro im Jahr bezahlt. Künftig sollen es mit der Jahresmiete und den Entleerungen fast 150 Euro sein. Das ist ungeheuerlich“, sagte Jens Funke in der Sitzung des Ortschaftsrates am Dienstagabend. Da kündigte er an, den Sachverhalt heute Abend noch einmal in der Stadtratssitzung vortragen zu wollen. „Das muss öffentlich gemacht werden, wie die Leute hier zur Kasse gebeten werden sollen“, so Funke weiter. Der Niederstriegiser ist mit der Vorgehensweise der kreiseigenen Entsorgungsbetriebe genauso wenig einverstanden wie ein Teil der Bevölkerung. „Sollen das die Vorteile der Kreisreform sein?“, fragte er, ohne eine Antwort darauf zu erwarten.

Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) will und kann Funke nicht verwehren, das Thema in der Ratstagung anzusprechen. „Aber was soll das bringen?“, fragte Lindner skeptisch. Die Kreisräte hätten eine Entscheidung getroffen und an der sei nichts mehr zu rütteln.

So leicht will sich Jens Funke nicht abwimmeln lassen. „Trotzdem sind wir als von den Bürgern gewählte Vertreter doch dafür da, den Bürgern zuzuhören und ihre Sorgen ernst zu nehmen“, so der Niederstriegiser. Steffen Zaspel gibt ihm Recht. Der stellvertretende Chef des Ortschaftsrates hat sich bereits eingehender mit dem neuen Gebührenmodell beschäftigt und ist zu dem Schluss gekommen, dass sich die Müllentsorgung insgesamt durch die Behältermiete verteuern dürfte. Ortschaftsrätin Simone Maul hat für die Beschwerden über die Verteuerung der Müllgebühren nur begrenzt Verständnis: „So günstig wie bei uns ist die Entsorgung von Mülltonnen fast nirgendwo.“