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Stadträte entscheiden jetzt über neue Straßennamen

Alle Vorschläge ihrer Leser hat die SZ im Rathaus abgegeben. Sie werden berücksichtigt. Kurze Namen haben beste Chancen.

© Regina Berger

Von Gabriele Naß

SZ-Leser sind interessierte Leute. Das hat sich einmal mehr nach dem Aufruf der SZ gezeigt, Vorschläge für die beiden neuen Straßen im entstehenden Wohngebiet am Paul-Kegel-Weg zu machen. Über 40 Anregungen gingen ein. Die Redaktion hat sie alle gesammelt, regelmäßig veröffentlicht und vor wenigen Tagen im Rathaus an Ordnungsamtsleiter Tobias Semmer übergeben. Nun haben die Stadträte des Verwaltungsausschusses das Wort. Sie treffen sich morgen Abend im Rathaus, um zu entscheiden, wie die Straßen heißen sollen.

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Von Oberbürgermeister Andreas Erler (CDU) kommt die Vorlage, auf deren Grundlage die Stadträte entscheiden. Darin enthalten sind die Vorschläge der SZ-Leser. Eine Vorauswahl wurde nicht getroffen.

Die SZ hat alle Ideen mit Ordnungsamtsleiter Tobias Semmer diskutiert. Er rät beim Blick auf die lange Liste vor allem dazu, sich zweier kurzer Namen zu bedienen. Semmer: „Die sind am besten, weil tauglich für Navigationsgeräte.“ Solche Straßennamen haben aber auch die Post und der Rettungsdienst lieber. Leser erinnerten zudem schon in ihren Zuschriften daran, dass im neuen Wohngebiet viele Kinder wohnen werden. An sie sollte man denken und auch deshalb kurze Namen wählen, weil sie besser zu merken sind. Lerchenweg oder Finkenweg kämen da gut infrage. Hungerblick aber auch.

Noch lebende Personen sollten ausscheiden, rät Semmer. Sie zu verwenden, sei unüblich. Bei Verstorbenen, deren Name selbstredend infrage käme, müsse aber eine Prüfung des historischen und politischen Hintergrundes der Entscheidung vorausgehen. Gräfe, ehemals Unternehmer in Bischofswerda und Erbauer der Gräfenburg an der Bachstraße, war wegen seiner Mitgliedschaft in der Reformpartei bis zum Lebensende 1917 schon in der SZ-Diskussion umstritten. Bei Straßen, die nach Menschen benannt werden, müsse, so Semmer, bedacht werden, dass der Eindeutigkeit wegen der Vorname dazugehört, ein Doktortitel ebenfalls. Das macht einen Namen länger. Schäferstraße war einer der Favoriten der SZ-Leser. Es müsste, wenn, dann aber Ernst-Schäfer-Straße heißen. Zu lang? Zurück geht dieser Vorschlag auf den Mann, der das Gelände des heutigen Wohngebietes seit den 1950er Jahren landwirtschaftlich nutzte. – Gar nicht mehr genutzt werden sollten Straßennamen, die eine Präposition enthalten, rät der Ordnungsamtsleiter mit Nachdruck. Zu kompliziert. Am Sonnenhang oder An der Eiche beträfe das.

Ausschuss: 8.4., 18 Uhr, kleiner Rathaussaal, offentlich