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Stadträte fordern längeren Radweg

An der Kötzschenbrodaer Straße ist an der Panzerstraße Schluss. Jetzt gibt es Unterschriften, aber auch Schwierigkeiten.

Von Peter Redlich
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Hinter der Panzerstraße ist der Radweg an der Kötzschenbrodaer Straße zuende. Viele Radfahrer weichen auf den Rand des Feldes aus, weil sie sich offenbar auf der Straße nicht sicher fühlen.
Hinter der Panzerstraße ist der Radweg an der Kötzschenbrodaer Straße zuende. Viele Radfahrer weichen auf den Rand des Feldes aus, weil sie sich offenbar auf der Straße nicht sicher fühlen. © Norbert Millauer

Radebeul. Handschriftlich und mit über einem Dutzend Unterschriften hat Stadtrat Wolfgang Jacobi (CDU) jetzt einen Antrag eingereicht. Der Inhalt: Fortführung des Fuß- und Radweges an der Nordseite der Kötzschenbrodaer Straße zwischen Panzerstraße und Friedhof.

Eigentlich hatten die Stadträte vor etwa vier Jahren anders entschieden. Ein Radweg nur zwischen Weintraubenstraße und Panzerstraße und dort eine Querungsinsel für Radfahrer und Fußgänger, um sicher Richtung Elbe zu gelangen. So ist es auch gebaut worden. Damals hieß es zur Begründung: Der Gottesacker-Radweg wird ja noch gebaut, und beim auf der Straße fahren, werden die Radfahrer von den Autos mehr beachtet und seien letztlich so noch sicherer.

Doch die Wirklichkeit ist nicht selten anders als die Planung. Dort, wo der Radweg jetzt endet, ist eine deutliche Fahrrinne zu erkennen, die auf dem Randstreifen und hinter der Gärtnerei auch am Feldrand entlang führt. Radfahrer weichen aus. Fußgänger haben immerhin die Gelegenheit, auf der Südseite sicher zu gehen.

Bis zur Friedhofsmauer am Gottesacker, so ein Antrag, soll der Radweg fortgesetzt werden.
Bis zur Friedhofsmauer am Gottesacker, so ein Antrag, soll der Radweg fortgesetzt werden. © Norbert Millauer

Stadtrat Jacobi begründet seinen Vorstoß auch damit, dass oberhalb des Bordes die Sturzgefahr viel größer sei, als auf einem gesicherten Radweg. Zumal auf dem Feldrand auch geparkt wird. Das Parken auf dem Bankett wollen Jacobi und die mit unterschreibenden Räte verbieten.

Unterschrieben haben beispielsweise Hans Kraske und Eva-Maria Schindler von den Freien Wählern, Eva Oehmichen und Angela Zscheichler (Bürgerforum/Grüne), Thomas Gey (SPD), Daniel Borowitzki (Die Linke) und Matthias Hoffmann und Detlev Spangenberg (AfD). Eva-Maria Schindler möchte den Rad- und Fußweg allerdings auch in Richtung Osten fortgesetzt wissen. Die Stadträtin: „Entlang am Weißen Haus ist es kreuzgefährlich für Fußgänger. Hier muss was getan und nicht immer nur vertröstet werden.“

Echo zum Radwegvorstoß gibt es auch in den sozialen Medien. Thomas Gebsch schreibt: „Wer heute eine neue Straße baut, sollte doch automatisch einen Fahrradweg einplanen.“ Es sei alles andere als angenehm, dort mit dem Rad zu fahren, besonders wenn die Straße als Rennstrecke benutzt werde, schreibt Anne-Christin Luther. Andere entgegnen, dass ja extra deswegen der Gottesacker als Radweg ausgebaut wurde (Martin Klingner) oder man ja auf den Elberadweg ausweichen könne (Mario Platz).

Offenbar gibt es in der CDU-Fraktion, zu der Wolfgang Jacobi gehört, auch unterschiedliche Meinungen. Denn zuerst hatte Jacobi den Antrag im Namen der Fraktion eingereicht – offenbar, ohne den Inhalt abzustimmen. Denn von der Fraktionsspitze, Ulrich Reusch und Jens Baumann, sei der Hinweis gekommen, dass es dazu noch Abstimmungsbedarf gebe, sagte Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos), der den Antrag daraufhin ablehnen musste. Denn die Vorschrift besage, so Müller, ein Antrag muss von einer Fraktion oder mindestens einem Fünftel der Räte kommen.

Letzteres hat Jacobi mit den nachgereichten Unterschriften erreicht. Und der Antrag ist nun auch angenommen. Baubürgermeister Müller auf SZ-Nachfrage: „Jetzt kommt der Antrag auf die Tagesordnung.“ Für die Fortsetzung des Radwegs müsste die Stadt Land bei den Bauern kaufen.

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