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Stadträte wählen sichere Schulbau-Variante

Zur Erweiterung der Zille-Schule Radeburg hatte die CDU-Fraktion einen Teilabriss der Turnhalle ins Spiel gebracht. Der ist nun vom Tisch. Aus gutem Grund.

Der 2007 gebaute Erweiterungsbau (links) soll mit dem erneuten Umbau auf dem Gelände der Radeburger Heinrich-Zille-Oberschule wieder abgerissen werden.
Der 2007 gebaute Erweiterungsbau (links) soll mit dem erneuten Umbau auf dem Gelände der Radeburger Heinrich-Zille-Oberschule wieder abgerissen werden. © Arvid Mueller - Industrie & Pres

Radeburg. So lange und auch kontrovers wird im Radeburger Stadtrat selten öffentlich über ein Thema diskutiert. Doch immerhin geht es bei der geplanten und dringend erforderlichen Erweiterung der Heinrich-Zille-Oberschule um ein Vorhaben, das die nächsten Jahrzehnte Bestand haben soll. Und um eine Investition, die nach den jetzigen Berechnungen 13,5 Millionen Euro kosten soll. Eine Summe, die nach den Erfahrungen der letzten Jahre wohl eher nach oben korrigiert werden muss.

Vorschläge, wo und wie neu gebaut werden soll, kamen in den vergangenen Monaten nicht nur von dem durch die Stadt beauftragten Planungsbüro. Auch einzelne Stadträte und nicht zuletzt die Lehrer, als die künftigen Nutzer, steuerten ganz konkrete Ideen bei. Insgesamt lagen den Stadträten am Ende so elf Varianten zur Entscheidung vor. Eine Gemeinsamkeit hatten alle: den Erhalt des bestehenden Hauptgebäudes.

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Ein Knackpunkt war dagegen, wie mit dem erst 2007 fertiggestellten Gebäude für den WTH-Unterricht verfahren werden soll. Denn das steht nicht nur einigen Erweiterungsvarianten im Weg, sondern entspricht auch nicht mehr den heutigen Erfordernissen. Bleibt es stehen, sind umfangreiche Sanierungen erforderlich. Wird es abgerissen, muss die Stadt Fördermittel zurückzahlen, die sie damals für den Bau des Hauses bekommen hat.

Turnhalle zu klein

Nicht weniger knifflig ist das Problem der alten Turnhalle. Diese ist für die rund 400 Schüler zu klein. Das Gebäude steht allerdings unter Denkmalschutz, weshalb ein Abriss eigentlich nicht infrage kommt. CDU-Stadtrat René Eilke präsentierte in der Februar-Sitzung dennoch eine Variante, die zumindest einen Teilabriss des Denkmalhauses erfordert. Ein Teil der historischen Fassade sollte demnach in einen Neubau an dieser Stelle integriert werden. Nach damaliger Sicht war dieser von der CDU-Fraktion zur Abstimmung eingebrachte Vorschlag der beste, weshalb er die einhellige Zustimmung der Stadträte fand.

Die erhoffte schnelle Antwort der Denkmalbehörde bliebe allerdings aus. Diese wies vielmehr darauf hin, dass es bei der Denkmaleigenschaft des Hauses nicht nur um die Fassade und das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes, sondern auch um das räumliche Empfinden gehe. Vor einer Entscheidung forderte die Behörde daher die Untersuchung von Varianten und Alternativen. Die Verwaltung, die sich noch die Auskunft eines Sachverständigen einholte, und die Mehrheit der Stadträte kamen in der vergangenen Ratssitzung schließlich zu der Ansicht, dass mit einem Festhalten an der im Februar beschlossenen Variante ein Zeitverzug von zwei Jahren eintreten könnte. Wobei eine Entscheidung im Sinne der Stadt eher nicht wahrscheinlich ist.

Alte Turnhalle wird zur Mensa

Aufgegriffen wurde der Vorschlag des Sachverständigen, den am Standort der Turnhalle geplanten Anbau an der gegenüberliegenden Stirnseite des Hauptgebäudes anzuordnen. Nach weiteren Abstimmungen mit Mitgliedern der für die Auswahl des Planungsbüros gebildeten Jury legte SPD-Stadtrat und Schulleiter Michael Ufert schließlich eine von den Lehrern erarbeitete Variante vor, die von Verwaltung, Planer und Jury dem Stadtrat als Ersatz für die im Februar favorisierte Variante vorgeschlagen wurde.

Die alte Turnhalle wird dabei zur Mensa, daneben kommt eine neue Sporthalle mit der Möglichkeit, eine Schuletage darüber zu bauen. Verbunden werden diesen Häuser und das Hauptgebäude durch einen Zwischenbau. An die südöstliche Seite des Haupthauses kommt zudem ein dreistöckiger Neubau.

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Die ULR-Fraktion wollte dieses Variante noch etwas ändern, um so das 2007 gebaute Haus zu erhalten. So müssten die Fördergelder nicht zurückgezahlt werden. Funktional, so gab der Schulleiter zu bedenken, wäre das allerdings die schlechtere Variante. Die Schule wäre dadurch sehr verwinkelt, ein Teil der Räume bekäme wenig Licht und es müssten große Höhenunterschiede ausgeglichen werden. Da die Mensa bei der ULR-Variante in den Anbau sollte würden zudem lange Laufwege entstehen.

Die deutliche Mehrheit der Stadträte stimmte am Ende für den Vorschlag der Lehrer. Auch, weil er ein Bauen in Etappen ermöglicht.

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