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Radwege an der Albertstraße beschlossen 

Der Dresdner Stadtrat stimmte knapp für die Radspuren. Damit ist die Entscheidung vom Frühjahr auf den Kopf gestellt. Es gibt noch Unsicherheit.

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Erst am Dienstagabend gab es auf der Albertstraße eine Fahrrad-Demo
Erst am Dienstagabend gab es auf der Albertstraße eine Fahrrad-Demo © Christian Juppe

Nun also doch. Um 19.17 Uhr war es entschieden: An der Albertstraße in Dresden soll es auf beiden Seiten Radwege geben. Möglichst 2020 sollen die Spuren angelegt werden. Dafür fällt eine Spur für Autos in Richtung Albertplatz weg. Dafür hatten am Dienstagabend etliche Radfahrer demonstriert und den Verkehr bis über die Neustadt hinaus zeitweilig nahezu lahmgelegt. 

Vorausgegangen war eine heftige Debatte unter den Räten. Genauso wie im Frühjahr, als es bereits um dieses Thema ging. Damals aber mit einem anderen Ausgang. Da lehnte die Mehrheit den Plan knapp ab. Jetzt hatten die Grünen einen erneuten Versuch gestartet, weil der Rat über dasselbe Thema frühestens nach einem halben Jahr abstimmen darf. Die Zeit war nun abgelaufen.

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Der Radweg war eines der Wahlkampfthemen und damit auch die Frage, wie sich der Verkehr in Dresden entwickeln soll - pro Auto oder pro Rad. "Diese Frage wurde bei der Stadtratswahl im Mai entschieden", so Grünen-Stadtrat Johannes Lichdi. Aus der gingen die Grünen als stärkste Fraktion hervor. Der Rat ist aber weiterhin gespalten, das zeigte sich auch in der Debatte am Mittwochabend.

"Wir unterstützen keinen Rückbau vorhandener Infrastruktur", sagte etwa FDP-Stadtrat Robert Malorny. Er nannte die Albertstraße "Symbolpolitik", da an anderen Stellen viel dringender Radwege benötigt werden, etwa an der Bautzner Landstraße. Die Albertstraße sei der falsche Platz für Radwege, meinte Torsten Nitzsche (Freie Wähler). Er wolle die täglich rund 4000 Radfahrer lieber über die Sarrasanistraße führen.

Auch die CDU sprach von Alternativen. "Mehr Sicherheit für Radfahrer ist uns wichtig", so Stadtrat Veit Böhm. "Aber wir wollen dort beides, eine vierspurige Straße und Radwege in den Seitenbereichen." Womit wahrscheinlich ebenfalls die Sarrasanistraße gemeint war. Der Rat solle die Ablehnung vom Frühjahr akzeptieren, forderte die AfD.

Nein, es solle endlich umgesetzt werden, was bereits in mehreren Konzepten der Stadt steht und vom Rat bestätigt wurde: der Radweg an der Albertstraße. Das forderte Susanne Krause, die Verkehrsexpertin der Grünen. "Es ist der Lückenschluss der Nord-Süd-Verbindung, von der Neustadt zur Universität", so Vincent Drews (SPD). Und für Autofahrer bringe es quasi keine Nachteile, Radfahrer gewinnen aber zweieinhalb Minuten Zeit, argumentierte Tilo Wirtz (Linke). Das belegt auch ein Gutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben hatte. Schließlich stimmten 36 Stadträte dafür und 33 dagegen.

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Nun muss alles ganz schnell gehen, wenn 2020 gebaut werden soll. Die Stadt kann nur noch an diesem Donnerstag die Fördermittel für das Projekt beim Land beantragen. Dann endet die Frist für 2020. Die Gegner wiesen darauf hin, dass es ja wahrscheinlich eh keine Förderung geben werde. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) hat den Antrag bereits vorbereitet und schickt ihn umgehend ab. Er bestätigte, dass vom Land signalisiert wurde, dass es 2020 keine Förderung für neue Straßenbauprojekte geben werde. "Aber für Radverkehrsanlagen und Fußwege könnte es Geld geben. Da habe ich keine verbindliche Aussage, aber ich gehe davon aus, dass es wird." Der Bau kostet rund 550.000 Euro, 426.920 Euro davon erhofft sich die Stadt vom Land.

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