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Dohnas brenzlige Lage

Brandschutz ist eine heikle Sache. Deshalb nehmen sich die Dohnaer viel Zeit dafür. Die Feuerwehr hofft, dass dem vielen Reden endlich Taten folgen.

Immer öfter ist auch die Dohnaer Feuerwehr bei Verkehrsunfällen im Einsatz.
Immer öfter ist auch die Dohnaer Feuerwehr bei Verkehrsunfällen im Einsatz. © Marko Förster

Stadtwehrleiter Mirko Osterland und sein Stellvertreter Karsten Hose hatten gehofft, es ist das letzte Mal, dass im Stadtrat über den Brandschutzbedarfsplan geredet wird. Seit Monaten wird der Plan im Technischen Ausschuss und Stadtrat diskutiert. Dass etwas passieren muss, ist bei dem Mangel an aktiven Mitgliedern klar. Doch was? 

Die konkreten Vorschläge liegen auf dem Tisch. Jens Werner, Ortsvorsteher in Röhrsdorf, hatte sie im Technischen  Ausschuss vorgestellt und drängte nun noch einmal im Stadtrat. Drei Punkte sind ihm besonders wichtig.

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Das Drei-Punkte-Programm für mehr Brandschutz

  • Zweitmitgliedschaft: Wer in Dohna Mitglied bei der Feuerwehr ist, aber tagsüber außerhalb arbeitet, steht nicht zur Verfügung. Genau so ist es andersherum. Die Lösung ist, Mitglied in zwei Feuerwehren zu sein. Rechtlich möglich, muss das jedoch vor allem mit den Firmen besprochen werden. 
  • Pflicht-Feuerwehr: Dafür können Personen verpflichtet werden. Derzeit gibt es bundesweit drei solche Feuerwehren, keine davon in Mitteldeutschland. Es ist vielleicht die letzte Möglichkeit, dennoch sollten die gesetzlichen Möglichkeiten geprüft werden. Bürgermeister Ralf Müller (CDU) ist nicht scharf darauf, deutschlandweit diesbezüglich eine Vorreiterrolle zu spielen.
  • Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften: Das heißt nicht eine hauptamtliche Feuerwehr, sondern dass städtische Angestellte zum Beispiel im Bauhof oder Stadtverwaltung für die Feuerwehr "verpflichtet" werden. Das sei personalrechtlich jedoch schwer machbar, sagt Müller.

Eigentlich sind sich alle einig, dass es nun höchste Zeit ist, was zu tun. Der Vorstoß von Bürgermeister Müller, das Konzept am Mittwoch zu beschließen, schlug fehl. Sie habe zu wenig Zeit gehabt, sich damit zu beschäftigen, und keine Zeit, an der Sitzung des Ausschusses teilzunehmen, sagte Marlen Hoppe (Linke). Konkrete Anträge kamen dann aber nicht von ihr, was Markus Altmann (CDU) nicht verstand. Osterland und Hose auch nicht so richtig. Sie gingen nach der Sitzung des Stadtrates am Mittwochabend zum Feuerwehrdienst. Zum Stadtrat am 29. Juli soll das Konzept endlich beschlossen werden

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Danach wird auch Jens Werner auf konkrete Termine drängen. Einen hat er schon gefordert: Bis Jahresende soll die Stadtverwaltung die gesetzlichen Möglichkeiten für die Pflichtfeuerwehr vorlegen. Das heißt ja nicht, dass die auch für Dohna kommt, aber Werner will damit zeigen, wie brenzlig die Situation ist. 

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