SZ +
Merken

Stadtrat muss Abwasser teurer machen

Mittwochabend steht eine unschöne Entscheidung an. Ausgerechnet vor Weihnachten.

Teilen
Folgen
© dpa

Von Jens Fritzsche

Radeberg. Dass es ausgerechnet kurz vor Weihnachten sein muss, ärgerte Radebergs OB Gerhard Lemm (SPD) schon in der November-Sitzung des Stadtrats. Denn schon da verwies er darauf, dass die Räte in ihrer Dezember-Sitzung über höhere Abwassergebühren entscheiden müssen. „Kein schönes Weihnachtsgeschenk“, so der OB.

Und überhaupt ärgert er sich, dass diese Erhöhung ansteht. Vor allem, weil die zudem vergleichsweise heftig ausfallen wird. Voraussichtlich 2,50 Euro je Kubikmeter werden ab 2017 zu zahlen sein, bisher sind es 1,63 Euro. Zudem steigen die Kosten für jeden Quadratmeter versiegelter Grundstücksfläche von bisher 0,03 Cent auf dann 0,48 Cent. „Mir war schon vor Jahren klar, dass es irgendwann mal zu diesem drastischen Anstieg kommen wird – und deshalb hätte ich ja auch einen anderen Weg favorisiert, aber der Gesetzgeber verbot ihn“, ist Lemm hörbar sauer. Denn „Schuld“ an der Steigerung sind gesetzlich vorgegebene Absenkungen in den vergangenen Jahren gewesen. Radebergs Abwasserbetrieb hatte in den Jahren 2011 bis 2013 durch Gebühren sozusagen mehr Geld eingenommen, als auszugeben war. Deshalb mussten die Gebühren gesenkt werden, „obwohl klar war, dass wir investieren müssen und dass letztlich die Kosten wieder ansteigen“, so Lemm in der November-Sitzung des Stadtrats. „Ich hätte deshalb die Gebühren am liebsten konstant gelassen, da wäre es nun wohl nur ein leichter Anstieg geworden …“

Am Mittwochabend, ab 18 Uhr, müssen die Räte nun also entscheiden.