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Dresdens Grüne feiern ihren Sieg

Nach der Auszählung fast aller Wahlbezirke liegen die Grünen überraschend vorn. Doch ein Endergebnis gibt es erst später. 

Partystimmung bei den Grünen: Sie feierten ihr Ergebnis im Alten Wettbüro.
Partystimmung bei den Grünen: Sie feierten ihr Ergebnis im Alten Wettbüro. © René Meinig

Es blieb lange ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Zeitweise standen die CDU, die Grünen und die AfD bei der Auszählung der Stadtratswahl am Sonntag in Dresden nur einen halben Prozentpunkt auseinander. Zwischenzeitlich waren Grüne und AfD genau gleichauf. Als 498 von 504 Wahlbezirken gegen 04:30 Uhr nachts ausgezählt waren, wurde abgebrochen. Die  Grünen lagen aber nach der Auszählung fast aller Stimmbezirke mit 20,4 Prozent deutlich vorn, gefolgt von der CDU mit 18,3 und der AfD mit 17,1 Prozent. Das sind deutliche Gewinne für die Grünen und die AfD.

Schon deutlich früher am Abend war klar, dass die SPD mit 8,8 Prozent abgeschlagen sein würde. 2014 hatte sie noch knapp 13 Prozent erreicht. Auch bei den Linken (16,2) zeichneten sich Verluste ab. Bei der letzten Wahl erhielten sie knapp 21 Prozent. Die CDU hatte 2014 noch knapp 28 Prozent erreicht. 

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Das Endergebnis wird frühestens am Dienstag feststehen. „Heute wird nicht weiter ausgezählt“, erklärte Rathaussprecher Kai Schulz am Montagvormittag. Die Wahlhelfer hätten bis tief in die Nacht ausgezählt, weswegen sie am Montag nicht erneut die verbliebenen Stimmzettel auswerten dürfen. Wahrscheinlich geht es am Dienstag weiter.  Bislang fehlen in der Stadt noch sechs auszuzählende Gebiete: Je zwei in den Wahlkreisen 2 und 8 sowie jeweils eins im Wahlkreis 5 und 11. 

Grünen-Fraktionschef Thomas Löser (M): "Als Demokraten müssen wir es schaffen, Dresden nicht der AfD zu überlassen."
Grünen-Fraktionschef Thomas Löser (M): "Als Demokraten müssen wir es schaffen, Dresden nicht der AfD zu überlassen." © René Meinig

"Herzlich willkommen bei der stärksten politischen Kraft in Dresden", empfing Grünen-Stadtrat Torsten Schulze die Gäste auf der Wahlparty im Wettbüro auf der Antonstraße. Die Stimmung dort ist ausgelassen. Es wird gefeiert und getanzt. Solch ein gutes Ergebnis hätte wohl niemand der Feiernden wirklich erwartet. Michael Schmelich schaut allerdings schon etwas nüchterner voraus. "Das ist ein Auftrag", sagt er und man hört auch deutlichen Respekt vor der Aufgabe.

Denn einfacher wird es nicht für die Grünen im Stadtrat. Mit der AfD bekommen sie einen starken Widersacher. "Der Stand der AfD enttäuscht mich", sagt Grünen-Fraktionschef Thomas Löser. "Als Demokraten müssen wir es schaffen, Dresden nicht der AfD zu überlassen." Zehn Parteien werden sich insgesamt auf die 70 Sitze im Stadtrat verteilen.

CDU-Fraktionschef Jan Donhauser hat einer Kooperation mit der AfD bereits eine deutliche Absage erteilt. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hält eine sinnvolle Zusammenarbeit mit der AfD für schwierig. Das mache er an der bisherigen Arbeit der AfD im Stadtrat und an den Kandidaten fest. Künftig werde es schwer werden, Mehrheiten zu finden, so Hilbert.

CDU-Fraktionschef Jan Donhauser will nicht mit der AfD kooperieren.
CDU-Fraktionschef Jan Donhauser will nicht mit der AfD kooperieren. © René Meinig

Deutlich wurde aber, dass die Dresdner diese Wahl als Richtungswahl verstanden. Die Wahlbeteiligung lag mit knapp 68 Prozent viel höher als noch 2014 mit damals 53 Prozent. Nur 1990 waren anteilsmäßig mehr Wahlberechtigte an die Urnen gegangen.

Eine bemerkenswerte Beteiligung. Dennoch hatte es dieser Wahltag in sich und war harte Arbeit für die rund 4.400 Wahlhelfer. Nicht nur, dass sie Menschen beruhigen mussten, die teilweise über eine Stunde vor den Wahllokalen angestanden haben. Der letzte Dresdner Wähler machte erst um kurz vor 19 Uhr seine Kreuze.

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Am Ende dauerte das Auszählen der Stimmen auch deutlich länger als angenommen. Die Zahlen zur Europawahl sollten eigentlich gegen 19 Uhr vorliegen, tatsächlich kamen die letzten Ergebnisse erst kurz nach 23 Uhr. 

Aktuelle Zahlen von der Stadtratswahl finden Sie hier

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