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Weißwasser

Stadtverein Weißwasser ist auch 2020 aktiv

Der Strukturwandel bestimmt künftig die Vereinsarbeit mit. Entsprechend vielschichtig sind Aufgaben und Probleme.

OB Torsten Pötzsch, Sachsens Revierbeauftragter Armin Rohde und Stadtvereins-Chef Frank Schwarzkopf (v.l.n.r.) im Gespräch zur Zukunft des Bahnhofs Weißwasser.
OB Torsten Pötzsch, Sachsens Revierbeauftragter Armin Rohde und Stadtvereins-Chef Frank Schwarzkopf (v.l.n.r.) im Gespräch zur Zukunft des Bahnhofs Weißwasser. © Foto: Sabine Larbig

Von Sabine Larbig

Weißwasser. Am 30. Januar 2003 wurde der Stadtverein Weißwasser gegründet, um das Ansehen der Stadt zu verbessern, ihre Anziehungskraft zu erhöhen und die Stadtentwicklung zu fördern. Jene Dinge also, die vielen Menschen am Herzen liegen, die aber nicht leicht zu schaffen sind. Umso erfreulicher ist es, dass sich im Stadtverein 75 Mitglieder engagieren. Zu ihnen zählen neben Einzelpersonen vor allem Vereine, Verbände, Firmen, Freizeiteinrichtungen und die Stadt Weißwasser. Dem gemeinsamen Engagement unter einem Dach ist es zu verdanken, dass sich Einwohner und Besucher von Weißwasser bei Festen ohne Eintrittsgeld vergnügen und Ausstellungen und Projekte erleben können und es viele Jahre eine Tourismusinformation und ein DB-Servicecenter gab. 

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Auch das Projekt „Kleinstadt gestalten“, über das StadtApp und Kulturbrunch in Weißwasser möglich wurden, ist Verdienst des Stadtvereins. Selbst die Berücksichtigung Weißwassers im 2019 gestarteten Bundesprojekt „Kommunen innovativ“, bei dem es um die Umsetzung von Ideen für Rückzug, Fachkräftegewinnung und Neubelebung von Brachen geht, geht auf den Projektträger Stadtverein zurück. Doch ohne Geld, sprich Mitgliedsbeiträge, Spenden, Einnahmen, Förder- und Projektgelder, kann der Verein weder gute Ideen umsetzen noch schöne Feste ausrichten oder für Bürger wichtige Einrichtungen erhalten. „Wir sind froh, dass es uns gelang, bis Frühjahr die Tourist-Info und bis Jahresende 2019 das DB-Servicecenter im Bahnhof zu betreiben. Letztlich war beides eine finanzielle Frage, sodass wir die Betreibungen aufgaben. Umso erfreulicher, dass sich nun fürs Servicecenter ein Nachfolger fand“, erklärt Vereinsvorsitzender Frank Schwarzkopf, der auch für die Betreibung des Vereinspavillons zuständig ist. „Auch das wird immer schwieriger. Wir sichern es 2020 jedoch durch viel Ehrenamt ab.“

Ob es dagegen künftig noch ein Engagement im Tourismus gibt, ist dagegen unklar. Begonnen wurde damit 2005, als durch Auflösung der touristischen Gebietsgemeinschaft „Muskauer Heide“ die Schließung von Tourist-Infos folgte. In Weißwasser übernahm sie der Stadtverein, der auch Mitglied der „Touristischen Gebietsgemeinschaft Neißeland“ ist, die seither Weißwasser touristisch unterstützt und bewirbt. Durch die Mitgliedschaft profitiert Weißwasser auch finanziell über geförderte Projekte und durch einen geringeren Jahresbeitrag (als ihn die Stadt zahlen müsste). „Wir sind gerne «Wasserträger». Aber wir erwarten von den Stadträten eine klare Aussage, ob der Stadtverein weiter im Namen der Stadt touristisch tätig sein soll oder nicht“, fordert Schwarzkopf. Denn für 2020 stehen auch ein Tourismusprojekt mit der Partnerstadt Żary, Messeauftritte, Broschüren, Aktionen auf dem Plan. Selbst an Karten für die Telemann-Festspiele in Żary kämen Weißwasseraner ohne die Kontakte des Stadtvereins wohl kaum.

Allerdings müsse der Fokus des Vereins, so Schwarzkopf, ab 2020 mehr auf den Interessen der Mitglieder liegen. Dabei reiche das Spektrum vom Co-Veranstalter über Unterstützungen von Aktivitäten wie der Baum-Aktion von Maskottchen Erdi bis zur Zusammenarbeit und Partnerschaft mit Welpenliga, Eissport Weißwasser oder regionalen Kleinunternehmern wie dem Erfinder des „Gnubbels“, der vom Verein mit vermarktet wird.

„Viele Vorhaben im Strukturwandel, wie Sanierung und Neubelebung von Bahnhof, Glasfachschule oder Volkshaus, betreffen ebenfalls unseren Verein direkt oder indirekt. 2020 wird somit ein interessantes Jahr. Außerdem planen wir im Energiebereich innovative Projekte, die allen Bürgern und Unternehmen von Weißwasser zugutekommen. Eigentlich gehen uns die Aufgaben nie aus. Trotzdem werden Verein und Vorstand aus personellen, gesundheitlichen und finanziellen Gründen künftig ruhiger treten“, sagt Frank Schwarzkopf .

Trotzdem sind 2020 im Sozialbereich neue Angebote geplant – beispielsweise für Schwangere oder Reha-Sport. Zudem läuft das Stadtteil-Management-Projekt im Rahmen der ESF-geförderten Stadtentwicklung noch bis kommendes Jahr über den Verein. Prall gefüllt sind auch regionale Kalender mit Veranstaltungen, bei denen der Stadtverein oft Veranstalter oder Unterstützer ist. So wie beim Kasperletheater für Kinder am 23. Januar, beim Konzert am 1. Februar oder dem ostsächsischen Chorwettbewerb im Juni in Weißwasser. Am Laufen sind zudem schon Planungen für den Weihnachtsmarkt und die Maifeier 2020, für die das Programm aus Geld- und Personalgründen schrumpft. „Wir planen, mit Gewerkschaften, Sozialem Netzwerk und Tanzschule Weisse, nur den Seniorentanz und eine 1.-Mai-Veranstaltung und hoffen, es gelingt“, erklärt Schwarzkopf. Gerne würde er samt Verein auch wieder ein Stadtfest in Weißwasser mit veranstalten. „Doch dafür müssen die Rahmenbedingungen und die städtische Unterstützung stimmen.“