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Stadtwald soll mehr Geld bringen

Der geringe Ertrag aus dem kommunalen Wald steht in Stolpen schon lange in der Kritik. Geändert hat sich aber nichts.

Von Anja Weber

Stolpens Stadträte hatten in ihrer Sitzung am Mittwoch über die weitere Bewirtschaftung des kommunalen Waldbestandes zu entscheiden. Damit stand wieder ein „Lieblingsthema“ von Matthias Zumpe (CDU) und Klaus Geißler (FDP) auf der Tagesordnung. Den beiden wirft der Wald der Stadt Stolpen einfach zu wenig Gewinn ab. Angesichts der vielen Investitionen in größere Projekte in den nächsten Jahren wäre das aus ihrer Sicht aber notwendig. Denn jede zusätzliche Einnahmequelle bringt mehr Geld in die Stadtkasse.

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Die Bewirtschaftung der etwa 30 Hektar Fläche liegt in den Händen des Sachsenforsts, Forstbezirk Neustadt. Die Einnahmen und Ausgaben lagen 2014 bei 13 000 Euro. An die drei Hektar Holz wurden im letzten Jahr geerntet. Der Erlös: 436 Euro. Das ist Matthias Zumpe zu wenig.

Man habe zwar kein Minus in der Kasse, doch nennenswerter Gewinn werde auch nicht erzielt. Der müsste etwa 5 000 Euro betragen, damit man eine nachhaltige Pflege hinbekomme. Er zweifelte deshalb die Zahlen an. „Sollte das stimmen, heißt das, dass wir unseren Wald nicht richtig bewirtschaften“, sagt Zumpe. Bürgermeister Uwe Steglich (FDP) versicherte, dass die Stadt die Unterlagen geprüft habe und es nach den Hinweisen auch noch weiter tun werde.

„Es wäre schön, wenn wir vom Holzverkauf auch die Pflege bezahlen könnten“, sagt er. Doch dem ist nicht so, und er habe auch kaum Hoffnung, dass die Waldbewirtschaftung irgendwann einmal mehr Gewinn abwerfe. Doch genau das fordert auch Stadtrat Klaus Geißler. „Wir haben über Jahre ein Minus eingefahren und jetzt gerade Mal ein Plus von 400 Euro. Wir sollten darüber nachdenken, den Wald anders zu bewirtschaften“, sagt er. Die Stadt habe viele Ausgaben. Deshalb sollte man auch mehr auf die Einnahmen achten und das Problem nicht länger vor sich herschieben. Der Bürgermeister warf ein, dass die Bewirtschaftung auch an private Unternehmen ausgeschrieben werden könne. Dass man damit besser komme, zweifelte er allerdings an.

Schon aufgrund des Bestandes käme die Stadt durch Holzeinschlag nicht zu Reichtum, selbst wenn die Holzpreise weiter steigen würden. Damit war die Debatte erst einmal vom Tisch. Mehrheitlich wurde beschlossen, dass auch im Jahr 2015 der kommunale Wald vom Forstbezirk Neustadt bewirtschaftet wird.

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