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Schnelles Internet für weitere Stadtteile

Zunächst wollten die Stadtwerke Görlitz sich nur selbst für die digitale Zukunft rüsten. Doch das Unternehmen änderte seine Strategie.

Im Frühjahr wurden in der Rothenburger Straße in Görlitz Glasfaserkabel verlegt.Hier ist der Kabelgraben bereits wieder teilweise verfüllt.
Im Frühjahr wurden in der Rothenburger Straße in Görlitz Glasfaserkabel verlegt.Hier ist der Kabelgraben bereits wieder teilweise verfüllt. © Görlitzer Gleisbau

Mehrfach bat Michael Freiwerth die Deutsche Telekom um eine vernünftige Anbindung an das Internet. Für den Geschäftsführer der Görlitzer Gleis- und Tiefbau GmbH (GGT)  war das eine seiner wichtigsten Aufgaben, als er im Jahr 2016 die Geschäftsführung der Firma übernahm. Doch es tat sich nichts.  Die Internetanbindung blieb schlecht. 

Für ein mittelständisches Unternehmen wie es der Gleisbau Görlitz ist, sind Datenmengen von sieben MBit im Down- und einem MBit im Upload eine Katastrophe. "Wenn wir beispielsweise E-Mails mit Bild- oder Plananhängen versendeten, war das Internet extrem langsam", erläutert der Geschäftsführer. Der Zufall wollte es, dass er nun ein Ende der langsamen Datengeschwindigkeiten für sein Unternehmen vermelden kann.

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Bedarfsgerechter Ausbau

Die Stadtwerke Görlitz (SWG) verlegen seit 2015 in der Stadt Görlitz bedarfsgerecht Glasfaserkabel für schnelles Internet. "Nicht nur, weil wir erkannt haben, dass Glasfaser das Breitbandnetz der Zukunft ist", erklärt Belinda Brüchner. Die SWG-Sprecherin verweist vielmehr darauf, dass das Unternehmen gezielt von Kunden angesprochen wurde. "Sie wollten nicht nur unsere anderen Leistungen wie Strom oder Gas nutzen, sondern von uns auch schnelles Internet beziehen", erklärt sie. Das  war zum Beispiel  ein Grund, warum die Stadtwerke vor zwei Jahren in der Peterstraße und in der Nikolaistraße in der Görlitzer Altstadt Glasfaserkabel verlegten. 

Auch am Berzdorfer See sowie im Gewerbegebiet Hagenwerder investierten die Stadtwerke, sodass mittlerweile Gewerbetreibende, Firmen, Gesundheitseinrichtungen und Privathaushalte mit SWG-Leitungen in Highspeed-Geschwindigkeit im Internet unterwegs sind.

Weitere Stadtteile werden erschlossen

Nun wird auch der nördliche Teil der Stadt erschlossen. Entlang der Rothenburger Straße und der Birkenallee wird das Glasfaser-Breitbandnetz ausgebaut. Erste Schritte in Richtung Weinhübel, Biesnitz und Rauschwalde sind gemacht,  der weiterführende Ausbau ist in Planung, berichtet die Sprecherin.

Damit nicht Straßen mehrfach aufgerissen werden müssen, werde bei sämtlichen Baumaßnahmen in der Stadt gleich mit überprüft, ob der Bedarf für Glasfaser besteht und ob die Baumaßnahme direkt für eine Mitverlegung des Glasfaserkabels genutzt werden kann. Wie Frau Brüchner weiter informiert, prüfen die Stadtwerke derzeit weitere Möglichkeiten, wie noch mehr Görlitzern schnelles Internet angeboten werden kann - und zwar unabhängig vom eigenen Netzausbau. Welche Möglichkeiten das sind, verrät sie aber noch nicht.

Ohne schnelles Internet geht es heute kaum noch.
Ohne schnelles Internet geht es heute kaum noch. © Oberthür

Viele Leistungen aus einer Hand

Seit fünf Jahren beschäftigen sich die Stadtwerke Görlitz mit dem Ausbau des Glasfasernetzes.  Ursprünglich war das ausschließlich für die Steuerung und Überwachung der eigenen Ver- und Entsorgungsanlagen geplant, um für die Digitalisierung und weiterführende Vernetzung gewappnet zu sein. Doch die Stadtwerke änderten ihre Strategie.

Das Glasfasernetz und die Bereitstellung von schnellem Internet sind für das Unternehmen nun ein weiteres Standbein der Geschäftstätigkeit - wie auch die Versorgung der Kunden mit Strom, Wärme, Gas und Wasser. Das Unternehmen geht sogar noch einen Schritt weiter: Es bietet ganze IT-Rundum-Sorglos-Pakete an. 

Michael Freiwerth, Geschäftsführer der Görlitzer Gleis- und Tiefbau GmbH.
Michael Freiwerth, Geschäftsführer der Görlitzer Gleis- und Tiefbau GmbH. © Gabriela Lachnit

Vom Ausbau profitieren Firmen und Private

Dieses Paket nimmt der Gleisbau-Geschäftsführer in Anspruch und äußert sich auf SZ-Nachfrage sehr zufrieden. "Ich fühle mich von den Stadtwerken als künftiger Internet-Kunde sehr wertgeschätzt", sagt er und betont, dass beispielsweise auf der Rothenburger Straße, wo sich der Firmensitz des GGT befindet, weitere Firmen von dem schnellen Internet profitieren. Allein von drei Untermietern im Firmengebäude des GGT haben sich zwei dafür interessiert, einer hat schon einen Vertrag mit den Stadtwerken in der Tasche, berichtet Michael Freiwerth. 

Ende September, Anfang Oktober wird das schnelle Internet beim Gleisbau zugeschaltet. Darauf wartet der Geschäftsführer sehnsüchtig. Die Corona-Zeit habe einmal mehr verdeutlicht, wie wichtig hohe Geschwindigkeiten und Datenkapazitäten im Internet sind. Homeoffice war für die Mitarbeiter im Büro kaum möglich, denn einen externen Datenzugriff verkraftete die schwache Leitung nicht.

Für die Nutzung des SWG-Internet-Zuganges spielte es übrigens keine Rolle, dass der Gleisbau einen Teil der Glasfaserkabel im Auftrage der SWG selbst verlegte. "Wir arbeiten seit Jahren mit den SWG sehr eng zusammen", betont Michael Freiwerth. 

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