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Stahlindustrie Ost bekommt 35-Stunden-Woche 2009

Ilsenburg/Berlin. Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich auf die schrittweise Einführung der 35-Studen-Woche in der ostdeutschen Stahlindustrie geeinigt. Aus Verhandlungskreisen in Ilsenburg im Harz...

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Ilsenburg/Berlin. Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich auf die schrittweise Einführung der 35-Studen-Woche in der ostdeutschen Stahlindustrie geeinigt. Aus Verhandlungskreisen in Ilsenburg im Harz hieß es gestern, von Oktober 2005 an betrage die Wochenarbeitszeit 37 Stunden, von Oktober 2007 an 36 Stunden und von Oktober 2009 an 35 Stunden. Ursprünlgich sollte der Stichtag schon der 1. April sein. Derzeit gilt in der Stahlbranche der neuen Bundesländer noch die 38-Stunden-Woche.

Für einzelne Unternehmen gelten Ausnahmen bei der Arbeitszeitverkürzung. So wird die Verkürzung auf 37 Stunden Arbeitszeit pro Woche bei der Eko Stahl GmbH und der Ilsenburger Grobblech GmbH bereits zum 1. Juli 2005 in Kraft treten. An anderen Stahlstandorten wie Gröditz oder Burg kommt die Verkürzung erst zum 1. Januar 2006.

Industriegewerkschaft Metall und Arbeitgeberverband Stahl haben sich auch auf eine abweichende Regel in besonders gravierenden Fällen geeinigt. Bei einer Insolvenzgefahr, zur Vermeidung drohender Entlassungen und zur Verbesserung der Sanierungschancen sollen Sonderregelungen für einzelne Betriebe gefunden werden.

Unterdessen forderten die Spitzenverbände der ostdeutschen Wirtschaft von den Ministerpräsidenten der neuen Bundesländer, sich gegen einen gesetzlichen Mindestlohn auszusprechen. Ein solcher Mindestlohn zerstöre einen entscheidenden Standortvorteil der klein- und mittelständisch geprägten Industrie, teilten die Verbände gestern in Berlin mit. In einem gemeinsamen Schreiben sei an die ostdeutschen Ministerpräsidenten appelliert worden, den Plänen von Gewerkschaften, SPD und Grünen eine klare Absage zu erteilen.

Durch die Einführung eines Mindestlohns würde zudem auch die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen eingedämmt. Die hohe Flexibilität sei jedoch ein „unverzichtbarer Vorteil der ostdeutschen Bundesländer“, sagte der Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg, Gerd von Brandenstein. Künftig werde so viel Spielraum wie möglich gebraucht. Das heiße jedoch nicht, dass die neuen Länder eine Billiglohnregion sind oder werden sollen. Vielmehr könnten erfolgsabhängige Vergütungsmodelle für eine Beteiligung der Mitarbeiter am Erfolg der Unternehmen sorgen, so von Brandenstein. (dpa/ddp)