merken
PLUS Riesa

Stahlwerk steht still

Bei Feralpi ruht die Produktion, stattdessen finden Wartungsarbeiten statt. Die sollen den Betrieb sicherer machen.

Blick auf den Deckel des Elektrolichtbogenofens: Am Ring, der am oberen Bildrand zu erkennen ist, befinden sich sonst die Elektroden. Auf dem Bild wurden schon Teile für Wartung und Austausch demontiert.
Blick auf den Deckel des Elektrolichtbogenofens: Am Ring, der am oberen Bildrand zu erkennen ist, befinden sich sonst die Elektroden. Auf dem Bild wurden schon Teile für Wartung und Austausch demontiert. © Marko Kubitz/Feralpi

Riesa. Die Zeit drängt ein wenig, aber noch sieht alles gut aus, sagt Marcel Götze. „Toi, toi.“ Bis Montag haben er und seine Kollegen noch Zeit für die Arbeiten am Elektrolichtbogenofen. Dann soll das Stahlwerk in Riesa planmäßig seinen Betrieb wieder aufnehmen.

Schon seit dem 8. Juli ruht die Produktion im Stahlwerk. „In diesen zwei Wochen finden alle üblichen Überholungen statt“, erklärt Marcel Götze, der bei Feralpi als Leiter für die mechanische Instandhaltung zuständig ist. Die Anlagen werden in der Ruhephase vom Tüv geprüft, Verschleißteile ausgetauscht. Darüber hinaus finden aber auch aufwendigere Wartungs- und Austauscharbeiten statt.

ELBEPARK Dresden
Rundum versorgt im ELBEPARK Dresden
Rundum versorgt im ELBEPARK Dresden

Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Apotheken und Tierfachgeschäfte haben für Sie weiterhin geöffnet. Hier stehen Ihnen 5.000 Parkplätze zur Verfügung.

Sechsstellige Summe investiert

Eine dieser Austauscharbeiten wird direkt am „E-Ofen“ durchgeführt, wie die Stahlwerker den Elektrolichtbogenofen nennen. Konkret werden dort die sogenannten Elektrodentragarme ausgetauscht. An den Aluminiumarmen sind die Elektroden aus Graphit angebracht, die die notwendige Energie zum Schmelzen bereitstellen. 

„Mit dem Austausch wollen wir effizienter werden“, sagt Marcel Götze. Denn die neuen Arme sollen das Einsetzen anderer Elektroden ermöglichen, die wiederum weniger Energie verbrauchen. Die Kosten allein dafür dürften bei einem mittleren sechsstelligen Betrag liegen, so Götze. 

Der Teiletausch am E-Ofen ist allerdings auch nur eine von vielen verschiedenen Maßnahmen, die innerhalb der zwei Wochen währenden Produktionspause abgearbeitet werden müssen. So sollen etwa die Schleifleitungen erneuert werden, die die Kräne im Werk mit Strom versorgen. Dort werden auch zusätzliche Kapselungen eingebaut, die Arbeitsunfälle durch versehentliches Berühren der Leitungen verhindern sollen. 

Mehrere Hundert Meter Leitungen werden dabei erneuert. Arbeiten wie diese wären im laufenden Betrieb überhaupt nicht möglich, erklärt der Instandhaltungsleiter. Planmäßig legt man im Stahlwerk deshalb im Halbjahrestakt eine Pause ein. Die Vorbereitungen dafür laufen schon seit Monaten. 

„Die Teile müssen schon geliefert sein.“ Sonst funktioniert der Zeitplan nicht – trotz Schichtarbeit. Ein halbes Jahr Vorlauf sei bei der aktuellen Wirtschaftslage schon notwendig. Eins der Teile für den E-Ofen sei tatsächlich gerade noch rechtzeitig geliefert worden, erzählt Marcel Götze.

 Überraschungen bleiben trotz der langen Planungsphase nicht immer aus. Götze spricht von einem Spannungsfeld: Zum einen müssen die Wartungsarbeiten erledigt werden, um den sicheren Betrieb zu gewährleisten. Zum anderen kostet jeder zusätzliche Tag Verzug das Unternehmen Geld.

Wartung beschäftigt etwa 100 Leute

Für die Produktionsmitarbeiter im Stahlwerk sind die zwei Wartungswochen sozusagen die Haupturlaubszeit. „Das ist die Zeit der Schlosser, das Produktionspersonal ist dann nur in einer Mindestbesetzung vor Ort.“ Deshalb liege diese Phase auch stets in den ersten beiden Wochen der Sommerferien. 

Das heißt aber keinesfalls, dass auf dem Stahlwerksgelände wenig Betrieb herrscht. Neben den etwa 20 Mitarbeitern von Marcel Götzes „Wartungsabteilung“ sind jede Menge externe Firmen vor Ort. Für den umfangreichen Austausch am E-Ofen war beispielsweise die Firma Heine beauftragt gewesen. „Mit den Fremdfirmen sind es wahrscheinlich circa 100 Leute, die mit der Wartung beschäftigt sind“, sagt Marcel Götze.

Mehr zum Thema Riesa