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Positive Corona-Tests in Dresdens Drive-in

Seit Mitte April werden im Messegelände Corona-Tests durchgeführt. Allerdings weniger als geplant, daran gibt es Kritik. Dennoch wurden jetzt Infizierte bekannt.

Im Dresdner Corona Test-Drive-in auf Messegelände werden ab sofort weniger Virus-Tests durchgeführt.
Im Dresdner Corona Test-Drive-in auf Messegelände werden ab sofort weniger Virus-Tests durchgeführt. © René Meinig

Dresden. Im Messegelände werden Dresdner, die in der "kritischen Infrastruktur" arbeiten, seit Mitte April auf Corona quasi im Vorbeifahren getestet. Dabei gab es mehrere Treffer, wie die Stadt nun bestätigt.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass der Dresdner Corona Test-Drive-in gar nicht ausgelastet ist. Deshalb ist es für einen Politiker völlig unverständlich, dass nicht auch weitere Dresdner sich dort testen lassen können.

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Die Station ist für Mitarbeiter von Pflege- und Senioreneinrichtungen, Krankenhauspersonal und alle, die mit besonders gefährdeten Personen in Kontakt stehen vorgesehen. 200 Tests pro Tag waren vorgesehen.

Eine Anfrage vom Fraktionschef der Freien Wähler Jens Genschmar ergab, dass allerdings nie so viele Tests durchgeführt wurden. Am 20. April waren es 13 Tests, an vielen Tagen gar keine, an anderen zwischen 30 und 50 und am meisten Tests gab es am 15. Mai - 76. Insgesamt gab es bisher 804 Tests, wie die Stadtverwaltung auf SZ-Anfrage mitteilt.

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Genschmar sagt, diese Teststrecke sei "prinzipiell" ok. "Aber wenn wir uns das schon leisten, sollte diese auch ausgelastet sein." Er hätte sich gewünscht, dass Hausärzte, die Bedenken haben, ihre Patienten auch dorthin verweisen können. "Oder Anmeldemöglichkeiten für besonders ängstliche Dresdner."

Das hätte nach Genschmars Auffassung dazu beitragen können, die Unsicherheit der Dresdner zu reduzieren. "Wir müssen alle Corona-Maßnahmen schnell auswerten. Damit wir die richtigen Entscheidungen treffen können, falls doch noch eine weitere Infektionswelle kommt", so der Stadtrat.

Auf Genschmars Frage, weshalb nicht auch weitere Bürger im Messegelände getestet werden, antwortet Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP): "Das Angebot steht primär den Beschäftigten der kritischen Infrastruktur zur Vermeidung von Infektionsketten in sensiblen Bereichen sowie Kontaktpersonen zu Infizierten zur Verfügung."

Diese Tests seien auch erforderlich. "Die regelmäßige Testung von Personal der kritischen Infrastruktur soll frühzeitig einen Eintrag des Virus in sensible Bereiche verhindern", lautet Hilberts Antwort. "Damit soll insgesamt der Schutz für die Beschäftigten sowie die in den Einrichtungen lebenden oder zu betreuenden Personen erhöht werden."

Auch die Kosten für die Station wollte Genschmar wissen. In der Antwort verweist OB Hilbert nur auf den Preis pro Test von 60 Euro.

Auf Nachfrage der SZ sagt Stadtsprecherin Anke Hoffmann. "Genaue Kosten für Station und Personal können wir nicht beziffern. Es fallen Mietkosten für die Testeinrichtung und Straßenschilder an." Für Personal fallen allerdings keine zusätzlichen Ausgaben an, da dort Ehrenamtliche vom Deutschen Roten Kreuz, Mitarbeiter der Feuerwehr und der Stadt eingesetzt werden. 

Insgesamt gab es laut Hoffmann bisher neun positive Testergebnisse. Nähere Angaben, in welchen Einrichtungen diese Personen arbeiten, gab es dazu aber nicht. Demgegenüber waren laut Hoffmann 795 Tests negativ.

Aufgrund der niedrigen Zahlen an positive getesteten Personen, will Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) die Anzahl der Tests im Drive-in weiter herunterfahren. Bisher wurde in der Station an drei Tagen pro Woche gearbeitet, ab dem 8. Juni sollen nur noch an einem Tag pro Woche Tests durchgeführt werden.

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