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Standort für Skaterpark gesucht

Am Vereinshaus in Ottendorf soll ein Treffpunkt für die Jugend entstehen. Doch das könnte die Totenruhe stören.

Von Marleen Hollenbach

Die Jugend hat es nicht leicht. Auch nicht in Ottendorf-Okrilla. Überall gibt es das gleiche Problem. Die Jugendlichen wollen sich treffen, einfach miteinander abhängen. Doch genau da fängt der Konflikt an. Es gibt nicht viele Stellen im Ort, an denen das so einfach möglich ist. Im Gegenteil: Egal, welche Plätze die Jugendlichen als Treffpunkt wählen, immer stört sich einer daran. Da verwundert es auch nicht, dass sich die Ottendorfer Jugend dringend ein paar zusätzliche Sitzmöglichkeiten wünscht. Das ergab jetzt eine Umfrage, welche die Gemeindeverwaltung gemeinsam mit dem Hort in Ottendorf durchgeführt hat. Schüler der Klassenstufe vier bis acht wurden befragt. Das Ergebnis ist eindeutig. „Ganz oben auf der Wunschliste der Kinder und Jugendlichen stehen Bänke, aber auch ein Skaterpark“, sagt Hortleiterin Anja Huth.

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Wie Ottendorfs Hauptamtsleiter Udo Rößler betont, könnten schon im Juni diese Wünsche in Erfüllung gehen. In den letzten Wochen und Monaten hat ein Team aus Jugendlichen, Hortmitarbeitern und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung geplant und diskutiert. Jetzt steht die grobe Richtung fest. Doch die gilt es noch zu verteidigen. Den ersten Versuch unternahmen Udo Rößler und Anja Huth jüngst bei der Gemeinderatssitzung. Gemeinsam präsentierten sie die Pläne. Eine Darstellung hatten sie dabei. Darauf konnte man die einzelnen Bestandteile der Skaterbahn erkennen. „Weil wir darüber nicht genügend wissen, haben wir uns intensiv beraten lassen“, sagt Anja Huth. Modern und vielseitig soll der neue Treffpunkt der Jugendlichen sein. Das wird nicht ganz billig. Um Geld zu sparen, werden sich die jungen Ottendorfer an der Gestaltung beteiligen. 30 Jugendliche haben schon signalisiert, dass sie mithelfen wollen. Vor allem die Sitzmöglichkeiten könnten so geschaffen werden, ohne dass die Gemeinde allzu tief in die Tasche greifen muss. Und noch ein Vorteil sieht die Hortleiterin darin. „Wir haben leider immer wieder mit Vandalismus zu kämpfen. Wenn die Jugendlichen den Treffpunkt mitgestalten, wächst vielleicht auch das Verantwortungsbewusstsein dafür“, sagt Anja Huth. Damit die Bauarbeiten beginnen können, will man jetzt die Fördergelder beantragen.

Doch eine Frage bleibt. Wohin soll der neue Skaterpark kommen? Die Gemeinde hat zwei Standorte ins Auge gefasst. Der Hof des Ottendorfer Vereinshauses oder der Platz an der Kühnmühle. „Wichtig ist, dass der Treffpunkt für die Jugendlichen gut erreichbar ist. Deshalb kommt für uns nur das Ottendorfer Vereinshaus infrage“, erklärt Hauptamtsleiter Udo Rößler. Nicht nur die zentrale Lage spricht für diesen Standort. Im Ottendorfer Rathaus hofft man auch auf Synergien. Gerade erst hat der Ottendorfer Jugendklub seine Räume im Vereinshaus bezogen. „Das lässt sich doch sicher gut verbinden“, so Rößler.

Klingt logisch. Doch nicht jeder Ottendorfer ist der Meinung, dass der Hof hinter dem Vereinshaus wirklich der richtige Ort ist. So sieht Gemeinderatsmitglied Mirko Thomas (CDU) die Nähe zum Ottendorfer Friedhof sehr kritisch. „Eine Skaterbahn macht bestimmt viel Lärm“, sagt er. Diese Meinung vertritt auch Lothar Walther (CDU). Er schlägt den Ottendorfer Gewerbepark als Standort vor. Dass das nicht machbar ist, erklärt der Hauptamtsleiter. „Die Gemeinde hat jede Fläche abgeklappert, aber nichts Passendes gefunden“, sagt Rößler. Und auch zum Thema Friedhof haben die Planer eine Antwort parat. „Mit speziellem Belag kann man den Lärm reduzieren“, sagt Anja Huth. Außerdem würde man vor Regeln nicht zurückschrecken, betonte Bürgermeister Michael Langwald (parteilos). „Wir könnten zum Beispiel Zeiten einführen, an denen der Skaterpark nicht genutzt werden kann“, erklärt er.

Einen weiteren Vorschlag konnte Gemeinderätin Birgit Pfitzner (FDP) unterbreiten. „Man könnte doch ein Stück des Betonwerk-Areals für den Skaterpark nutzen, sagt sie. Doch auch über diese Idee hatte man im Rathaus schon nachgedacht. „Das könnten wir nur in Zusammenhang mit der zukünftigen Mehrzweckhalle planen. Mindestens zwei Jahre würden da vergehen“, sagt Rößler. So lange möchte die Gemeindeverwaltung nicht warten. Und die Jugendlichen auch nicht.