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Döbeln

Starke Schäden auf illegaler Umleitung

Viele Laster haben die offizielle Route missachtet. Jetzt rollt der Verkehr wieder über die Kreisel. Aber ab Mittwoch wird wieder unter Vollsperrung gebaut.

Die schmale Wallbacher Straße wurde von vielen Lasterfahrern als illegale Umleitung genutzt. Dadurch wurden die Bankette so stark beschädigt, dass der Rand teilweise bis zu zehn Zentimeter abfällt.
Die schmale Wallbacher Straße wurde von vielen Lasterfahrern als illegale Umleitung genutzt. Dadurch wurden die Bankette so stark beschädigt, dass der Rand teilweise bis zu zehn Zentimeter abfällt. © Lars Halbauer

Hartha. In Döbeln Masten werden die Kraftfahrer, die in Richtung Colditz und Rochlitz unterwegs sind, nach wie vor auf die B 169 umgeleitet. Hartha sei gesperrt, besagt das entsprechende Schild.

Kurz vor dem Kreisverkehr unterhalb des Töpelberges steht das Schild zwar auch noch, dort ist die Sperrscheibe aber durchgestrichen. Entlang der B 175 Richtung Hartha sind die Schilder der Straße abgewandt. Denn die beiden Kreisverkehre am Harthaer Kreuz sind seit vier Tagen wieder offen. Aber noch ist der Bau nicht abgeschlossen.

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Der Verkehr rollt derzeit ungehindert durch die Stadt. Die Bewohner der Nebenstraßen sind erleichtert. „Jetzt kann man wieder in Ruhe draußen sitzen. Es sind nur noch wenige, die bei uns vorbeifahren“, sagt eine Anwohnerin der Wallbacher Straße in Hartha. Während die beiden Kreisel im Bau waren, nutzten auch viele Laster die Straße als Abkürzung (wir berichteten). „Das war nicht angenehm“, meint die Frau.

Die großen Fahrzeuge haben aber nicht nur Lärm verursacht, sondern auch Schäden angerichtet. Durch die schmale Fahrbahn mussten die Laster bei Gegenverkehr auf die Bankette ausweichen. Die sind entlang der gesamten Straße ausgefahren, an zwei Stellen besonders tief. Eine hat die Stadt bereits mit Baken abgesperrt.

Und wer kommt nun für die Reparatur auf? Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) hatte als Bauträger ein ordentliches Verkehrsleitsystem mit Tonnagebegrenzung aufgebaut und damit seine Pflicht getan.

Die Straße mit den zerfahrenen Banketten gehört aber der Stadt, so dass das Lasuv dort eigentlich nicht zuständig ist. „Es ist aber trotzdem gemeinsam mit dem Lasuv eine Vor-Ort-Begehung vorgesehen, bei der wir auf eine einvernehmliche Lösung hoffen“, sagt Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos).

Er lobt die Arbeit der Polizei. Sie habe die illegalen Umleitungsstrecken und die Baustellen sehr oft kontrolliert – die Kreisel auch nachts. „Man muss aber auch an die Vernunft der Kraftfahrer appellieren.“

Trotz der ausgeschilderten Umleitung seien in den vergangenen Wochen auch immer wieder Laster an der Harthaer Tankstelle aufgetaucht und die Fahrer hätten nach dem Weg gefragt, erzählt Pächterin Peggy Drechsel. Weil der Durchgangsverkehr fehlte, hatte sie die Öffnungszeiten um drei Stunden auf 6 bis 19 Uhr pro Tag reduziert. 

„Wir haben etwa die Hälfte des Umsatzes eingebüßt“, sagt sie. Sofort nach der Öffnung der Kreisel am Freitag habe sich die Situation an der Tankstelle wieder normalisiert. Peggy Drechsel geht davon aus, dass es in den kommenden vier Wochen nicht wieder so schlimm wird, da die Zufahrt zur Tankstelle sowohl aus der Stadt, als auch von den Kreiseln her gewährleistet ist.

Deren Öffnung hat vielen Kraftfahrern nur eine kurze Verschnaufpause gebracht. Ab Mittwoch gibt’s schon die nächste Baustelle auf der B 175. Auf dem rund 700 Meter langen Abschnitt vom Ortsausgang Hartha in Richtung Döbeln bis zum Abzweig Nauhain wird die Fahrbahn erneuert.

„Der Bauabschnitt wird in der Zeit vom 26. Juni bis 26. Juli für den Gesamtverkehr gesperrt“, erklärt Isabel Siebert, Pressesprecherin des Lasuv. Und sie versichert: „Der Abzweig nach Nauhain bleibt offen. Die Straße Richtung Steina ist ebenfalls befahrbar.“ Offiziell tritt die weiträumige Umleitung über Leisnig oder Waldheim in die Richtungen Colditz, Rochlitz, Geringswalde oder Mittweida wieder in Kraft.

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