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Stars lassen die Bälle fliegen

Europameister setzen Maßstäbe – der Handballnachwuchs fiebert mit beim Teigwaren Nationen-Turnier in der Erdgasarena.

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Von Peter Noack

Neunhundert Zuschauer verfolgen am Sonnabend die Partie Kroatien gegen Norwegen in der Riesaer Erdgasarena. Immerhin sind die norwegischen Handballdamen Inhaber des Europameistertitels. Schon das allein verspricht einen aufregenden Abend. In der stimmungsvollen Zuschauerkulisse sitzen vor allem die richtigen Handballfreaks. Dazu gehört Peter Kumfert. Selbst Trainer Handball-A-Jugend (männlich) beim Sportclub Riesa hat er seinen Spaß und flaxt: „Frauenhandball verstehe ich überhaupt nicht, aber was die Norwegerinnen hier zeigen, ist richtig schöner Handball. Dynamik auf der Spielfläche, tolle Kontertore – das ist ein Spektakel Nummer 1! Da werden sich die deutschen Damen strecken müssen, um dagegen zu halten.“ Schon geht sein Blick wieder aufs rotblaue Kunststoffparkett, wo die Kroatinnen gerade wieder ein Tor einstecken müssen.

Handball für jedermann

In der Spielpause besetzen die Cheerleader das Spielfeld. Die „Minimaniacs“ vom Riesaer Cheerleaderverein zeigen ihr Programm. Es sind die Jüngsten in ihrer Kategorie. Mit ihrem Auftritt ernten sie genauso viel Beifall wie die Handballerinnen. Fürs Publikum gibt‘s dann die Chance, selbst zum Ball zu greifen und an der Torwand Treffsicherheit zu zeigen. Im Nu hat sich eine Schlange gebildet. Die Co-Trainerin der Riesaer Elbehexen persönlich betreut den Stand und hält kleine Preise für die erfolgreichen Schützen bereit. Lukas Haberland aus Strehla kann von den vier Versuchen zwei Treffer verbuchen. Zwei Aufkleber und etwas zum Naschen sind der Lohn. Gar nicht so einfach, je zwei Würfe oben und unten im Tor unterzubringen.

Erfolgreicher ist da schon Ralf Illige aus Riesa. „Drei Tore habe ich geworfen! Und dafür gibt’s dieses tolle Plakat von den Elbehexen“, sagt er stolz. Nun muss er sich sputen, um wieder auf seinen Platz auf der Zuschauertribüne zu kommen.

Deutschland gegen Spanien lautet die zweite Ansetzung des Abends und zugleich das zweite Spiel der deutschen Handballdamen unter ihrem neuen Trainer Armin Emrich. Eine Woche Training mit seinen Mädels in Riesa liegt nun hinter ihm, und die Spiele beim Teigwaren Riesa-Nationen-Turnier sind die erste Standortbestimmung. Mit den Spanierinnen haben sie einen hartnäckigen Gegner. Erst in der zweiten Halbzeit kommen die deutschen Damen richtig in Fahrt und erarbeiten sich einen Torevorsprung.

Ganz gespannt verfolgt Lisa Loehnig an der Ecke neben dem spanischen Tor die Partie. Und nicht nur wegen der aufregenden Ballwechsel. 15 Minuten vor Schluss kommt ihr Einsatz. Im flatternden roten T-Shirt „Volle Nudelkraft voraus“ und mit dem Wischmopp bewaffnet, saust sie in den Strafraum, um die Spielfläche trocken zu wischen. Nach einem Foul blieb ein feuchter Fleck, der für die Spielerinnen gefährlich werden könnte. „Der Schiedsrichter gibt mir dann immer ein Zeichen, wo ich trocken wischen muss“, erklärt die Achtjährige. Sie ist erst seit einem halben Jahr Handballerin beim SC Riesa. „Lisa ist sehr angriffslustig und kämpft mit hohem Einsatz“, bestätigt ihre Trainerin Monika Winkler, die sie an diesem Abend begleitet. 28:19 gewinnen die Deutschen Damen gegen die Spanierinnen, und auch die beiden jubeln mit.