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Radebeul

Start für freies Gymnasium verschiebt sich

Es liegen schon Bewerbungen der ersten Schüler vor. Die erwartet ein besonderes „Bonbon“ auf dem Dach der Schule.

©  SZ-Grafik

Weinböhla. Der Zeitplan war straff. Schon ab Sommer 2020 sollte die erste fünfte Klasse am Weinböhlaer Gymnasium unterrichtet werden. Nun stellt sich heraus: Der Terminplan ist nicht zu halten.

Wie der Schulträger, Rahn Education, auf SZ-Nachfrage mitteilt, wird der Start des freien Gymnasiums nun für das Schuljahr 2021/22 vorbereitet. An der Köhlerstraße, zwischen Bahnlinie und Oststraße, soll die zweizügige Schule entstehen. Die entsprechenden Grundstücke hat die Gemeinde gekauft, der Bebauungsplan ist abgestimmt. Unklar war bisher, welche Bauweise Rahn Education wählt. Angedacht war zunächst ein Modulbau, weil der schneller errichtet ist. Bei der Abwägung herkömmliche Bauweise oder Leichtbauweise habe sich nun herausgestellt, dass sich mit der herkömmlichen Bauweise rund zwei Millionen Euro günstiger bauen lässt, erklärt Iris Engländer vom Projektmanagement.

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Deshalb soll diese Variante nun auf den Weg gebracht werden. „Damit einhergeht allerdings die Tatsache, dass wir nicht zum August 2020 starten können“, so Iris Engländer. Man bedauere das sehr, sei als gemeinnützige Schulgesellschaft aber auch gehalten, die Kosten im Blick zu behalten.

Ursprünglich sollte der Schulstart mit den fünften Klassen erfolgen. Nun könnten auch gleich die Sechstklässler aufgenommen werden.

Der vorhabenbezogene Bauantrag sei eingereicht, sagt Iris Engländer. Auch die Beteiligung anderer Behörden laufe, ebenso die Akquirierung von Fördermitteln. „Es ist viel in Bewegung.“ Wie das Gebäude konkret aussehen wird, stehe aber noch nicht hundertprozentig fest. Man befinde sich noch in der Planung. Auch weil der Chef sich etwas Besonderes für Weinböhla wünscht.

„Er hätte gern eine Schulsternwarte. Quasi als besonderes Bonbon“, erklärt Iris Engländer. Deshalb könne auch noch keine Investitionssumme genannt werden. In Diskussion sei man außerdem noch zum Thema Turnhalle. Für die Schule reicht eine Einfeldhalle. Als Gemeinschaftsprojekt könnte die Gemeinde noch ein oder sogar zwei Felder anbauen, die dann für die Vereine zur Verfügung stehen würden.

Es ist kein sofortiger Vollausbau vorgesehen, sondern ein langsames Wachstum. Später können etwa 420 Gymnasiasten in Weinböhla unterrichtet werden. Sie wählen zwischen einem sportlichen und einem neusprachlichen Profil. Angeboten werden drei Fremdsprachen, davon mindestens zwei lebende Fremdsprachen, wie zum Beispiel Englisch, Französisch, Italienisch oder auch Spanisch, im Gegensatz zu etwa Latein.

Es liegen laut Iris Engländer sogar schon eine Reihe von Bewerbungen von zukünftigen Schülern vor. Sowohl für die erste fünfte Klasse – also eigentlich zum Start 2020 – als auch für alle nachfolgenden Schuljahre. Alle Eltern seien über den Stand der Vorbereitungen informiert. Dass es zu viele Bewerber gibt als Platz in den Klassenzimmern ist, glaubt Iris Engländer nicht. Sie freut sich allerdings, dass das freie Gymnasium schon im Schulnetzplan des Landkreises auftaucht. Das beweist, dass der Bedarf da ist.

In Weinböhla ist das vierte Gymnasium der Rahn Education in Deutschland geplant. 35 Bildungseinrichtungen – die meisten in Deutschland, aber auch in Polen, Russland, Ägypten und Spanien – mit 750 Mitarbeitern gehören zum Unternehmen. Laut Geschäftsbericht erwirtschaftete dieses im Jahr 2017 mehr als 32 Millionen Euro Umsatz.

Bei sogenannten Ersatzschulen müssen Bildung, Erziehung und fachliche Kenntnisse mindestens dem Niveau der öffentlichen Schulen entsprechen. Dann erhalten die Schulen staatliche Zuschüsse. Sie unterliegen dem Sonderungsverbot, das heißt, jedermann muss die Möglichkeit haben, die Schule zu besuchen.

Eine Sonderung nach den Besitzverhältnissen der Eltern ist unzulässig. Ein Schulgeld darf dennoch erhoben werden. Nach derzeitigen Planungen wird das in Weinböhla bei rund 150 Euro monatlich liegen. Hinzu kommen Kosten für Material und Technik sowie Ski- und Schwimmlager. „Bei sozialer Bedürftigkeit kann eine Schulgeldermäßigung beantragt werden“, so Engländer.

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