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Starthelfer ins neue Leben

Ein dreiköpfiges Team des Jugendamtes berät kostenlos junge Familien. Und bringen ein Geschenk mit.

Von Steffen Schreiber

Frischgebackene Eltern kennen es: Ein Baby ist da und damit neben kurzen Nächten auch viele neue Fragen. Diese so schnell wie möglich zu beantworten, hat sich der Landkreis Görlitz nun zur Aufgabe gemacht. „Guter Start“ heißt das Programm, das jungen Familien den Start ins neue Leben erleichtern soll. Drei Sozialpädagogen setzt der Landkreis allein dafür ein. Was deren Aufgabe ist, erläutert Daniela Steinhoff, die als Sachgebietsleiterin für den präventiven Kinderschutz zuständig ist. „Unsere Mitarbeiter kommen zu einem Willkommensbesuch zu den Familien im Landkreis nach Hause, um sie dort vor Ort zu Themen wie der Kindesbetreuung, den Elternrechten, finanziellen Hilfen oder Eltern-Kind-Angeboten zu beraten.“ Dabei, so betont Steinhoff, sei der Besuch freiwillig und mit keinerlei Kontrollfunktion verbunden.

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Das Landkreisprojekt „Guter Start“ ist Teil der deutschlandweiten Initiative „Frühe Hilfen“, die seit Anfang 2012 im Bundeskinderschutzgesetz verankert ist. Die Bundesinitiative unterstützt dabei Bundesländer, Landkreise und Gemeinden in ihrem Engagement für junge Familien. Bis Ende 2015 stellt der Bund dafür 177 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Neben den Familienhebammen, die Eltern kurz vor und nach der Geburt betreuen, entstanden 2012 zwei sozialpädagogische Vollzeitstellen und eine Dreiviertel-Stelle.

Den Ablauf der Arbeit erklärt Daniela Steinhoff: „Über das Einwohnermeldeamt bekommen wir die aktuellen Geburtenlisten zugesandt. Um den Eltern erst einmal etwas Zeit zu geben, schicken wir unseren Brief erst drei Monate nach der Geburt und schlagen ein Treffen vor.“ Den können die Eltern annehmen, ändern oder ablehnen. „Aktuell ist der Zuspruch im Landkreis relativ hoch.“ So wurden im zweiten Quartal 2013 349 von 352 jungen Eltern angeschrieben und bei 39 Prozent fand ein Willkommensbesuch statt – inklusive Willkommensgeschenk. „Es gibt ein Babyhandtuch, eine Informationsbroschüre und viel Fachwissen von unseren Mitarbeitern“, so Frau Steinhoff. Besonders oft erfragt werden die finanziellen Hilfen. „Das Eltern- und Kindergeld oder eine mögliche Unterstützung durch die Mutter-Kind-Stiftung wird bei fast allen Besuchen thematisiert.“ Fast genauso häufig lassen sich Eltern über spezielle Förderangebote bei kindlichen Defiziten oder über Eltern-Kind-Angebote wie etwa Krabbelgruppen informieren.

Frau Steinhoff wünscht sich aber eine bessere Zusammenarbeit mit den Meldeämtern: „Die Geburtenmeldungen verzögern sich teilweise recht lange.“ Für die kommenden Monate wollen die Landratsmitarbeiter die Akzeptanz bei den Familien weiter erhöhen. „Im Raum Görlitz ist sie aktuell noch niedrig. Hier müssen wir um mehr Vertrauen werben.“
[email protected]; 03581 6632896