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Startschwierigkeiten beim Ottendorfer Jugendklub

Seit drei Monaten hat der Klub ein neues Domizil. Die Räume sind fertig eingerichtet. Nur die Jugendlichen fehlen noch.

Von Marleen Hollenbach

Die Stühle stehen bereit, die Sofaecke ist eingerichtet, die Musikanlage aufgebaut. Der Jugendklub von Ottendorf ist in den Räumen des Vereinshauses an der Dresdner Straße angekommen. Alles ist fertig und doch fehlt etwas ganz Entscheidendes: die Jugendlichen. Robert Brückner ist Chef des Jugendklubs. Er wartet jeden Nachmittag auf die jungen Ottendorfer, will ihnen einen Treffpunkt bieten, mit ihnen zusammen Projekte ins Leben rufen und umsetzen. Bisher aber verirren sich nur wenige hierher. Dabei sind die Voraussetzungen jetzt besser denn je. Die Räume sind groß und hell. Eine Sofaecke lädt zum Beispiel zum Quatschen und Chillen ein. In einem anderen Raum warten Computer und eine kleine Küche auf die Jugendlichen. Die aber scheinen es noch gar nicht richtig mitbekommen zu haben, dass es diesen Jugendtreff jetzt an der Dresdner Straße gibt. Den Chef des Jugendklubs beunruhigt das aber noch nicht. „Natürlich muss sich ein neuer Ort erst einmal etablieren. Es muss sich bei den Jugendlichen rumsprechen“, sagt er. Außerdem hätte gerade ein Generationswechsel stattgefunden. „Viele Jugendliche haben uns verlassen, weil sie an anderer Stelle eine Ausbildung oder ein Studium beginnen“, so Robert Brückner. Jetzt wartet er auf Jugendliche, die den Klub neu für sich entdecken und mitgestalten wollen.

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Drei Monaten ist es jetzt schon her, dass Robert Brückner die neuen Räume einweihte. Zuvor nutzte der Ottendorfer Jugendklub ein Gebäude an der Turnhalle Karpen. Doch das Haus an der Königsbrücker Straße war sehr baufällig, feuchte Wände inklusive. „Die Gemeinde hatte uns gesagt, dass man auf der Suche nach neuen Räumen ist. Die Idee, ins Vereinshaus zu ziehen, kam bei uns gut an“, sagt Jugendklub-Chef Robert Brückner. Er wünscht sich einen Klub, mit dem sich die Jugendlichen wirklich identifizieren können, an dem sie sich frei entfalten können und den sie mit Freude besuchen. „Deswegen nehme ich auch erst einmal alle Wünsche entgegen und versuche, diese dann auch umzusetzen“, sagt Brückner, der sich als Dienstleister der Jugendlichen versteht. Im Gespräch war schon ein Mädchentreff. Aber auch eine Breakdance-Gruppe wünschen sich die Ottendorfer. Einen Raum fürs Tanzen haben sie jetzt. Der hat nicht nur einen Tanzboden, sondern auch einen großen Spiegel. Schon bald soll es mit dem Training losgehen. Und noch etwas wäre hier denkbar. Die Jugendlichen würden gern in dem Raum auch Partys feiern. „Prinzipiell ist das hier gut möglich, aber da gibt es natürlich noch einige Dinge zu beachten, damit wir am Ende nicht großen Ärger mit den Anwohnern bekommen“, sagt Robert Brückner.

Dass es Vorbehalte gegen Jugendliche gibt, weiß er genau. „Das war so, ist so und wird wahrscheinlich auch immer so sein“, sagt er. Doch Robert Brückner will sich und die Jugendlichen deshalb nicht verstecken. Im Gegenteil: Er initiiert Aktionen, bei denen die Jugendlichen mit den älteren Anwohnern in Kontakt kommen. „Zum Beispiel wird der Jugend vorgeworfen, dass sie Wände besprüht. Wir haben den Spieß umgedreht und die Jugendlichen dort sprayen lassen, wo es erlaubt ist“, erzählt er. Das blieb nicht unbemerkt. Anwohner waren neugierig, kamen mit den Jugendlichen ins Gespräch. Einen solchen respektvollen Austausch wünscht sich Brückner auch für den neuen Standort am Vereinshaus.