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Die meisten Infizierten wohnen an der Kreisgrenze

Insgesamt gibt es jetzt 122 Corona-Kranke im Landkreis Meißen. Der Landrat hat eine Erklärung für die Häufung der Fälle in Radebeul und Klipphausen.

Bereiten sich seit Wochen auf den Ansturm von Corona-Patienten vor: Die Elblandkliniken. Bis jetzt sind zehn Infizierte in stationärer Behandlung.
Bereiten sich seit Wochen auf den Ansturm von Corona-Patienten vor: Die Elblandkliniken. Bis jetzt sind zehn Infizierte in stationärer Behandlung. © Eric Weser

Meißen. Die Zahl der positiv getesteten Covid-19-Infizierten hat sich am Montag um einen Patienten erhöht. Derzeit sind im Landkreis Meißen 122 Personen an Corona erkrankt, zehn werden in den Elblandkliniken stationär behandelt, davon drei auf der Intensivstation. 28 Menschen konnten ihre Quarantäne nach überstandener Infektion verlassen. 210 Menschen befinden sich noch in Quarantäne.  Das teilte das Landratsamt am Montag mit.

Trotz dieser sehr guten Zahlen - auch im Vergleich zu anderen sächsischen Landkreisen -  warnte Amtsärztin Petra Albrecht vor allzu großem Optimismus, denn die Zahl der Verdachtsfälle steigt von Tag zu Tag weiter.  Auch wenn die Mehrzahl der Tests negativ ausfällt,  wird die Kurve der Infektionen auch im Landkreis Meißen weiter steigen. 

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Erfolg der guten Arbeit oder eben nur Glück: Der Zuwachs an Corona-Infizierten im Landkreis Meißen geht deutlich zurück.
Erfolg der guten Arbeit oder eben nur Glück: Der Zuwachs an Corona-Infizierten im Landkreis Meißen geht deutlich zurück. © Gesundheitsamt Meißen

Für die schon mehrere Tage andauernde moderate Entwicklung der Anzahl auf Covid-19 positiv Getesteten gibt es mehrere Ursachen. Zum einen ist es die Strategie des Gesundheitsamtes, akribisch die Kontaktpersonen zu ermitteln. Trotz der ständig steigenden Fallzahlen. Die strengen Auflagen für die häuslichen Isolationen werden vom Amt kontrolliert. 

Zudem hat wohl auch die Disziplin der Landkreisbewohner Einfluss auf die Statistik. Die Beschränkungen und Verbote werden zumeist eingehalten. Landrat Arndt Steinbach hat aber noch einen dritten Grund parat: "Fortune. Vielleicht hatten wir bisher aber auch nur etwas  Glück gehabt." Das könne sich schnell wieder ändern. 

Auch weniger als im Landesdurchschnitt und dazu noch eine Kurve, die sich abflacht: Positiv Getestete je 100.000 Einwohner.
Auch weniger als im Landesdurchschnitt und dazu noch eine Kurve, die sich abflacht: Positiv Getestete je 100.000 Einwohner. © Gesundheitsamt Meißen

Auf die Frage von sächsische.de,  warum die Infektions-Zahlen in Radebeul und Klipphausen vergleichsweise hoch sind, antwortete der Landrat: „Wir vermuten, dass hier die ersten, noch unbemerkten Infektionen im Landkreis Meißen aufgetreten sind. " Das würde auch die verhältnismäßig geringe Anzahl an Kontaktpersonen in den beiden Orten erklären. 

Überraschung 1: Aus Radebeul und Klipphausen kommen die meisten positiv Getesteten. Die meisten Kontaktpersonen leben aber in Großenhain.
Überraschung 1: Aus Radebeul und Klipphausen kommen die meisten positiv Getesteten. Die meisten Kontaktpersonen leben aber in Großenhain. © Gesundheitsamt Meißen

In der am Montag veröffentlichen Statistik des Meißner Gesundheitsamtes  fällt auch auf, dass die am meisten positiv getestete Personengruppe nicht die Rentner sind, sondern die Altersgruppe zwischen 35 und 59 Jahren. Dabei überwiegt der Frauenanteil deutlich. 

Allerdings hat das nichts mit den Krankheitsverläufen zu tun. Hier haben Männer ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf. Höheres Alter und Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes und Atemwegserkrankungen gelten als typische Risikofaktoren. Das höchste Sterberisiko tragen über 80-Jährige. 

Überraschung 2: Die meisten im Landkreis Meißen positiv Getesteten sind Frauen im mittleren Alter.
Überraschung 2: Die meisten im Landkreis Meißen positiv Getesteten sind Frauen im mittleren Alter. © Gesundheitsamt Meißen

Der Leitende Notarzt Dr. Oliver Hensel berichtete im Krisenstab am Montag über die aktuelle Lage im Rettungsdienst. Im Landkreis Meißen gibt es sechs Rettungswachen mit sieben Außenstellen. „Alle Standorte sind ohne Einschränkungen einsatzbereit“ sagte Ronald Voigt, Leiter des Amtes für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen. 

Insgesamt sind im Landkreis Meißen 213 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst sowie 75 Notärzte tätig. Alle 16 Rettungstransportwagen (RTW) und fünf Einsatzfahrzeuge für die Notärzte sind im Dienst. Im Vergleich zur Statistik 2019 haben sich die Rettungseinsätze sogar um 19 Prozent verringert. Doch das seien nur vorläufige  Zahlen, so Ronald Voigt. Er geht davon aus, dass sich die Einsätze in nächster Zeit erhöhen werden. Dennoch sehe er für den Rettungsdienst keine Gefahr eines Ausfalls. Sollte sich die Zahl der Notfälle allerdings drastisch steigern, muss neu konzipiert und geplant werden.

Die Lage im Landkreis Meißen war am ersten sonnigen Wochenende im April nach Aussage der Polizei entspannt. Es gab an beiden Tagen insgesamt 45 Strafanzeigen und 70 Anzeigen aufgrund von Ordnungswidrigkeiten im gesamten Landkreis. Die Kontrollen werden fortgesetzt.

Das BASF - Werk Schwarzheide hat dem Landkreis Meißen 1.000 Liter Desinfektionsmittel gespendet. Rettungsamtsleiter Ronald Voigt informierte den Krisenstab über die Verteilung. Die Spende wird noch am Montag übergeben. 

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog!

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