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Statussymbole nicht bezahlt

Ein Döbelner hat bei Gruma in Döbeln dicke Mercedes geliehen. Mehrere Rechnungen beglich er nicht. Nun geht es vor Gericht darum, ob er betrogen hat.

Der Angeklagte hat mehrere hochpreisige Mercedes gemietet, diese aber anschließend nicht bezahlt.
Der Angeklagte hat mehrere hochpreisige Mercedes gemietet, diese aber anschließend nicht bezahlt. © dpa/Symbolbild

Döbelner. Mercedes GLE E350, AMG E3 oder CLS 250 – all das sind dicke Schlitten. Für den 36-jährigen Angeklagten dienten die Luxuskarossen als Statussymbole bei seiner Arbeit. Vor Richterin Nancy Weiß erschien der Döbelner im schicken Zwirn, aber gezeichnet von gesundheitlichen Problemen in den vergangenen Monaten. Angeklagt ist der gebürtige Erzgebirger wegen Vorspieglung falscher Tatsachen zur Erzielung eines Vermögensvorteils in drei Fällen, also Betrug. Dagegen legte er im April Einspruch ein.

Im Herbst 2018 hatte der Angeklagte bei Gruma Automobile in Döbeln die teuren Wagen gemietet. Nach seiner Aussage wäre das bereits vorher und auch danach geschehen. Durch einen Wechsel der Autovermietung im Autohaus seien die Rechnungen, auf denen insgesamt rund 4.000 Euro gefordert wurden, wohl an seine ehemalige Adresse gegangen. „Ich habe nicht daran gedacht, dass die Rechnungen nicht bezahlt sind“, sagte der Angeklagte. Stress mit einem Umzug gehabt zu haben, gibt er vor.

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Auf die Frage von Richterin Nancy Weiß nach einem Nachsendeauftrag, meinte er, dass es den nur bei der Post gibt, nicht aber bei den Briefdiensten. Gegen die hätte er ohnehin Anzeige gestellt, weil viele Sachen abhandengekommen wären. „Als die Nachfrage von Gruma kam, bin ich sofort hochgefahren, um die Sache zu klären“, sagt der 36-Jährige. Es wäre mit einem Inkassounternehmen eine Ratenzahlung vereinbart worden, weil er zu diesem Zeitpunkt seiner Verlobten finanziell ausgeholfen hatte und deshalb nicht flüssig war. „Das ist der Tatvorwurf des Versäumnisses, nicht des Betrugs“, versucht er mehrfach klarzustellen. Nicht ohne Stolz verrät er dem Gericht zudem, dass er in den vergangenen fünf Jahren seinen Schuldenberg von 240.000 Euro auf 50.000 Euro Verbindlichkeiten abgebaut hätte.

"Nicht in betrügerischer Absicht"

„Das ist nicht meine Schuld, ich habe total vergessen nachzufragen. Aber nicht in betrügerischer Absicht“, wiederholt der 36-Jährige und erklärt: „Ich habe nie ein Auto angemietet, wenn ich es nicht bezahlen konnte.“

Vorher hatte Richterin Nancy Weiß zu erfahren versucht, warum er keine Vermögensauskunft abgegeben hat. Doch auch da erklärte der Döbelner, dass er sie beim Inkassounternehmen geleistet hätte. Und auch Ungereimtheiten mit verschiedenen Adresswechseln kann er sich nicht erklären. Die zuständige Gruma-Mitarbeiterin erklärte im Zeugenstand, dass die Firma Strafanzeige stellte, als sie vom Inkassounternehmen von Negativmerkmalen erfuhr. Zudem erklärte die 60-Jährige, dass das Unternehmen seine Briefe mit der Deutschen Post verschickt und diese auch nicht zurückgekommen wären.

Entsprechend standen viele Fragen im Raum, die Richterin Nancy Weiß bei einem weiteren Termin klären will. Mit weiteren Zeugen und auch anhand einer Vermögensübersicht des Angeklagten von 2018.

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