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Stauchitz hat zu viel Personal

Ratssitzung in der Markthalle - notwendig, aber keine gute Idee

Nicht wie sonst im Herrenhaus, sondern in der Stauchaer Markthalle tagte der Gemeinderat.
Nicht wie sonst im Herrenhaus, sondern in der Stauchaer Markthalle tagte der Gemeinderat. © Sebastian Schultz

Staucha. Das dürfte eine Premiere gewesen sein. Die Gemeindratsitzung von Stauchitz fand wegen der Corona-Krise statt im Saal des Herrenhauses in der Markthalle in Staucha statt.  Dort war genügend Platz, so dass die Gemeinderäte an Einzeltischen mit zwei Metern Abstand sitzen konnten. Das war notwendig, aber letztlich keine gute Idee. Denn die Akustik dort ist eine einzige Katastrophe. Und so verließ der einzige Gast auch nach wenigen Minuten die Sitzung. Es war auf den hinteren Plätzen kaum etwas zu  verstehen.   

Zu verstehen war, dass die Bürgermeisterwahl, die ja am 10. Mai geplant war und verschoben wurde, nun am gleichen Tag wie die Landratswahl stattfinden soll. Diese ist für den 20. September geplant. Das Innenministerium hat aber nun festgelegt, dass verschobene  Bürgermeisterwahlen nach dem 20. September stattfinden sollen, das hieße als frühestens am 27. September, wenn der Wahltag auf einen Sonntag fallen soll. 

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"Der Kreistag muss den endgültigen Termin für die Landratswahl noch festlegen. Wir warten das ab, wollen unsere Bürgermeisterwahl am gleichen Tag durchführen.  Denn für drei Wahlen innerhalb weniger Woche finden wir kaum genügend Wahlhelfer", sagt der Stauchitzer Bürgermeister Frank Seifert (parteilos), der nicht wieder antritt. Zudem wird Wahlmüdigkeit befürchtet. Seifert selbst tritt nicht mehr an, dafür gibt es aber sieben Kandidaten für das Amt.   Alle sieben sind bereits vom Wahlvorstand bestätigt. Die Liste bleibt gültig, es wird keine Veränderungen mehr geben.   

Die Ratssitzung musste stattfinden, weil Stauchitz seinen Haushalt für das laufende Jahr beschließen wollte. Dies gelang auch, weil 9 von 13 Räten anwesend waren, der Rat damit beschlussfähig war.  Gute Nachricht für die Stauchitzer: Die Steuern und Abgaben werden sich in diesem Jahr nicht erhöhen. Größtes Vorhaben ist der Breitbandausbau, der dieses Jahr beginnt. Dieser wird zwar vollständig von Land, Bund und Kreis bezahlt, die Gemeinde muss aber vorfinanzieren.

Falls es  Fördermittel gibt, sollen Straßen der  Gemeinde saniert und Winterschäden beseitigt werden. Ebenso ist geplant, die Straßenbeleuchtung schrittweise zu erneuern  beziehungsweise auf LED umzustellen. Diese energetische Sanierung wird sich in den folgenden Jahren positiv auf die Finanzlage im Bereich der Betriebskosten auswirken. Ein weiteres großes Vorhaben ist die Errichtung eines gemeinsamen Feuerwehrdepots mit der Gemeinde Hirschstein.  Zusätzlich wird in den kommenden Jahren in den Brandschutz der Kindereinrichtungen in Ragewitz und Staucha investiert. Geplant sind hier rund 2,8 Millionen Euro. Im Bereich der kommunalen Infrastruktur wurden Brücken und Gehwege zur Sanierung vorgesehen.

Der größte Posten bei den Ausgaben sind die Aufwendungen für das Personal. Diese werden mit 2,67 Millionen Euro veranschlagt. Durch altersbedingtes Ausscheiden einer Mitarbeiterin in der Kernverwaltung wird eine Stelle ab  diesem Jahr nicht wieder besetzt. In diesem Zusammenhang wird geprüft, ob die im Zusammenhang stehenden Aufgaben teilweise durch externe Dienstleister abgedeckt werden können, zum Beispiel bei der  Lohnrechnung und der Liegenschaftsverwaltung. Das ist auch dringend notwendig, denn die Gemeinde hat zu viel Personal. Für die Personalausstattung von Kommunen mit weniger als 5.000 Einwohner gilt ein Richtwert von 4,9  Vollzeitstellen pro 1.000 Einwohner. Stauchitz überschreitet diesen Richtwert mit rund 5,8 Vollzeitstellen pro 1.000 Einwohner. 

Insgesamt wird die Gemeinde in diesem Jahr  Investitionen in Höhe von 8,622 Millionen Euro tätigen. Das ist doppelt so viel wie im  Vorjahr. Größten Anteil daran hat der Breitbandausbau. Hier haben sich die ursprünglich geplanten Kosten von 2,7 Millionen Euro  auf rund 5,3 Millionen Euro  fast verdoppelt, da die doppelte Anzahl der Hausanschlüsse realisiert wird. 

Noch eine Zahl, die der Bürgermeister bekannt gab, ist interessant. In der gesamten Gemeinde Stauchitz mit ihren 3.178 Einwohnern ist gerade mal einer positiv auf Corona getestet worden. Das sind 0,03 Prozent aller Stauchitzer. Weitere fünf Personen befinden sich derzeit in Quarantäne, weil sie Kontakt mit Infizierten hatten.  

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog!

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