SZ +
Merken

Staus in der Stadt und weite Umwege

Der Nieskyer Bernd Hubatsch hat eine Bürgerinitiative angeregt, die sich mit den Folgen des Bahnausbaus befasst. Es gibt Reaktionen in Niesky.

Teilen
Folgen

Von D. Hotzan und C. Mattern

Mehr Fragen als Antworten sieht Bernd Hubatsch. Der Nieskyer hat sich dem Ausbau der Niederschlesischen Magistrale verschrieben. Zweigleisig und elektrifiziert wird die Bahnstrecke und Niesky verändern wie lange kein Bauvorhaben mehr. Während der Bahnbau-Phase wird nicht nur die große Schotteraufbereitungsanlage in Niesky-Neuhof zum Problem. Auch das Sanieren und Anheben der B 115-Brücke wird Niesky und die Nieskyer mehr bewegen als ihnen lieb ist. Denn während die Bauleute mit der Bundesstraße befasst sind, wird der Verkehr komplett durch Niesky geleitet. Mit den Auswirkungen beschäftigte sich in einem Beitrag Bernd Hubatsch (SZ, 9./10. März, Seite 17). Das veranlasste einen Unternehmer und einen Einwohner aus Niesky, sich zu Wort zu melden.

Die Schotteraufbereitungsanlage

gehört nicht in die Wohnbebauung

Uwe Glotz unterstützt die Ansichten von Bernd Hubatsch. Für ihn als Unternehmer wirft der Bahnausbau jedoch ganz andere Probleme auf. Seine Firma Neu & Reko Bau GmbH liegt in der Trebuser Straße. Genau dort soll die Schotteraufbereitungsanlage stehen. „Ich wusste zwar, dass diese sehr groß gebaut werden soll, aber ich habe nicht damit gerechnet, dass diese solche Dimensionen annimmt“, sagt der Unternehmer. Er rechnet mit einer hohen Lärm- und Staubbelastung und sieht sich zudem starken Einschränkungen bei der Zufahrt zu seinem Betrieb ausgesetzt. Uwe Glotz ist dafür, dass eine Ausweichfläche gefunden werden sollte und hat auch schon eine konkrete Idee. „Warum kann die Schotteraufbereitungsanlage nicht weiter in Richtung Horka, in unmittelbarer Nähe der Bahngleise und außerhalb von Wohnbebauung und Gewerbeansiedlung errichtet werden“, fragt er.

In dem Brückenbau auf der B 115 sieht Uwe Glotz ein weiteres Problem. Er nutzt oft den Weg über die Trebuser Straße, um direkt auf die B 115 zu fahren und schätzt es, nicht extra durch die Stadt fahren zu müssen. Das würde sich ändern. Schließlich wird der Verkehr durch den Brückenbau an dieser Stelle unterbrochen und durch die Stadt umgeleitet. Stau ist die Folge. Der Unternehmer schlägt eine Umleitungsstrecke vor, um den Verkehr nicht durch die Stadt lenken zu müssen.

Der Gleiskörper unter der Straßenbrücke soll tiefergelegt werden

Aufmerksam hat der 76-jährige Arno Petau aus Niesky den Artikel von Bernd Hubatsch „Warum Niesky zum Nadelöhr wird“ in der SZ vom 9./10. März gelesen. Dieser habe ihn angeregt, sich selbst ein paar Gedanken zu der Problematik mit den Baumaßnahmen zu machen. „Bei der geplanten Zugfolge am Bahnübergang Muskauer Straße ist dieser praktisch zu“, sagt er. Weiterhin kritisiert Arno Petau den geplanten Tunnel am derzeitigen Bahnübergang Krone. „Der geplante Tunnel für Fußgänger, Radfahrer und Pkw wird durch den ortskundigen Verkehr viel benutzt werden“, so Arno Petau. Er befürchtet ein Verkehrschaos im Kreuzungsbereich Herbert-Balzer-Straße/Ecke Schleiermacherstraße, das nur mit einer zusätzlichen Ampelanlage in den Griff zu bekommen wäre.

Weiterhin gibt er zu bedenken, dass ja außer den Baumaßnahmen an der Brücke auch die Fahrbahn der B 115 über 100 bis 200 Meter angehoben werden muss, es sei denn, eine Geschwindigkeitsbegrenzung ist dort vorgesehen. Derzeit ist dort eine Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde zulässig. Doch mit einem entstehenden Buckel auf der Fahrbahn ist das nicht zulässig. Lösungsvorschläge hat Arno Petau auch parat. „Mir ist in Erinnerung, dass der Stadtrat vor geraumer Zeit für den Übergang Muskauer Straße mal eine Brücke in Erwägung gezogen hat“, so der 76-Jährige. Sollte diese realisiert werden, wären die befürchteten Verkehrsprobleme vom Tisch. „Der geplante Tunnel an der Krone müsste so nur für die Fußgänger und Radfahrer angelegt werden“, lautet der Vorschlag des Nieskyers weiter. Für den Bereich Muskauer Straße hat Arno Petau auch eine Alternative anzubieten. Die sieht so aus, dass einfach der Gleiskörper im Bereich Muskauer Straße tiefer gelegt werden müsste, damit die momentane Brücke, die über die B 115 führt, dort bleiben kann, wo sie ist. „Wozu muss denn überhaupt eine neue Brücke gebaut werden?“, fragt der Rentner. Schließlich sei diese doch erst neu gemacht worden. Die Tieferlegung des Gleisbettes hätte noch einen weiteren Vorteil. Die Lärmbelästigung verringert sich. „Es ist anzunehmen, dass der finanzielle Aufwand für alle drei Baumaßnahmen geringer sein dürfte, als bei der Realisierung nach der geplanten Variante“, ist Arno Petau überzeugt. Schließlich sei das Argument, dass verschiedene Bauträger finanziell getrennt abrechnen, weniger einzusehen. Man müsse bedenken, dass das Geld letztendlich schließlich vom Steuerzahler komme.

Anmerkungen, Meinungen und Hinweise an die Bürgerinitiative bitte per Mail an sz.niesky @dd-v.de