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Stausee wird für Angler attraktiver

Die Vorjahres-Hechte entwickeln sich gut. Pächter Ermisch besetzt die Talsperre Qutizdorf mit Aalen. Eine Sorge hat er trotzdem.

© Jens Trenkler

Von Steffen Gerhardt

Gunther Ermisch schaut zufrieden auf sein Gewässer, denn der Pächter kann erste Erfolge vorweisen. „Der erste Besatz mit Hechtbrut aus dem Frühjahr 2017 hat sich erfolgreich entwickelt. Wir haben im Spätherbst viele kleine Hechte gefangen, man kann davon ausgehen, dass die vom Frühjahresbesatz stammen“, sagt der Fischwirtschaftsmeister. Diese Strategie will er auch auf der Hauptsperre praktizieren. Deshalb reiste der Pächter mit seinen Mitarbeitern dieser Tage erneut mit Jungfischen im Gepäck an der Talsperre an. „Für die Saison ist der Besatz mit 3500 Aalen mit einer Länge von 15 bis 20 Zentimetern Länge und 125000 Stück Hechtbrut auf der Talsperre geplant.“ Vor einer Woche wurden sie ins Wasser ausgesetzt.

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Zusammen mit seinen Mitarbeitern werden die Fische in das Gewässer gesetzt. Dieselbe Aktion im Vorjahr war erfolgreich.
Zusammen mit seinen Mitarbeitern werden die Fische in das Gewässer gesetzt. Dieselbe Aktion im Vorjahr war erfolgreich. © Jens Trenkler

Die Raubfische sollen nicht nur den Fischhaushalt im Gewässer regulieren, indem sie Jagd auf die in Überzahl vorhandenen Weißfische machen. Beide Arten sollen gezielt befischt werden. „Unser Vorhaben ist es, mehrere Tonnen davon zu fangen“, so Ermisch. Im ersten Pachtjahr wurden mehrere 100 Kilogramm Weißfische, Silberkarpfen und Welse gefangen. Daran soll in diesem Jahr angeknüpft werden.

Mit dem neuen Fischbesatz erhöht sich die Attraktivität des Gewässers für Angler. Das merkt Gunther Ermisch am Verkauf der Angelkarten: „Wir sind mit dem Verlauf der Saison 2017 zufrieden. Das heißt, der Verkauf der Gastangelkarten und der Sondererlaubnisscheine für die Mitglieder des Anglerverbandes ,Elbflorenz’ wurde gut angenommen.“ Die Berufsfischerei hat sich nur auf das Teilbecken Reichendorf beschränkt. Dort, wo die Hechte ausgesetzt wurden. Dabei hat Gunther Ermisch viele wichtige Erfahrungen gesammelt, die er auf der Hauptsperre nutzen werde. „Zum Beispiel sind die größten handelsüblichen Netze zu dünn im Garn und zu klein in der Maschengröße. Auch die gängigen Reusen müssen speziell auf die Bedingungen am Gewässer umgebaut werden“, sagt er.

Nicht nur in Netze für den Stausee investierte der Pächter. Zusätzlich kaufte er vier Boote und drei Motoren. Sie werden auch von der Fischereiaufsicht genutzt. Denn sie ist auf und am Gewässer regelmäßig unterwegs. Zu Beginn der Saison gab es ein paar Verstöße bei der Ausübung der Angelfischerei, die teilweise geahndet wurden. Das „wilde Angeln“ soll weiterhin unterbunden werden. Wer seine Angel auswerfen will, muss einen Angelschein haben. AVE-Mitglieder kommen da günstiger. Sie zahlen für die Saison 25 Euro. Neu in diesem Jahr ist für jugendliche Mitglieder des AVE, dass der Erlaubnisschein für sie nur noch 15 Euro kostet. Damit will der Pächter den Anglervereinen in Sachen Nachwuchs entgegenkommen.

Die Sonderregelung mit dem Anglerverband, geschlossen über zwei Jahre, endet zum Jahresende. Eine Option der Verlängerung ist im Vertrag enthalten. „Ich strebe eine Dauerlösung für die nächsten zehn Jahre an“, betont Ermisch. Damit haben die im AVE organisierten Angler eine Perspektive am Stausee Quitzdorf. Gleichzeitig können die Gelegenheitsangler über Gästekarten im Stausee Fische angeln.

Auch wenn Gunther Ermisch mit der Entwicklung des Besatzes zufrieden ist, schaut er doch mit gewisser Sorge über die Wasserfläche. Gemeint sind damit die Algen und ihr Wachstum in den vergangenen Wochen. „Seit Ostern haben die sonnigen und extrem warmen Tage das Wachstum der Grün- und Blaualgen unterstützt. Seit Himmelfahrt sind sie da.“ Das hat Ermisch beobachtet. Und noch ein zweites Problem kündigt sich an. Die Landestalsperrenverwaltung (LTV) will im zweiten Halbjahr den Reichendorfer Damm sanieren. Das hat zur Folge, dass der Wasserspiegel der Talsperre bis zu 90 Zentimeter abgesenkt wird. Darüber informierte die LTV bereits die Anrainergemeinden. Gunther Ermisch weiß darüber ebenfalls Bescheid. „Die Maßnahme ist voraussichtlich für Anfang September geplant“, sagt er, und: „Wasserabsenkungen an der Talsperre hat es schon einige gegeben, ohne dass es dabei zu Fischverlusten gekommen ist. Wir werden nur die gestellten Reusen aus dem Gewässer nehmen beziehungsweise später stellen, wenn das Stauziel wieder erreicht ist.“

In diesem Jahr hat Gunther Ermisch einen neuen Mitarbeiter eingestellt. Er befindet sich zur Zeit in der Ausbildung zum Fischwirtschaftsmeister in Königswartha. „Er wird einige Aufgabenbereiche an der Talsperre Quitzdorf übernehmen“, so der Pächter. Perspektivisch soll es zwei Arbeitsplätze an dem Gewässer geben.