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Dresden: Besondere Technik kommt zum Vorschein

Im Altstädter Hauptkanal hatte sich viel Schmutz angesammelt. Ein Stauwagen verhindert, dass sich das Wasser staut. Nun tauchte er neben der Yenidze auf.

Ein sogenannter Stauwagen hat in den vergangenen Monaten Dresdens Hauptkanal auf der Altstädter Seite gereinigt. An einem Kranausleger an der Yenidze ist das Gerät wieder an die Oberfläche geholt worden.
Ein sogenannter Stauwagen hat in den vergangenen Monaten Dresdens Hauptkanal auf der Altstädter Seite gereinigt. An einem Kranausleger an der Yenidze ist das Gerät wieder an die Oberfläche geholt worden. © René Meinig

Dresden. Dresdens längster Hauptkanal ist jetzt zwischen Laubegast und der Altstadt gereinigt worden. Der Altstädter Abfangkanal verläuft unter den Straßen am linken Elbufer. Dieses Jahr war es wieder möglich, einen selbstfahrenden Stauwagen durch die große Röhre rollen zu lassen. Denn die Abwasser-Verbindung zwischen Kleinzschachwitz und dem Kanalnetz-Stützpunkt an der Yenidze ist jetzt durchgängig saniert.

Im Januar war der zwölf Zentner schwere Stauwagen mit seinem Schiebeschild an der Gasteiner Straße in Laubegast per Autokran eingehoben worden. Am Sonntagmorgen hatte er nach 13 Kilometern im Untergrund das große offene Abwasserbauwerk neben der Yenidze und somit sein Ziel erreicht, erklärt Abwassermeister Frank Lieber von der Stadtentwässerung.

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Vorarbeiter Sebastian Härtel war hier im April am Stauwagen unter der Tolkewitzer Straße aktiv. Der Wagen schiebt den Dreck im Altstädter Hauptkanal vor sich her.
Vorarbeiter Sebastian Härtel war hier im April am Stauwagen unter der Tolkewitzer Straße aktiv. Der Wagen schiebt den Dreck im Altstädter Hauptkanal vor sich her. © Sven Ellger

Damit der Wagen nicht weiterrollt, hält ihn eine starke Stahlkette, die an Ösen in den Betonwänden verankert ist. Am Montagmorgen rückten Liebers Kanalbetriebsarbeiter mit dem Spezialfahrzeug an, das über einen Kran verfügt.

„Zuerst wurde der Stauwagen ein Stück zurückgezogen, um die Kette zu entlasten“, berichtet Lieber. Seine Männer hatten das Schiebeschild zuerst vom Schmutz befreit und dann den Wagen per Kran ausgehoben und auf die Pritsche des Lkw gehievt. Allerdings war eine Ecke von dem Staubrett abgebrochen, das jetzt in der Schlosserei der Stadtentwässerung repariert wird.

Vorarbeiter Sebastian Härtel und sein Kollege Justin Donner im offenen Bauwerk, aus dem der Stauwagen emporgehoben wird.
Vorarbeiter Sebastian Härtel und sein Kollege Justin Donner im offenen Bauwerk, aus dem der Stauwagen emporgehoben wird. © René Meinig

Die besonderen Geräte werden seit Ende des 19. Jahrhunderts eingesetzt. Die Wagen haben ein Schild, das sich dem Kanal anpasst. Zwischen Schild und Sohle bleibt nur ein zehn Zentimeter großer Spalt. Dadurch kann die Energie des Wassers zur Kanalreinigung genutzt werden. Und dies ganz umweltfreundlich.

Das ist der Stauwagen mit seinem Schiebeschild. Diese Technik wird bereits seit Ende des 19.Jahrhunderts zur Kanalreinigung eingesetzt.
Das ist der Stauwagen mit seinem Schiebeschild. Diese Technik wird bereits seit Ende des 19.Jahrhunderts zur Kanalreinigung eingesetzt. ©  Rene Meinig

Das Abwasser staut sich dahinter und schiebt den Wagen nach vorn. Es fließt nur durch den kleinen Spalt darunter, wirbelt die Schmutz-Ablagerungen vorm Wagen auf und schwemmt sie fort. Der Stauwagen spült den Dreck sozusagen vor sich her.

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