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Niesky

Steht Eintracht diesmal auf dem Podium?

Am Freitagabend wird in Niesky die Fußball-Landesligasaison eröffnet. Die Gastgeber, mit zwei prominenten Spielertrainern, gehören zu den Favoriten.

Robert Koch (33), spielt im Mittelfeld und ist Co-Trainer.
Robert Koch (33), spielt im Mittelfeld und ist Co-Trainer. © SZ

Die Erwartungshaltung in Niesky dürfte nach der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte noch einmal steigen. Die Eintracht-Kicker haben nach den Plätzen neun und fünf in der vergangenen Spielzeit Platz vier belegt. Sachsenmeister war mit großem Vorsprung der FC Grimma geworden, aber auf den Vizemeister Kamenz fehlten am Ende nur vier Punkte, auf den Dritten Lößnitz nur ein paar Tore. Und in der Rückrunde waren die Nieskyer zweitbestes Team, nahmen Kamenz drei und Lößnitz vier Punkte ab.

Spielertrainer Jiri Šisler will sich aber nicht in eine Favoritenrolle drängen lassen: „Wenn wir unseren Platz der vergangenen Saison bestätigen, wäre das gut. Vielleicht gelingt es uns sogar, unter die ersten drei zu kommen.“ Dabei konnten die Nieskyer die so starke Mannschaft der Rückrunde zusammenhalten. Von den Stammspielern steht einzig Clemens Russek, der zu seinem alten Stammverein nach Spree gewechselt ist, nicht mehr im Kader. All die Routiniers mit teils höherklassiger Erfahrung aber sind geblieben und dürften bei den Gegnern für Stirnrunzeln sorgen. Ein Blick in die Spielerliste zeigt eine Besonderheit: Es gibt eine ganze Reihe erfahrener Spieler, das „Mittelalter“ fehlt fast gänzlich, und dann kommt eine ganze Garde junger Spieler. Anders gesagt: Šisler könnte die wohl älteste Startelf in der Landesliga stellen (D. Höher – Preuß, Ritter, Süß, Janus – Šisler. Koch, Schneider, M. Höher – Nemec, Jablonski) mit einem Durchschnittsalter von deutlich über 30 Jahren. Andererseits könnte er auch eine der jüngsten Mannschaften der Liga aufs Feld schicken (Haase – Geisler, Fischer, Geduhn, Hildebrand – Richter, Pluta, Hänsch, Görmitz – Löper, Fiebig), die im Schnitt gerade mal 20 Jahre alt ist.

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Auch wenn sich Šisler ein paar Spieler mehr wünschen würde, die jugendliche Athletik mit Abgeklärtheit verbinden, ist er mit dem Kader zufrieden: „Ich hätte mir vielleicht noch einen anderen Stürmertyp gewünscht, einen schnellen, wendigen Spieler. Aber auch so denke ich, dass wir gut aufgestellt sind.“ Und auch für viele Unwägbarkeiten (Verletzungen, Sperren) gewappnet. Schließlich ist der Kader ganz realistisch gesehen breiter geworden. Mit Richter, Preuß und Fischer sind drei zuletzt lange verletzte Spieler wieder fit, Hildebrand ist auf einem guten Weg. Und die vielen Spieler, die aus dem eigenen Nachwuchs in den Landesligakader gestoßen sind, sorgen zusätzlich für Konkurrenzkampf. „Das sind einige talentierte Jungs. Sie haben alle ihre Chance und werden sie auch im Lauf der Saison bekommen. Was sie daraus machen, liegt natürlich an ihnen selbst“, sagt Šisler, der in diese Aussage ausdrücklich auch den aus Holtendorf gewechselten Torwart Oliver Haase mit einbezieht. „Für die jungen Spieler kann es nur ein Vorteil sein, an der Seite erfahrener Spieler die ersten Schritte auf diesem Niveau zu machen. Und mindestens zwei, drei Jahre können die älteren noch in dieser Liga spielen. Danach muss man sehen“, sagt Šisler.

Neuzugänge: 

Pascal Löper, Billy Zieschang, Philipp Hänsch, Marc Fischer, Brian Göllnitz (alle eigene Jugend), Oliver Haase (Holtendorfer SV, Pawel Urbaniak (Ust Piast Olawa), Josef Nemec (FK Prepere), Robert Koch (FCO Neugersdorf)

Abgänge: 

Patrick Reichel (SV Zodel), Clemens Russek (LSV 1951 Spree), Tobias Wittek, Manuel Fiebig (beide 2. Mannschaft)

Modus: Der Sachsenmeister steigt in die Oberliga auf. Die letzten drei Mannschaften der Sachsenliga des SFV (Tabellenplätze 14, 15 und 16) steigen in die Landesklasse ab. Die Zahl der Absteiger kann sich erhöhen oder verändern, wenn keine oder mehrere Mannschaft(en) in die Oberliga aufsteigen.

Die Zahl der Absteiger aus der Landesliga erhöht sich um die Zahl der Absteiger/Zurückzieher aus der Oberliga.

Stadion: Rasen- und Kunstrasenplatz, Jahnsportstätte (Fichtestraße 1), Gesamtkapazität: 4 000 Zuschauer, 180 Sitzplätze

Eintritt: Tageskarte 5 Euro, ermäßigt 4 Euro, Jahreskarte 60 Euro

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Mit Ex-Dynamo-Star Robert Koch hat er nicht nur den wohl prominentesten Spieler der Liga in seinen Reihen, sondern auch einen echten Leader. Nach Rückenproblemen im Herbst der vergangenen Saison hatte Koch seine leistungssportliche Karriere in der vierten Liga in Neugersdorf beendet und war im Winter nach Niesky gewechselt. Dort fand er erstaunlich schnell zu recht guter Form und war ein Garant für die starke Nieskyer Rückrunde. Auch aktuell befindet sich der 33-Jährige in guter Form. Er hat zusätzlich zur Spielmacherrolle auch die Position des Co-Trainers übernommen. Koch spielt auch da eine nicht zu unterschätzende Rolle, zumal Jiri Šisler wegen einer Not-OP (Blinddarm) in der Vorbereitung kurzfristig ausfiel.

Šisler selbst, ebenfalls 33 Jahre alt, hat die offensive Spielmacherposition ja selbst im Blut, muss sich aber nach Verletzung und Erkrankung erst wieder herankämpfen und sieht seine Aufgabe auch mehr an der Seitenlinie. „Ich trainiere zwar wieder mit und hoffe, in ein paar Wochen wieder einsetzbar zu sein, aber ich bin in dieser Saison mehr der Trainer, Robert ist auf dem Feld“, sagt der Tscheche in nahezu perfektem Deutsch.

Dass er seine Mannschaft am liebsten, seinem Naturell entsprechend, offensiv spielen lässt, dürfte kein Geheimnis sein. „Aber wir müssen das spielen, was der Kader kann. Die Lauffähigkeit in der Offensive mit unseren routinierten Spielern ist vielleicht nicht ganz so groß. Aber wir haben mit Robert eine Taktik gefunden, von der wir überzeugt sind“, sagt Šisler.

Das Auftaktprogramm könnte viel schwerer nicht sein. Am Freitagabend feiert die Landesliga in Niesky Saisoneröffnung. Eintracht trifft gleich auf den Vizemeister Kamenz, eine Woche später geht es zum Vorjahresdritten Lößnitz. „Danach wissen wir mehr“, sagt Šisler. „Wenn der Saisonstart gelingt, traue ich uns zu, in dieser Saison oben mitzuspielen“. Schon allein deshalb sollen morgen unbedingt drei Punkte her. 19 Uhr ist Anpfiff. Dieses Ost-sachsenderby hat eine würdige Kulisse verdient.

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