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Steigen in Weißenberg die Kita-Gebühren?

Voriges Jahr zogen die Anteile für die Eltern stark an. Diesmal wäre der Sprung nicht so groß. Der neue  Stadtrat  muss entscheiden.

© Uwe Soeder

Von Kerstin Fiedler

Da hatten die Kinder aus der Kita Strombergwichtel in Weißenberg aber gestern viel zu tun. Nun ja, sie konnten in den vergangenen Monaten ja auch die Bauarbeiter beobachten, die in ihrem Garten einen Anbau für weitere 20 Plätze geschaffen haben. Nun also sollen die Eltern für die topp sanierten Einrichtungen in Weißenberg und Wurschen ab September pro Monat zwischen 7,71 Euro (Krippe), 4,65 Euro (Kindergarten) und 3,02 Euro (Hort) mehr für die Betreuung der Kinder zahlen. Doch beschlossen hat das der Stadtrat in seiner letzten Sitzung in der alten Zusammensetzung noch nicht.

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Die Zahlen sprechen Klartext: Weil in Weißenberg die Personalkosten für die Erzieherinnen, und hier vor allem für die in Altersteilzeit, so hoch sind, ist der Gesamtbetrag der umlagefähigen Betriebskosten auch im vergangenen Jahr angestiegen. Die Kosten für Strom und Heizung sind zwar gesunken, aber die Stadt muss ihren kommunalen Mitarbeitern nach einem Gerichtsurteil mehr Geld zahlen. Über viele Jahre haben die Eltern jedoch davon profitiert, dass in der Zeit der Haushalts-Sicherung alle Angestellten der Stadt auf einen Teil ihres Lohns und die Steigerung im Tarif verzichtet haben. Doch nun werden sie wieder laut Tarif bezahlt. Das betrifft dann auch die Erzieherinnen, die sich letztmalig 2006 für die Altersteilzeit entscheiden konnten. Sie bekommen mehr Geld. Und weil auch in diesem Jahr mit einer Tarifsteigerung zu rechnen ist, vermutet Kämmerer Andreas Eßlinger, dass auch im nächsten Jahr noch einmal die Elternbeiträge erhöht werden müssen.

Entspannen würde sich das dann ab dem nächsten Jahr und bis 2017 vollends, wenn alle Altersteilzeiten abgeschlossen sind. Dann würden die Beiträge sogar wieder sinken. Diese Aussage war es dann auch, warum die Stadträte überlegten, ob diese Erhöhung überhaupt angesetzt werden müsse. Doch Haushalts-Sanierer Gerald Svarovsky, der die Stadt immer noch bei ihren Finanzen berät, klärt auf: „Wir haben derzeit keinen Spielraum. Die Stadt steht derzeit erneut kurz vor der Konsolidierung. Deshalb müssen wir jedes Jahr die Betriebskosten abrechnen und dementsprechend erhöhen oder senken“, sagt Svarovsky. Es würde auch kein Spielraum bei der Höhe des prozentualen Anteils der Eltern geben. Der liegt bei der Krippe zwischen 20 und 23 Prozent und bei Kindergarten und Hort zwischen 20 und 30 Prozent. Weißenberg nimmt die oberste Grenze. Das hat aber auch damit zu tun, dass der Landeszuschuss pro Kind seit Jahren gleich geblieben ist und die Stadt immer mehr für seine Kinder zuzahlen muss. Doch Svarovsky argumentiert noch anders: „Investitionen, wie sie bisher eingesetzt wurden, bringen eine Senkung der Betriebskosten. Altersteilzeit bringt eine Verjüngung der Erzieherinnen“, sagt Gerald Svarovsky.

Doch trotz der Aussage, das Gesetz einhalten zu müssen, wurde weiter diskutiert. Für dieses Jahr würden die Einnahmen nach der Erhöhung rund 3 100 Euro betragen, im nächsten Jahr etwa 9 400 Euro. „Könne man diese Summe nicht über eine andere Einnahme hereinbekommen“, fragte zum Beispiel Stadtrat Lars Bitterlich. Dies soll nun noch einmal beraten werden. Vor allem vor dem Hintergrund, dass befürchtet wird, dass einige Eltern ihre Kinder dann in andere, preiswertere Kitas im Umland bringen und die Kinder aus dem Umland wegfallen. „Ich weiß nicht, wie zum Beispiel die Gemeinde Hohendubrau das hinbekommt mit den geringen Elternbeiträgen“, sagt Hauptamtsleiterin Marion Zimmermann. Derzeit verlassen 48 Kinder, das Stadtgebiet zur Betreuung. Allerdings ist die Hälfte davon im Hortbereich, wo die Kinder sowieso an anderen Grundschulen lernen. 30 Kinder kommen nach Weißenberg und Wurschen in die Einrichtungen.

Die Entscheidung muss der neue Stadtrat am 14. Juli zu seiner ersten Sitzung treffen, wenn die Satzung zu Beginn des neuen Schuljahres im September gelten soll.