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Steina schützt sich vor Hochwasser

Für die Beseitigung von Flutschäden gibt es Geld vom Freistaat. Die gesamte Weißbach kommt nun auf den Prüfstand.

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Von Carolin Barth

Der Steinaer Bürgermeister hat es satt. Sobald es heftig regnet, müssen er und die Hälfte aller Steinaer bangen, dass die Weißbach nicht zum zerstörerischen Strom wird. Sie hoffen, dass der Bach den Wassermassen standhält und nicht den halben Ort unter Wasser setzt. Doch nun könnte das Bangen bei heftigen Unwettern ein Ende haben. In den kommenden Jahren soll sich der Hochwasserschutz in Steina deutlich verbessern. Der Freistaat hat signalisiert, Gelder für die Beseitigung von Hochwasserschäden und für langfristigen Schutz an der Weißbach bereitzustellen.

Immer wieder treffen schwere Unwetter Steina. Dieses Jahr hatte die Gemeinde zweimal mit starken Überschwemmungen zu kämpfen gehabt. Anfang Juli traf es vor allem den Bereich der Hauptstraße in Niedersteina und Weißbach, Mitte August dann Obersteina. Vor allem im Bereich der Weißbach sorgten die Überschwemmungen für gravierende Schäden. Weil der Bach vor der unheimlichen Wucht des Wassers kapitulieren musste, trat er über die Ufer. Rohre, durch die das Wasser bisher platzsparend hindurchlief, brachen ein oder wurden von Geröll, Steinen oder Holz verstopft. Ufer- und Stützmauern stürzten ein. Das Flussbett wurde beschädigt.

Hohe Förderung möglich

Ein Dresdner Ingenieurbüro hatte 15 sichtbare Schäden auf einer Länge von drei Kilometern dokumentiert. Mehr als 820 000 Euro wären nötig, um die zu reparieren. „Natürlich ist es für uns unmöglich, dieses Geld aufzubringen“, sagt Bürgermeister Lutz Hönicke. Umso erfreuter ist er über die angekündigte Unterstützung. „Uns ist eine Förderung bis zu 75 Prozent in Aussicht gestellt worden.“

Steina könnte demnach aus zwei Fördertöpfen profitieren: Zum einen aus dem, der den ökologischen Zustand der sächsischen Gewässer verbessern und Hochwasserschäden beseitigen soll. Und zum anderen aus dem Topf, der den Schutz vor Hochwasser vorantreibt. Steina muss beides erledigen: „Wir müssen die Unwetterschäden an der Weißbach dringend beseitigen und den Bachverlauf so herstellen, dass auf lange Sicht ausreichend Hochwasserschutz gewährleistet ist“, sagt Bürgermeister Hönicke.

Dabei mache es wenig Sinn, nur einzelne Schadstellen zu reparieren. „Fördergelder kommen nur dann, wenn wir die gesamte Weißbach von der Quelle bis nach Weißbach unter die Lupe nehmen“, so Hönicke. „Der Verlauf soll optimiert werden.“ Ein Ingenieurbüro soll nun prüfen, inwieweit dies möglich ist. Erste Ideen gibt es.

Denkbar sei, den Bachverlauf stellenweise zu erweitern, damit Wassermassen leichter ausweichen können, so Hönicke. „Vor allem müssen wir dort was tun, wo die Weißbach durch Rohe verläuft.“ Die wurden Mitte der 1930er-Jahre gebaut, um mehr Bauland zu gewinnen. Einige Rohre sollen nun ganz verschwinden, sodass die Weißbach wieder ganz natürlich fließen kann. „Selbstverständlich wird das mitunter Einschnitte für die Grundstücksbesitzer bedeuten, zum Beispiel wenn Schuppen zurückgebaut werden müssen. Doch darauf können wir keine Rücksicht nehmen, wir müssen ganz Steina schützen. Noch mehr solcher Unterwetterschäden verkraften wir nicht“, so Lutz Hönicke. Eine weitere Option für mehr Schutz wäre, einen zweiten Bachlauf komplett durch ein Rohr neben der Hauptstraße zu führen. Auch das würde die Weißbach entlasten.

Bürgermeister Lutz Hönicke rechnet damit, dass die genauen Pläne für eine Optimierung der Weißbach im kommenden Jahr vorliegen und Fördergelder rasch zugesagt werden. Bis zu drei Jahre wird es voraussichtlich dauern, bis der Hochwasserschutz in Steina verbessert sein wird. Zur Gemeinderatssitzung am 11. Dezember werden die Räte den Anfang machen und zunächst die Planungsleitungen für das millionenteure Vorhaben vergeben.