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Steinbruch bald noch größer?

Das plant zumindest der Betrieb, der im Ebersbacher Raumbusch Gestein abbaut. Ob es tatsächlich so kommt, hängt jetzt unter anderem von Probebohrungen ab.

Im Ebersbacher Steinbruch wird Gestein für den Straßenbau gewonnen.
Im Ebersbacher Steinbruch wird Gestein für den Straßenbau gewonnen. © Archivfoto: Matthias Weber

Der Steinbruch im Raumbusch bewegt die Ebersbacher seit vielen Jahren. Und seit vielen Jahren gibt es auch immer wieder Ärger um den Steinbruch. Regelmäßig wird Gestein gesprengt, das verursacht Erschütterungen, die teilweise in den Häusern zu spüren sind. Der Abbau und das Verladen des Gesteins machen Lärm, die Laster bringen Dreck auf die Straße, so die Kritikpunkte der Ebersbacher. Und schon etliche Male war das Ende des Steinbruch-Betriebes, der von der Firma Pro Stein betrieben wird, in Aussicht gestellt worden. Immer wieder aber gab es dann eine Verlängerung. Aktuell läuft die Betriebserlaubnis bis 2025. Dann läuft der sogenannte Rahmenbetriebsplan aus. Das heißt, bis dahin muss der Steinbruch vollständig abgeschlossen, also auch rekultiviert sein. Aber ist dann wirklich Schluss? Diese Frage ist nun wieder offen. Und es geht auch um die Ausdehnung des Steinbruch-Areals. 

Denn noch im September rückt der große Bohrer an. Die Steinbruch-Firma Pro Stein und ihr Mutterkonzern wollen prüfen, ob sich eine Erweiterung des Ebersbacher Steinbruchs lohnt. Das bestätigen die Unternehmen. Es werde geprüft, ob ein Teilbereich des Steinbruches für eine Erweiterung geeignet ist. Expandiert werden soll dabei in Richtung Osten. Bisher liegen für den Bereich keine geologischen Daten vor. Was für Gestein dort liegt, wie viel davon und in welcher Tiefe - all das muss also erst noch ermittelt werden. Deshalb plane man nun Probebohrungen. Drei Bohrungen sind vorgesehen. Erst wenn dazu die Ergebnisse vorliegen, könnten die nächsten Schritte geplant werden, heißt es vom Unternehmen. 

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Neues Wohngebiet wird grade erschlossen

Im Rathaus und auch im Stadtrat von Ebersbach-Neugersdorf ist man von der geplanten Erweiterung nicht begeistert. Wird sie zugelassen, hat das auch für die Stadt Folgen. Wird das erweiterte Gebiet in den Regionalplan aufgenommen, müssen zum Beispiel Abstände zur Wohnbebauung eingehalten werden. Das gilt dann nicht nur für den Steinbruch-Betrieb, sondern auch umgekehrt für die Stadt. Der Abstand zu Wohnhäusern müsse mindestens 300 Meter betragen, erklärt Jörg Weichler vom Regionalen Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien. Im Einzelfall könne auch näher an die bestehende Wohnbebauung herangerückt werden. "Aber alles, was neu entsteht, darf nicht näher ran." 

Aktuell wird in der Nähe des Steinbruchs sogar ein neues Wohngebiet erschlossen. Die Volksbank Löbau-Zittau besitzt große Flächen an der Steinstraße, die in Richtung des Steinbruchs führt.  Erst im Juni war nun der Startschuss für einen neuen Bauabschnitt gefallen. 15 neue Eigenheime werden auf dem 25.000 Meter großen Areal gebaut. Zwar erstreckt sich der Bereich der vorgesehenen Erweiterung in der entgegen gesetzten Richtung - gen Osten. Der Steinbruch-Betrieb mit den regelmäßigen Sprengungen sei aber auch für die Leute, die bereits hier wohnen, nicht erfreulich - darin waren sich die Stadträte einig, als sie in ihrer jüngsten Sitzung von den Plänen erfuhren.  

Der Stadtrat habe sich bereits positioniert, dass er eine Ausdehnung des Steinbruchs nicht befürwortet. "Wir werden eine Stellungnahme dazu verfassen", so Bürgermeisterin Verena Hergenröder (parteilos). 

Ergebnis von Probebohrungen abwarten

Laut Regionalplan ist der Steinbruch wichtig für die Rohstoffgewinnung - und hat damit wohl auch gute Karten für eine Erweiterung. Das Gestein, das hier abgebaut wird, findet vor allem im Straßenbau Verwendung - zum Beispiel für Brechsand, Splitt und Schotter. Diese Materialien kommen zum Beispiel beim Unterbau von Straßen zum Einsatz. 

Ein besonderes Plus für den Ebersbacher Steinbruch sei der Gleisanschluss, erklärt Jörg Weichler vom Planungsverband. Der Steinbruch liegt an der Bahnstrecke Ebersbach - Löbau und hat eine eigene Bahnverladestation. Hier kann das Gestein auf Waggons verladen und per Schiene abtransportiert werden. 

Wie es konkret weitergeht, wird erst klar sein, wenn die Probebohrungen durch sind. Dann erst wird die Firma wissen, ob es sich überhaupt lohnt, den Steinbruch weiter zu vergrößern. Das wolle man erst abwarten, bevor man dazu Aussagen treffen könne, heißt es auf Nachfrage vom Unternehmen. 

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